Frau am Steuer

Autor / Redakteur: Vivian Wetschera / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 34/2017/II), Folge 531: Die heutige Folge steht ganz im Zeichen der Frauenpower. Da die Bewerbungsfrist für die Auszeichnung »Bike Woman of the year 2017« noch läuft und die Redaktion gespannt auf weitere tolle Bewerbungen wartet....

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Business Media)

...wollen wir noch einen weiteren Aufruf starten: drei, zwei, eins, bewerben! Denn: Bereits zum dritten Mal verleihen 2017 »bike und business« und „Fembike.de“ den Titel „Bike Woman of the year“. Der Countdown für Bewerberinnen wurde noch einmal verlängert. Der ultimative Einsendeschluss ist nun der 8. September. Alle Details zur Bewerbung gibt es hier, bei Bike Woman of the year. Aber auch alle anderen – die Herren der Schöpfung – möchten wir daran erinnern, dass wir zudem den Motorradhändler des Jahres suchen. Nutzen Sie den verlängerten Bewerbungszeitraum und beglücken Sie unseren Chef nach der Rückkehr aus seinem wohlverdienten Urlaub mit kreativen Bewerbungsmappen! Wir freuen uns darauf.

Nun aber zurück zu unseren Powerfrauen. Der Chefsessel ist derzeit von mir, seiner Praktikantin, besetzt und ich nutze die Gelegenheit, etwas Führungsluft zu schnuppern. In die Fußstapfen der Ikone Stephan Maderner zu treten, ist nicht ganz so leicht. Die Erwartungen an mich selbst sind groß. Schließlich will man beim Chefredakteur persönlich, sowie natürlich den Lesern, einen guten Eindruck hinterlassen. Mit so viel Benzin im Blut kann man gar nicht anders, als auch beim Thema motorisierte Zweiräder Herzklopfen zu bekommen. Wenn man dann noch die beeindruckenden Berichte der letztjährigen Kandidatinnen zur Bike Woman of the year liest, packt einen das Bike-Fieber. Um unsere Leserinnen anzuspornen, sich ebenfalls zu bewerben, bieten wir hier noch einmal Kurzporträts der bisherigen Kandidatinnen und machen euch Mut: Das könnt ihr auch!

Angefangen von unserer Siegerin Juliane Leckert, deren Herzenswunsch es ist, noch mehr Menschen fürs Zweirad zu begeistern, gerade die Frauen, bis hin zur Start-Up-Preisträgerin Sophie Wilborn, deren Leben derart eng mit der Zweirad-Branche verwoben ist, dass man ihre Freude und Passion für das Geschäft nur teilen kann. Die Zweitplatzierte Maren Schmuck, Zweiradmechaniker-Meisterin, die ihre Jungs und Männer in der Werkstatt zu Höchstleistungen antreibt. Die studierte Marketingfachfrau Sabine Holbrook, die am Rennfahren derart großen Gefallen gefunden hat, dass sie ihr eigenes Rennteam gründete. Ursula Arenz von Ullatours, die den Kunden auf ihren professionell geführten Motorradtouren zeigt, was Leadership bedeutet. Astrid Herberg, die als geborene Fahrlehrerin unzählige Menschen durch den Motorradführerschein begleitet und dabei Wert auf stress- und angstfreie Schulung legt. Birgit Heine, das Multitalent, das den Motorradshop Gärtner schmeißt. Tina Meier, die selbsternannte „Dranbleib-Expertin“, die mit viel Feuer und Leidenschaft nach Abenteuern lechzt. Christina Rubin, die sich in Berlin um den Racing-Stammtisch kümmert und davon träumt, professionell in einem Rennteam als Mechanikerin zu arbeiten und Allrounderin Larissa Ritzel, die schon seit 20 Jahren in der Branche tätig ist und es schließlich zu einer der ersten auditierten Verkäuferinnen bei Honda mit ZDK-Zertifikat schaffte.

Warum sind die Frauen in der Branche trotz dieser Vorbilder und Powerfrauen dünn gesät? Nun ja. Ich kann nur für mich selbst sprechen. Als ich in das führerscheinfähige Alter kam, war der Führerschein Klasse B mit 17 Jahren gerade recht neu. Ich hatte damals also nichts anderes im Kopf, als statt mit zwei gleich mit vier Rädern unterwegs zu sein. Und war das Auto oder eine Begleitperson im ersten Jahr nicht greifbar, stieg ich auf den Roller um. Tanken ging weitaus schneller als beim Auto und Parken in der Stadt war auch kein Problem. Und dennoch hat die Freude an den zwei Rädern nicht ausgereicht, um mehr zu wollen. Schließlich war man im Auto nicht der Willkür des Wettergottes ausgesetzt.

Dennoch hat mir meine bisherige Praktikumszeit verdeutlicht, dass ein Motorrad mehr ist als ein „schnellerer Roller“ und zum Motorradfahren mehr dazu gehört, als schnell und ohne Parkprobleme von A nach B zu kommen. Als ich mein erstes Interview für die Printausgabe der »bike und business« in Angriff nehmen durfte, bereute ich bereits die Tatsache, dass ich nicht auf ein Zweirad als Transportmittel zurückgreifen konnte: Mit dem Auto war parken in der Würzburger Innenstadt ein Alptraum und die öffentlichen Verkehrsmittel verlangten von mir, mich bereits 90 Minuten vor dem Termin auf den Weg zu machen. Stephan kommentierte das nur süffisant: „Siehst du? Mit einem Motorrad wäre das kein Problem!“ – Wo er Recht hat, hat er Recht.

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