Gefahren: Kawasaki Z 900 RS

Auf Zeitreise

| Autor / Redakteur: Norbert Meiszies/SP-X / Stephan Maderner

Ein gut erhaltenes Exemplar der historischen Z1 kostet bis zu 20.000 Euro, die neue Z 900 RS gibt es schon für 11.695 Euro.
Ein gut erhaltenes Exemplar der historischen Z1 kostet bis zu 20.000 Euro, die neue Z 900 RS gibt es schon für 11.695 Euro. (Bild: Kawasaki)

Mit der Z 900 RS präsentiert Kawasaki einen Neo-Klassiker, der sich mit der Z1 von 1972 ein legendäres Vorbild genommen hat. Gelingt die Transformation in die Neuzeit?

Die Kawasaki 900 Z1 wird heute als erstes sogenanntes Big Bike angesehen. Sie galt bei ihrer Vorstellung im Jahr 1972 mit ihrem bis zu 82 PS leistenden Reihen-Vierzylindermotor als technischer Meilenstein. Bis heute prägt die Z-Baureihe bei Kawasaki den Stil der Marke. Wer eine originale Z1 erwerben will, muss tief in die Tasche greifen, über 20.000 Euro erzielen gut erhaltene Exemplare auf dem Liebhaber-Markt. Aber es geht dank Retro-Welle auch günstiger: Kawasaki hat die Z1 wiederbelebt in Form des Neo-Klassikers Z 900 RS.

Mit viel Liebe zum Detail haben die Designer die typischen Merkmale der Z1 in die Gegenwart transformiert. Herzstück ist der Tropfentank. Um ihn der schlanken Form des Vorbilds anzugleichen, aber gleichzeitig ein Volumen für 17 Liter Sprit anbieten zu können, wurde der Gitterrohrrahmen im Bereich der beiden Rahmenoberrohre neu gestaltet. Erst danach wurden Sitzlänge, Soziusplatz und Heckverkleidung ausgemessen und auf die Proportionen des Retro-Bikes abgestimmt. Streng genommen wurde die neue Z900RS um den Tank herum konstruiert – und immer wieder Bezug auf die Z1 genommen.

So wellt sich die Heckverkleidung im identischen Winkel nach oben wie beim damaligen Superbike. Die Anzeigen in den beiden analogen Rundinstrumenten besitzen den gleichen Abstand wie anno 1972. Das gilt genauso für die Tachonadel. Selbst dort, wo moderne Technik zum Einsatz kommt, wird der Eindruck erweckt, auf einer Zeitreise zu sein. So sind die in sechs Kammern installierten LED-Leuchten des Rundscheinwerfers so angeordnet, dass sie den Eindruck eines analogen Lichts erwecken. Den gleichen Effekt erzielt das ovale LED-Rücklicht.

Die Z 900 RS besitzt trotz der zahlreichen klassischen Merkmale dennoch alle Features, die man von einem modernen Motorrad erwarten darf. Der flüssigkeitsgekühlte Reihen-Vierzylinder ist der 2017er-Z 900 entnommen, leicht modifiziert für eine optimale Leistungsentfaltung vor allem im unteren und mittleren Drehzahlbereich. Mit 111 PS stellt der Vierventiler zwar weniger Leistung zu Verfügung als die Standard-Z mit 125 PS, überzeugt aber durch eine gleichmäßige, stets beherrschbare Leistungsentfaltung. Lediglich die Lastwechselreaktionen bei schnellen Gaswechseln mindern etwas den ausgewogenen Gesamteindruck.

Vor allem beim Fahrwerk zeigt sich der technische Fortschritt von mehr als 50 Jahren. Wer damals die Höchstgeschwindigkeit von circa 220 km/h bei der Z1 erreichen wollte, durfte kein Angsthase sein. Der Stahlrohrrahmen der neuen RS besitzt dagegen ausreichend Steifigkeit für ein problemloses Fahrverhalten auch bei hohen Geschwindigkeiten. Die Upside-Down-Gabel mit 4,1 Zentimeter Gleitrohr-Durchmesser verfügt über ausreichende Einstellmöglichkeiten für Federbasis sowie Druck- und Zugstufendämpfung zur Anpassung an die individuellen Bedürfnisse und unterstützt so ein spielerisches Fahrverhalten. Die 215 Kilo fallen selbst bei schnellen Wechselkurven kaum ins Gewicht.

Im Gegensatz zu den Duo-Federbeinen der Z1 besitzt die Z 900 RS ein angelenktes Zentralfederbein. Das spart Gewicht und bietet auch auf unebenen Untergründen einen hohen Fahrkomfort. Unter dem Aspekt Gewichtsersparnis verwendet die RS zudem filigrane Aluguss-Felgen statt Speichenräder sowie eine 4-in-1-Edelstahl-Auspuffanlage mit kurzem Megaphon-Schalldämpfer statt der klassischen 4-in-4-Anlage.

Bei den Bremsen bietet Kawasaki State-of-the-Art: Die radial montierten Vierkolben-Festsattelzangen vorn greifen in zwei schwimmend gelagerte 30-cm-Bremsscheiben, während hinten eine Einkolben-Anlage für effektive Bremsmanöver sorgt. ABS und eine abschaltbare Traktionskontrolle mit zwei Einstellungen für sportliche Fahrweise sowie nasse Fahrbahn komplettieren den Sicherheitsaspekt.

Neben der neuen Z 900 RS bieten die Japaner auch die Variante „Cafe” an. Sie besitzt eine Frontschale im Cafe-Racer-Look und einen tiefer angeordneten Lenker, der die ansonsten angenehm aufrechte Sitzposition bei der RS etwas weiter nach vorne verlagert. Als Farbe kommt das typische Lime Green von Kawasaki zum Einsatz. Für den Cafe-Racer verlangt Kawasaki 12.195 Euro, die von der Z1 inspirierte Z 900 RS gibt es dagegen schon ab 11.695 Euro.

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