Bikeee!!! Lift off der Zweirad-Eurofighter

Grenzüberschreitender Innovationstransfer

| Redakteur: Stephan Maderner

Vor dem Schuleingang in Frankfurt: Gruppenbild der Bike Experts Europe. Mit dabei auch Marcus Büttner (hinten li.), Geschäftsführer des BIV und die Vertreter der kooptierten Nationen Niederlande und Polen.
Vor dem Schuleingang in Frankfurt: Gruppenbild der Bike Experts Europe. Mit dabei auch Marcus Büttner (hinten li.), Geschäftsführer des BIV und die Vertreter der kooptierten Nationen Niederlande und Polen. (Bild: Stephan Maderner)

Auf zwei Workshops Anfang Dezember 2017 in Brünn und Mitte Januar 2018 in Frankfurt am Main gaben die Verantwortlichen der Bike Experts Europe im Rahmen des Erasmus+-Programmes der Europäischen Union namens Bikeee!!! Gas.

Jetzt einchecken – der Flieger Richtung voneinander lernendes und aufblühendes Zweiradmechanikerhandwerk in Europa hebt ab. Auf zwei Workshops der Bike Experts Europe in Brünn (Ende November/Anfang Dezember 2017) und Frankfurt am Main (am 18. und 19. Januar 2018) wurden die Düsen für den weiteren konstruktiven Austausch über ein modernes europäisches Berufsbild bei Motorrad- und Fahrradmechanikern neu kalibriert und gezündet. Im Kern der Initiative geht es dabei nicht um eine Vereinheitlichung oder gar Gleichmacherei in Sachen Aus- und Weiterbildung im europäischen Zweiradmechaniker-Handwerk sondern um einen Vergleich der Bildungssysteme und -ergebnisse. Ziel: Voneinander lernen und Verbesserungspotenzial erörtern. Diese Vorgehensweise unterstreicht die Individualität der unterschiedlichen Staaten, bekräftigt aber gleichzeitig das gemeinsame Ziel einheitlicher Qualifikation (EQR).

Durch das Aufzeigen von Best-Practice-Beispielen soll der grenzüberschreitende Innovationstransfer der Zweiradprofis gefördert werden. Dafür macht die Europäische Union gerne Geld locker. Gut so, denn flüssige Mittel fallen in solchen Vorhaben, die hauptsächlich im Ehrenamt geleistet werden, auch immer auf fruchtbaren Boden.

Ideeller und operativer Träger dieser Berufsolympiade ist die Initiative Bikeee!!! So etwas wie die Vereinigten Zweiradmechaniker von Europa. Sie basiert auf dem europäischen Handwerks-Förderprogramm Erasmus+. Seit dem 1. September 2017 unterstützt Brüssel hier mit finanziellen Mitteln in den nächsten zwei Jahren speziell das europäische Zweiradhandwerk in Tschechien, Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Die Teilnehmerländer können die Brüsseler Fördergelder dann für Reisekosten, Startgelder für die Teilnehmer, zur Durchführung der Europacup-Wettbewerbe oder Werbezwecke einsetzen. Nach dem erfolgreich absolvierten Jubiläums-Europacup in Frankfurt am Main findet der nächste Wettbewerb im Januar 2019 in Wien (Österreich) statt.

10. Europacup der Zweiradberufe: Bodenständiger Nachwuchs hebt ab

10. Europacup der Zweiradberufe: Bodenständiger Nachwuchs hebt ab

23.01.18 - Der Europameister der Zweiradmechaniker 2018 Fachrichtung Motorrad heißt Simon Vallant und kommt aus der Schweiz. Die Nummer eins bei den Fahrradschraubern ist Paul Meißner aus Deutschland. Bericht vom Jubiläumswettbewerb aus Frankfurt am Main. lesen

Nach dem Ende des auf zwei Jahre angelegten EU-Förderprojektes im Herbst 2019 könnte der übernächste Europacup der Zweiradmechaniker dann 2020 im polnischen Posen und 2021 in den Niederlanden (2021) über die Bühne gehen – so die aktuellen Planungen der Bike Experts Europe.

Tschechien macht das Tempo

Um das Projekt noch bekannter zu machen, soll in Kürze eine eigene Bikeee!!!-Facebook-Seite online gehen. Social Media ist ein eminent wichtiger Baustein der Initiative, spricht sie doch vor allem den Nachwuchs an, der sich verstärkt in den digitalen Kanälen tummelt. Federführend in der operativen Organisation und Federführung des Bikeee!!!-Projektes ist die Integrovaná střední škola automobilní Brno (Tschechien) mit Pavla Ryšavá und Schulleiter Milan Chylík.

Bei Bikeee!!! (Kürzel für Bike Experts Europe mit drei Ausrufezeichen!!!) beteiligt sind die offiziellen Europacup-Vertreter aus Deutschland (Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main/Zweiradmechaniker Landesinnung Hessen), der Schweiz (2rad Schweiz Aarau), Österreichs (Berufsschule für Kfz-Technik Wien) und Tschechiens (Integrovaná střední škola automobilní Brno). Dem erweiterten Kreis gehören außerdem die Handwerksvertreter aus den Niederlanden (Innovam, Koning Willem I College aus s'Hertogenbosch) und Polens (Zespół Szkół Budowlanych) an.

Medienpartner und Förderer

Medienpartner des Projektes ist »bike und business«, das Fachmagazin für Handel und Service. Mit von der Partie ist auch die Hamburger Großhandelsfirma Matthies und Larsson, unter deren Dach Matthies seine ausländischen Märkte steuert (Polen, aber auch UK, Italien sowie Spanien). Der „offizielle Förderer des europäischen Zweirad-Handwerks“ unterstützt die Bike Experts Europe mit seinen Netzwerken sowie seinem technischen und betriebswirtschaftlichen Know-how.

Die Zweirad-Eurofighter

Fazit: Der Vergleich der Bildungssysteme und -inhalte könnte in Zukunft das Berufsbild für Motorrad- und Fahrradmechaniker in Europa modernisieren und vor allem technisch eher unterdurchschnittlich entwickelte Länder auf eine höhere Stufe stellen. Doch auch die immer als Ausbildungsvorbilder fungierenden Länder wie die Schweiz, Deutschland oder die Niederlande profitieren vom Ideenaustausch und den wachsenden Netzwerken. Da würde es zweifelsohne nicht schaden, wenn am Ende des Prozesses feste Inhalte über Mindestanforderungen der Abschlussprüfungen in der Erstausbildung und bei Meister- bzw. Betriebsleiterprüfungen stünden. Im Fokus steht aber auch die strukturierte Weiterbildung. Denn eines ist sicher: Wegen der Komplexität und den Herausforderungen neuer Technologien (Stichworte sind automatisiertes Fahren oder Hochvolttechnik) steht bei allen Zweiradprofis – gleich ob Fahrrad oder Motorrad – lebenslanges Lernen ganz oben auf der Prioritätenliste aller Unternehmen der Branche. Gut, dass es hier die Zweirad-Eurofighter gibt. Sie landen das nächste Mal vom 24. bis 26. Mai in der Zweirad-Kantonalschule Goldau in der Zentralschweiz.

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