Eurobike 2013: Der Siegeszug der Strombikes

Die Bundeskanzlerin outet sich als E-Bike-Fan

| Redakteur: Stephan Maderner

Ein riesiges Pedelec-Angebot setzte die Messebesucher unter Strom.
Ein riesiges Pedelec-Angebot setzte die Messebesucher unter Strom. (Foto: Stephan Maderner)

Die 22. Eurobike in Friedrichshafen zog 45.200 Fachbesucher aus 111 Ländern an. Auf dem großen Fahrradgipfel standen vor allem Pedelecs im Besucherfokus. Der Markt für Strombikes wächst.

Das Fahrrad ist in der großen Politik angekommen und hat jetzt eindeutig Vorfahrt. Der Besuch der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland auf der Eurobike in Friedrichshafen brachte die Zweirad-Mobilität ordentlich auf Touren: „Für die internationale Fahrradwelt und für die Fahrradmesse ist es ein starkes politisches Signal, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Friedrichshafen gekommen ist“, blickte Messechef Klaus Wellmann zum Abschluss der Eurobike noch einmal auf den großen Fahrradgipfel zurück.

„Die Präsenz der Regierungschefin wurde von allen Beteiligten mit großer Freude zur Kenntnis genommen“, stellte Eurobike-Bereichsleiter Stefan Reisinger fest. Entsprechend stark war insgesamt auch der Andrang auf der internationalen Fahrradmesse, die am Samstag nach vier Tagen zu Ende ging: Mit 45.200 Fachbesuchern aus 111 Ländern, (2012: 43.700) sowie 20.400 Fahrradfans am Publikumstag und 1. 883 Medienvertretern aus 45 Nationen erzielte das Fahrradereignis am Bodensee ein „sehr gutes Ergebnis“.

Insgesamt 1 280 Aussteller aus 54 Ländern präsentierten ein geballtes internationales Angebot in 14 Messehallen, begleitet von 300 Weltpremieren. Auch die Besucher strömten aus aller Welt nach Friedrichshafen, was zu einer Auslandsbeteiligung von 56 Prozent führte. Insgesamt wurden in diesem Jahr Besucher aus 111 Nationen registriert (2012: 97 Nationen).

Die Mobilität auf zwei Rädern zeigte sich in ihrer ganzen Vielfalt. Fachpublikum, Journalisten und die Endverbraucher am Samstag testeten die neuen Modelle mit und ohne E-Antrieb. Lastenräder sind jetzt schwer im Kommen. Falträder steigern die Mobilität, ihre Besitzer haben ihren fahrbereiten Untersatz immer dabei. Die politische Botschaft war nicht nur für die Bundeskanzlerin klar und eindeutig: Radfahren macht Laune und hat einfach Zukunft.

Der Fahrradmarkt

Rund 71 Millionen Fahrräder gibt es in der Bundesrepublik und jährlich werden ca. 4 Millionen Stück verkauft. Bedingt durch den lang anhaltenden Winter und das schlechte Wetter im Frühjahr dieses Jahres kam es zu einem eher „schleppenden“ Start in die Fahrradsaison 2013. Das schöne Sommerwetter in den letzten Wochen hat dazu geführt, dass dieser Rückstand weitestgehend wieder aufgeholt werden konnte.

Bis Ende Juni 2013 lag die Inlandanlieferung ca. 7 Prozent unter den Zahlen des Vorjahreszeitraums. Der Zweeirad-Industrie-Verband (ZIV) geht jedoch davon aus, dass die Umsätze mit Fahrrädern und E-Bikes nur um ca. 2 bis 3 prozent zurückgegangen sind, da der Trend zu höherwertigen Fahrrädern und E-Bikes weiter anhält.

Die deutsche Fahrradproduktion hat sich im ersten Halbjahr 2013 gut behauptet. Rund 1,65 Millionen Fahrräder wurden produziert, was einem Rückgang von ca. 2,4 Prozent entspricht. Fahrradqualität „Made in Germany“ ist aber weiterhin gefragt. Der Export stieg um 9,3 Prozent auf rund 790.000 Fahrräder und E-Bikes.

