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Gefahren: Honda Varadero

Redakteur: Konrad Wenz

Die japanische Reise-Enduro Varadero 1000 lässt fast keine Wünsche offen.

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Konrad Wenz: „Bei hohen Geschindigkeiten schwächelt die Varadeor – ansonsten bietet der große Japaner jede Menge Fahrspaß.“
Konrad Wenz: „Bei hohen Geschindigkeiten schwächelt die Varadeor – ansonsten bietet der große Japaner jede Menge Fahrspaß.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Nur das Bessere ist des Guten Tod – diese Binsenweisheit mag der Grund dafür sein, dass Honda an der mittlerweile in die Jahre gekommenen Varadero im Vergleich zum Vorjahresmodell so gut wie nichts verändert hat. Es gab einfach nichts Gravierendes zu verbessern. Nach wie vor gilt jedoch: Die große Reise-Enduro des japanischen Herstellers ist für das bequeme Reisen deutlich besser geeignet als für die Holperstrecke im Gelände.

Das Motorrad kommt nicht nur auf hohen Beinen, sondern auch ganz schön wuchtig daher. Erst recht, wenn das in Motorradfarbe lackierte Travelpaket installiert ist, das der Varadero-Fahrer für 1.100 Euro kaufen kann. Bei rund 270 kg Gewicht (ohne Fahrer und Gepäck) sollte man auf die Geländestrecke eher verzichten. Enge Kurven und Rangieren bringen den Fahrer schon auf der normalen Straße an seine Grenzen. Das gilt besonders für die Biker, die nicht mit besonders langen Beinen gesegnet sind, denn eine Sitzhöhe von über 830 Millimetern muss erst einmal überwunden werden.

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Unser diesjähriger Varadero-Testride führte uns in die Alpen. Dabei war schon die Anfahrt nach Igls – der Ferienort liegt am Fuße des Patscherkofel bei Innsbruck auf rund 900 Metern Höhe – ein Hochgenuss. Denn die Varadero ist für das komfortable „Strecke machen“ genauso geeignet wie für das Wedeln durch kurvenreiches Gebiet – wenn die Kurven nicht zu eng sind. Egal, auf welcher Straße man sich gerade befindet: An Sitzkomfort fehlt es nie – weder vorne noch hinten. Allerdings sollte es der Fahrer beim Strecke machen mit der Geschwindigkeit nicht übertreiben. Das Motorrad wird bei höheren Geschwindigkeiten nämlich ziemlich unruhig.

Der Ferienort war nicht nur der Ausgangspunkt für Touren zu den nahe gelegenen Ausflugszielen wie dem Lanser See oder dem botanischen Garten der Uni Innsbruck. Auf dem Programm standen auch rund 700 Alpenkilometer: rund ums Karwendelgebirge, hinauf zu den Kitzbüheler Alpen und zur Timmelsjoch-Hochalpenstraße.

Gute Kraftentfaltung

Nach einer 170 Kilometer langen Tour ums Naturschutzgebiet Karwendel führte die zweite Strecke nach Osten zum Gerlospass. Schließlich standen der Brenner, der Jaufenpass und das Timmelsjoch auf dem Routenplan. Von der alten Brennerstraße kommend ging es über Sterzing nach Westen zum Jaufenpass, der die Biker zu einer der schönsten Panoramastraßen führt: zur Timmelsjoch-Hochalpenstraße, die sich immerhin auf 2.509 Meter emporschwingt.

Souverän meisterte die Varadero die Alpenpässe. Der V2-Motor mit 996 cm3 Hubraum und 69 kW/94 PS stellt seine Leistung bereits bei 7.500 Umdrehungen zur Verfügung, das maximale Drehmoment von 98 Nm wird schon bei 6.000 Umdrehungen erreicht. Das digitale PGM-FI-Kraftstoffeinspritzsystem lässt den Motor in jeder Situation direkt ansprechen und optimiert gleichzeitig seine Verbrauchswerte. Die seidenweiche Leistungsabgabe gelangt über ein gut abgestuftes Sechsgang-Getriebe ans Hinterrad. Bei diesem Leistungsangebot stellen Alpenpassstraßen kein wirkliches Problem dar. Allerdings verlangt die Maschine in engen Kehren nach einer festen Hand; besonders, wenn durch Gepäck, Sozia und Fahrer das zulässige Gesamtgewicht von rund 470 Kilo nahezu erreicht wird.

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