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Gefahren: Moto Morini Corsaro ZZ

Anderthalb adrenalingefüllte Stunden im Sattel einer italienischen Diva, der Moto Morini 1200 Corsaro ZZ. Genug Stoff für einen vibrierenden Erfahrungsbericht. Tenor: ZZ Top.

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»bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner hat sich mal auf die Moto Morini Corsao ZZ drauifgesetzt.
»bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner hat sich mal auf die Moto Morini Corsao ZZ drauifgesetzt.
(Bild: Stephan Maderner)

An einem heißen Freitag Mittag Ende Juni steuere ich von Friedrichsdorf kommend auf meiner Kawasaki-Testmaschine Z 900 RS (nach einem kleinen Abstecher auf dem Feldberg/Taunus) die Bahnstraße 18a in Kelkheim/Main an. Dort treffe ich am Rande der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens Andrea Gentilizza. Der sehr gut deutsch sprechende Italiener kümmert sich seit kurzem um den technischen Support der Händler- und VIP-Kunden der Nischenmarke Moto Morini, die hierzulande wieder Fuß fassen und ein kleines Partnernetz aufbauen möchte. Vertriebsseitig kümmert sich Klaus-Peter Schäfer von V-Optima um die neue Morini-Schäfchen.

Moto Morini Corsaro ZZ
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Der Italiener drückt mir die Schlüssel einer Corsaro ZZ in die Hand. Wow! Was für ein zeitloser Look! Was für ein Flaggschiff, 212 Kilogramm Kampfgewicht vollgetankt (192 Kilo Leergewicht plus 20-Liter-Tank)! Der 140-PS-starke V2-Motor mit 1.187 cm³ Hubraum erfüllt die Euro-4-Norm und steckt wahrlich in einem edlen Kleid. Die Gabelstangen sind optional mit DLC beschichtet, ein diamantähnlicher Kohlenstoff.

Fast alle Komponenten des in der neuen Manufaktur in Trivolzio (gelegen zwischen Pavia und Mailand) mit viel Liebe zum Detail hergestellten Bikes kommen aus Italien. Edles Finish. Viel Carbon. An der Seele des Motorrads habe sich nichts verändert: unbezwingbar, wütend, furchtlos, ruft mir Gentilizza hinterher. Nur das Ansprechverhalten und die Leistungsentfaltung des Bikes fallen geschmeidiger aus, gibt mir der Moto-Morini-Techniker verheißungsvoll mit auf den Weg.

Heißer Ofen stellt Fahrer kalt

Nach den ersten Gaszügen wird schnell klar, fürs Citycruisen ist das Moped tatsächlich nicht gemacht. Ist halt wirklich ein „heißer Ofen“. Der Motor muss einfach auf Temperatur sein, sonst kann die Maschine an der Ampel schon mal ausgehen und stellt den Fahrer kalt. Also raus aus der Stadt und ab auf der Bundesstraße 8 Richtung Bad Camberg und Limburg. Fliegen und Fliegen lassen ist angesagt. Der Zard-Doppelauspuff schmettert herrliche Töne an das Bikerohr, noch dazu gesetzeskonform wie es offiziell heißt (wie schaffen die das nur?).

Das vordere Fahrwerk ist mit Mupo-Gabelbeinen ausgestattet, die aus einem massiven Block mit einstellbarer Druckstufe, Zugstufendämpfung und Vorspannung gefertigt sind. Der lange Federweg (135 mm) ermöglicht Hochgeschwindigkeitsstabilität mit Komfort und sorgt für eine stressfreie Fahrt.

Die Anti-Hoppung-Kupplung hilft in allen Beschleunigungslagen, vor allem bei aggressiven Bremssituationen. Ab rund 4.8000 Umdrehungen geht das Bike ab wie eine Rakete. Vorläufiges Fazit: In der knapp anderthalbstündigen 120-Kilometer-Testrunde rund um den Feldberg jagten etliche Millionen Einheiten an feinstem Adrenalin durch meine Adern.

Homo ex machina

Das Motorrad ist hervorragend verarbeitet und spricht den sportlichen Fahrer an, der italienisches Design liebt. Wenn jetzt noch begeisterte Händler gewonnen, ein gutes Servicenetz und eine durchdachte Ersatzteillogistik aufgebaut wird, könnten die Weichen für den Erfolg gestellt werden.

Weitere Infos werden nachgereicht: Am 3. August darf ich die Manufaktur in Trivolzio persönlich in Augenschein nehmen und Riccardo Bertaggia, den Export- und Verkaufsmanager persönlich kennenlernen. Und vor allem ausgiebig die ni-gel-na-gel-neue Moto Morini Corsaro ZT und ein Vorserienmodell der neuen Milano fahren, diesmal auf italienischen Landstraßen rund um Trivolzio. Das Motto für den „Homo ex machina“ heißt dann hoffentlich: ZT Top statt ZZ Top

(ID:45418305)

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