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Eurobike 2011 mit fantastischer Bilanz

Eine Fahrradmesse der Superlative: Mehr als 40.000 Fachbesucher aus über 100 Ländern, 20.000 Fahrradfans am Publikumstag, 1.800 Journalisten aus aller Welt.

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Richtig was los in Friedrichshafen: Die Messe zog viele Bikefans an.
Richtig was los in Friedrichshafen: Die Messe zog viele Bikefans an.
( Eurobike )

Die Bike-Community aus aller Welt traf sich vergangene Woche vom 31.8. bis 3.9. am Bodensee. „Man könnte meinen, das Fahrrad wurde am Bodensee erfunden und feiert sich jedes Jahr selbst.“ „Powervolle und energiegeladene Stimmung.“ „Starke Internationalität.“ Die O-Töne der Aussteller beschreiben die Stimmung auf der Eurobike 2011, die ihren 20. Geburtstag als weltweite Leitmesse der Fahrradbranche feierte und am 3. Septemberg nach vier starken Messetagen mit einem großen Erfolg zu Ende ging. Messechef Klaus Wellmann zieht kurz und knapp Bilanz: „Super gelaufen.“ EUROBIKE-Projektleiter Stefan Reisinger ergänzte: „Fantastisch.“ Mehr könne man dazu kaum sagen, meinte das Bike-Team, außer vielleicht noch ein paar nüchterne Zahlen und Fakten zur Messebilanz: Wieder mehr als 40.000 Fachbesucher aus über 100 Ländern und mehr als 20.000 Endverbraucher am Samstag. Die Neuheitenmesse mit unzähligen Weltpremieren hält nicht nur die Fachwelt, sondern auch die Medien in Atem: Mehr als 1.800 Journalisten aus aller Welt berichteten über die Messe.

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Der konjunkturelle Rahmen passt

Die Messe stand unter günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen: Das schöne Wetter im ersten Halbjahr 2011 kurbelte den Fahrradmarkt an: 1,73 Millionen Räder wurden in diesem Zeitraum in Deutschland produziert. Der Trend zu höherwertigen Produkten hat sich weiter fortgesetzt. Und: Das E-Bike gibt der ganzen Fahrradbranche Schub.

Die Kunden achten immer mehr auf Qualität und sind bereit, hierfür mehr Geld auszugeben: Durchschnittlich haben sie 2010 für ein Fahrrad 460 Euro bezahlt (2009: 446 Euro). Die Händler registrieren durch die zunehmend höherwertigen Produkte einen großen Bedarf an qualifizierter Beratung. Die Gesamtproduktion von Fahrrädern in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2011 leicht gestiegen: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden in Deutschland drei Prozent mehr Fahrräder produziert. Dies entspricht einer Stückzahl von 1,73 Millionen Fahrrädern, darin sind auch E-Bikes enthalten.

Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) geht davon aus, dass sich der Trend nach höheren Produktionswerten auch im Gesamtjahr 2011 fortsetzen wird. Die größere Bedeutung des Fahrrades innerhalb der Gesellschaft sowie der steigende Anteil an E-Bikes sind Gründe für diese Entwicklung.

Deutschland exportierte im 1. Halbjahr 2011 660.000 Fahrräder. Dies sei ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von rund zehn Prozent, gab Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) bekannt. Die Niederlande nehmen mit 118.000 Fahrrädern die meisten deutschen Fahrräder ab, gefolgt von Österreich mit 90.000 und Frankreich mit 83.000 Stück.

Das E-Bike ist weiter das beherrschende Thema der Branche. Die ständige Weiterentwicklung der Produkte und die Anpassung des Rechtsrahmens an diese Entwicklungen stellen eine Herausforderung an die Industrie und den Handel dar. Der ZIV geht davon aus, dass die für das Gesamtjahr veröffentlichte Prognose bei den E-Bikes von rund 300.000 Stück in Deutschland erreicht wird. Für den europäischen Markt rechnet der ZIV mit einer Absatzmenge von rund 900.000 Stück. Bisher habe jedoch der steigende Absatz der E-Bikes nicht zu einem Wachstum des Gesamtfahrradmarktes geführt. „Offensichtlich entscheiden sich die Käufer statt für ein City- oder Trekkingfahrrad für ein E-Bike“, erklärte Neuberger.

Die Unternehmen des Fahrradeinzelhandels erzielten 2010 einen Umsatz von rund 3,2 Milliarden Euro. Nach einem Umsatzzuwachs von nominal sechs Prozent in 2009, musste der Handel 2010 einen nominalen Umsatzverlust von zwei Prozent hinnehmen. Die Umsätze verteilten sich mit etwa 53 Prozent auf Fahrräder und rund 47 Prozent auf Fahrradzubehör und Service.

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