Gefahren: Honda CB 1100

Autor / Redakteur: Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner / Martina Eicher

Der Motorradmarkt erlebt mit der neuen Honda CB 1100 die Wiedergeburt eines Kultbikes – meinen gleich drei »bike und business«-Testfahrer unabhängig voneinander.

Firmen zum Thema

Die CB 1100 trägt den Mythos der Siebziger ins Jahr 2013.
Die CB 1100 trägt den Mythos der Siebziger ins Jahr 2013.
(Foto: S. Maderner)

Als ich in der Redaktion mit der Meldung rüberkam, dass wir demnächst die neue Honda CB 1100 in unserem Testpool haben würden, schlug mir spontan Begeisterung entgegen. Jeder wollte dieses außergewöhnliche Motorrad natürlich sofort selbst unter die Lupe nehmen und Probefahren. Bei meinem ersten physischen Aufeinandertreffen präsentiert sich die CB1100 selbstbewusst und voller Stolz. Ein Motorrad für unsere moderne Zeiten, die den Geist der klassischen Motorradära verkörpert und aufleben lässt. Der Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor von Honda liefert eine sensationelle Balance von Leistung, Funktionalität und zeitlosem Design. Ein Traum auf zwei Rädern, der eine Symbiose aus klassischer Form und der Technik der Neuzeit eingeht. Die Optik opulent, das Fahrwerk sowas von perfekt, dass einem beim Praxistest die Spucke wegbleibt. Der Motor ist sanft und kraftvoll zugleich. Lediglich die klapprige Befestigung der Armaturen bietet Anlass zur Kritik. Kein Wunder, dass Honda Deutschland meldet: „Sold out“. Alle 600 für den deutschen Markt georderten Fahrzeuge sind bereits vergeben.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Und was sagen die Kollegen, zum Beispiel Eventmanager Thomas Emmerich?

„Die CB 1100 ist eine Maschine, die zu meinem Jahrgang passt, denn als ich Jugendlicher war, fuhr der Freund meiner Schwester eine CB 750 Four, die mich schon damals faszinierte mit Ihrem sonoren Sound. Damals wurde bei mir der Motorradvirus infiziert! Die Optik ist hinreißend (oder hinreisend, würde auch passen!): Die Sitzposition schön aufrecht und entspannt, prima Knieschluss, alle Schalter und Hebel und das Getriebe sehr leichtgängig: click click. Der Sound betörend - nicht ganz so rau wie damals die 750er, aber präsent und ein bisschen aggressiv. Sie fährt ganz weich an, ist sehr elastisch und geht auf Wunsch ab wie die Feuerwehr! Das Handling ist dabei kinderleicht, die Bremsen gut dosierbar, das Fahrwerk knackig und verbindlich - ein Traum! Es gibt spürbare Vibrationen an den Lenkerenden und die in Gummi gelagerten Instrumente vibrieren auch nicht schlecht. Und sie riecht ein wenig nach Metall und Öl. Vielleicht werde ich trotzdem nochmal schwach...

»bike und business«-Redakteur Markus Lauer schwärmt von der „Lady in red“: „Als ich die Honda CB 1100 zum ersten Mal sah, musste ich an eine prägende Begegnung mit dem Zweirad denken: Es war 1974, ich war acht Jahre alt und der Vater meines Freundes Oliver fuhr eine Honda CB 750 Four. Nachdem ich etliche Male um das Bike geschlichen bin, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte ihn, ob ich mal mitfahren darf. „Na klar“, war die Antwort, „steig auf.“ Nachdem ich in im T-Shirt, kurzen Hosen und ohne Helm Platz genommen hatte, brach die Hölle los. Der Herr gab Vollgas und fuhr wie ein Irrer durch unser Wohngebiet. Ich klammerte mich mit voller Kraft und in Panik an ihn und dachte, ich muss sterben.

Aber zurück in die Gegenwart: Die CB 1100 führt die CB-Tradition artgerecht weiter und trägt den Mythos der Siebziger ins Jahr 2013. Allerdings mit einer Technik, die pure Fahrfreude aufkommen lässt. Ich habe die CB auf der Autobahn und Landstraße gefahren. Das Revier der Honda sind kurvige Landstraßen. Die Sitzposition ist aufrecht und bequem und ermöglicht auch längere Touren.

Ihr souveränes Fahrwerk, die tollen Bremsen und der agile Motor machen einfach nur Spaß. Das Fahrwerk ruckt und zuckt nicht und lässt Schräglagen bis zur letzten Rille zu. Der Motor hängt super am Gas und hat ausreichend Power, das die Bremsen souverän zähmen können. Sein Sound, naja, könnte etwas heißerer sein. Nach einer ausgiebigen Tour sitze ich auf den Treppenstufen, betrachte die im Hof stehende CB und lausche dem Knistern des luftgekühlten und schönen CB-Motors, das er beim Abkühlen von sich gibt. Der Geruch nach verbranntem Metall in der Garage ist einfach wunderbar.“

(ID:39716950)

Über den Autor