Dem gegenüber sind die Importe im 1. Halbjahr 2013 um rund 5 Prozent zurückgegangen, was einer Stückzahl von 1,8 Millionen entspricht.

Aufgrund der positiven Entwicklung in den letzten beiden Monaten geht der ZIV davon aus, dass die Vorjahreszahlen im Gesamtjahr 2013 noch erreicht werden können.

Im Bereich der E-Bikes rechnet der ZIV für das Gesamtjahr 2013 mit einem weiter steigenden Marktanteil. Schon jetzt sind mehr als 1,3 Millionen E-Bikes auf Deutschlands Straßen unterwegs. Mittelfristig kann der jährliche Anteil von E-Bikes am Gesamtmarkt bei 15 Prozent liegen.

Durch ein verändertes Nutzungsverhalten – besonders in der Alltagsmobilität – und neu hinzugekommene Anbieter, Modellgruppen sowie Weiterentwicklungen sieht der ZIV dies als durchaus realistisch an. Um diese Entwicklung weiter voranzutreiben, hat der ZIV einen 4-Punkte Plan für eine „E-Bike gerechte städtische Infrastruktur entwickelt“.

Für das Jahr 2013 geht der ZIV von einem Absatz von ca. 430.000 Stück aus. Dies würde einem Anstieg der Verkaufszahlen von 13 Prozent entsprechen.

Das gestiegene Qualitätsbewusstsein seitens der Verbraucher wird erneut durch das Wachstum im Komponenten und Zubehörbereich unterstrichen. Die stärkere Nutzung des Fahrrades im Alltag und der seit vielen Jahren hohe Anteil von Fachhandelsfahrrädern führen zu einer gestiegenen Nachfrage nach Komponenten und Zubehör sowie Werkstattleistungen des Fachhandels.

Mittlerweile werden knapp 60 Prozent der verkauften Stückzahlen und etwa 80 Prozent des Gesamtumsatzes über den Fachhandel generiert – Tendenz steigend.

„Trotz der witterungsbedingten Schwierigkeiten im ersten Halbjahr 2013 blicken wir positiv gestimmt in die verbleibenden Monate der aktuellen Saison“, so Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des ZIV.

Das sagen die Aussteller

Für Bernhard Lange, Geschäftsführender Gesellschafter der Paul Lange & Co. OHG (Shimano) war die Eurobike 2013 ein voller Erfolg. „Mit der Eröffnungsrede der Bundeskanzlerin ist das Thema ‚Fahrrad‘ nunmehr auf höchster politischer Ebene auf der Tagesordnung und hat damit einen Schub erhalten. Damit war die Messe national wie international ein Riesenerfolg. Zudem haben wir eine sehr positive Stimmung registriert, die uns optimistisch stimmt. Einmal mehr hat die Eurobike eindrucksvoll unterstrichen, dass sie völlig zu Recht als weltweite Leitmesse der Fahrradbranche gilt.“

Jay Herring, Global Business Leader Gore Bike Wear: „Auf der Eurobike 2013 hatten wir die großartige Möglichkeit, unser komplettes Outfit-System einem globalen Publikum zu präsentieren.“

Luca Violetto, Marketing Wilier Triestina: „Für uns ist die Eurobike das wichtigste Event des Jahres, weil es der Bezugspunkt für unsere europäischen Händler ist.“

Konrad Irlbacher, Geschäftsführer Corratec: „Die Eurobike verlief gut. Alle Deutschen sollten stolz sein, dass die weltgrößte und beste Fahrradmesse in Deutschland stattfindet.“

Eurobike-Termin 2014

Der Termin für die Eurobike 2014 steht fest: Die internationale Fahrradmesse findet von Mittwoch, 27. bis Samstag, 30. August 2014 statt. Demo Day ist am Dienstag, 26. August, Publikumstag am Samstag, 30. August 2014.

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