Suchen

Eurobike 2017 – Pedelecs und mehr

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Nicht elektrisch, aber praktisch

Ganz ohne elektrische Unterstützung müssen zwei etwas gewöhnungsbedürftige Fahrradkonzepte aus Deutschland auskommen. Zum einen präsentiert Möve Bikes den Cyfly-Antrieb mit ovalem Kettenblatt und exzentrisch montierten Tretkurbeln. Das sieht nicht nur kurios aus, sondern fährt sich zunächst auch so. Doch soll der aufwendig gearbeitete Antrieb mehr Drehmoment ins Spiel bringen und vor allem bergauf für Erleichterung sorgen. Das erste Modell mit dieser Technik, das Franklin, ist ein jedenfalls schickes und edles Sport- und Tourenrad, bei dem man sich recht schnell an das eigenwillige Tretgefühl gewöhnt. Preis: ab 4.000 Euro.

Eine andere Kuriosität ist das derzeit kompakteste Faltrad namens Kwiggle. Gefaltet könnte das nur 8 Kilogramm leichte Rad sogar als Handgepäck in Flugzeugen mitgenommen werden. Die Sitzposition ist sehr aufrecht, der Lenker nah am Körper und der Sattel beweglich. Dieser schwingt während der Fahrt im Rhythmus der Bewegung des Fahrers nach links und rechts. Zunächst fühlt man sich dabei unsicher, doch schon nach wenigen Minuten gewinnt man Vertrauen in die clevere Konstruktion und lernt schnell, Spaß mit dem Mini-Bike zu haben. Anfang 2018 will die in Hannover beheimatete Firma das Twiggle offiziell in den Markt bringen.

Trike statt Bike

Kuriose Neuheiten gibt es auch bei den Cargo-Bikes. Die schwäbische Firma XCYC zeigt ein gewaltiges Trike namens Pickup, das über der zweirädrigen Hinterachse eine große Ladefläche bietet. Mit bis zu 250 Kilogramm lässt sich das Dreirad beladen. Damit man auch gut vorankommt, wird der Fahrer von einem Bosch-Mittelmotor unterstützt. Die französische Firma Easy Design Technology setzt mit dem Kiffy ebenfalls auf ein Dreirad, bei dem sich die breite Achse allerdings vorne befindet und dank Neigungstechnik zudem für hohe fahrdynamische Qualitäten sorgt. Das Trike lässt sich auseinanderbauen und eignet sich damit sogar für die Mitnahme in Zügen. Der Vorderbau ist sogar als Sackkarre einsetzbar. Vergleichsweise konventionell wirkt das neue Tern GSD. Das kompakte Longtail-Lastenrad mit 20-Zoll-Rädern bietet serienmäßig riesige Taschen und auf Euro-Boxen zugeschnittene Halterungen vorne und hinten. Alternativ lassen sich auf dem XXL-Gepäckträger des auf gut 150 Kilogramm Last ausgelegten E-Bikes zwei Kindersitze befestigen. Damit man trotz des hohen Gewichts flott und weit kommt, gibt es einen Boschantrieb, optional mit 1.000-Wh-Batterie. Mit rund 4.000 Euro gehört das GSD zu den höherpreisigen Vertretern seiner Zunft.

Holz als Wohlfühlwerkstoff

Zwischen all den zahllosen Pedelecs, Mountain-Bikes und Lastenrädern findet auf der Eurobike auch so manches Kleinod. Ein kleiner Trend: der Wohlfühlwerkstoff Holz. So zeigt die Firma Velospring auf der Eurobike gefederte, polierte und geölte Fahrradgriffe aus Nussbaum, während die italienische Firma Selle Esse einen mit Gravuren verzierten, handgemachten Rennradsattel aus Holz präsentiert. Die in Sevilla beheimatete Firma TBK Bikes fertigt sogar komplette Fahrräder aus dem Naturmaterial. Auf der Eurobike 2017 haben die Spanier natürlich auch eine Variante mit Elektroantrieb dabei.

(ID:44867911)