Gefahren: Moto-Guzzi V7

Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Moto Guzzi V7, das ist die Formel für Biker mit Vintage-Style.

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Der Autor am Steuer des Moto Guzzi V7 Racers.
Der Autor am Steuer des Moto Guzzi V7 Racers.
(Fotos: Moto Guzzi)

„Totgesagte leben länger“ – getreu diesem Motto feiert die uritalienische Motorradmarke Moto Guzzi, die dieses Jahr 91 Jahre alt wird, wieder mal ihre Auferstehung. 42 Millionen Euro will der Mutterkonzern Piaggio in neue Produktionsanlagen und Modelle investieren. Das ist eine stolze Summe für eine Marke, die heute nur noch etwa 5.000 Einheiten jährlich vermarktet. 1971 erzielte Moto Guzzi mit rund 46.000 Einheiten sein bisher bestes Absatzergebnis. Der alteingesessene Produktionsstandort in Mandello del Lario am Comer See soll aufgepeppt werden. Die Abrissbagger haben bereits ihre Arbeit aufgenommen und einen Teil der Werkshallen dem Erdboden gleichgemacht. Behördliche Auflagen wegen möglicher Altlasten auf dem Gelände bremsen momentan den Wiederaufbau-Schwung.

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Baggern am Erfolg

Doch das Management ist guter Dinge, dass bald an der Zukunft der Marke weitergebaut werden kann. Zur Strategie gehört auch, dass am Piaggio-Stammsitz in Pontedera ein riesiges, 60.000 Quadratmeter großes Lager- und Verteilzentrum für die komplette Piaggio-Familie entsteht, von der auch das Aftermarketgeschäft von Moto Guzzi profitieren soll.

Moto Guzzi hat zuletzt die Qualität nach oben geschraubt. So ziehen seit einiger Zeit spezialisierte Testbiker Stichproben aus der Fahrzeugproduktion und drehen ihre Runden. Kein Fahrzeug verlässt das Werk, ohne vorher einen umfangreichen Belastungstest auf dem Prüfstand bestanden zu haben. Gegenwärtig laufen täglich im Schnitt 60 Zweiräder vom Band. Insgesamt leben etwa 130 leidenschaftliche Mitarbeiter den Mythos Moto Guzzi.

Hoffnung auf bessere Zeiten macht auf jeden Fall die neue V7-Familie von Moto Guzzi: 1967 wurde mit der Geburt des V7-Motors der Grundstein für eine bis heute andauernde Legende gelegt. 2008 wieder neu als V7 Classic aufgelegt, taucht sie in der 2012er-Version perfekt inszeniert, mit neuem Motor, moderner Ausstattung und überarbeitetem Design wieder auf dem Markt auf. Zur Verfügung stehen die Modelle Stone, Special und Racer.

Charme-Offensive

Mit ihrem klassischen Stil und ihrem Charme haben die V7-Modelle einen starken Auftritt. Maschinen, die Emotionen wecken und gestandene Motorradfahrer träumen lassen. Erinnerungen an die sechziger und siebziger Jahre werden wach – die Zeit, in der das Motorrad als Symbol für Freiheit stand. Unangetastet blieben traditionelle Details wie der Doppelschleifenrahmen, der Kardanantrieb und das 90°-V2-Konzept. Die typischen Design- und Stilelemente der letzten V7-Generation - ihre Schnittstellen zu den historischen Modellen – blieben optisch unberührt. Hinter den Kulissen wurde aber gewerkelt und verbessert, dass Moto Guzzi 2012 von einer neuen V7-Generation spricht.

Insbesondere beim Triebwerk hat sich viel getan: der Motor ist mit 50 PS leistungsstärker, kraftvoller, schneller und mit einem Verbrauch von unter fünf Litern sparsamer (Euro 3-Norm). Diesem Aggregat hauchten die Ingenieure der Mutter Piaggio neues Leben ein. Die Aprilia-Entwickler aus Noale packten siebzig Prozent neue Komponenten in den Motor. Versorgt wird das 744-cm³-Aggregat von nur noch einer Drosselklappe. Zwei Lambda-Sonden kümmern sich darum, dass das Gemisch korrekt dosiert wird und die Explosion zivilisiert abläuft.

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