Gefahren: Peugeot Belville 125 LCi

Kompakter Roller für die Großstadt

| Autor / Redakteur: Ulf Böhringer/SP-X / Stephan Maderner

Der Belville ist ein kompakter Roller für die Großstadt.
Der Belville ist ein kompakter Roller für die Großstadt. (Bild: Peugeot)

Mit der neuen Belville stößt Peugeot nun in die immer wichtigere Klasse der Großradroller vor. Der Franzose überzeugt mit Komfort, praktischer Ausstattung und tollen Bremsen.

Die Verwunderung war groß, als Ducati im Herbst 2011 die Modellbezeichnung seines neuen Superbikes bekanntgab: Unter Panigale konnte sich kaum jemand etwas vorstellen. Dabei handelt es sich um den Namen des Bologneser Stadtteiles, in dem der Hersteller seinen Sitz hat. Peugeot macht es bei seinem jüngsten Rollermodell Belville ähnlich – bei ihm ist ein Pariser Stadtteil Namensgeber, freilich ohne dass es einen direkten Bezug zum französischen Auto- und Zweiradhersteller gäbe; er hat seinen Sitz ja im Osten des Landes. Dafür klingt der Name der Zweiradneuheit auf Anhieb freundlich-positiv. Diesen Eindruck bestätigt der neue, knapp 3.000 Euro kostende Scooter dann auch bei der ersten Ausfahrt auf den teils ziemlich holprigen Kopfsteinpflasterpisten der französischen Hauptstadt.

Großer Entwicklungsaufwand

Zwar hat Peugeot bereits vor einigen Jahren eine Großradroller-Familie namens Tweet auf die Räder gestellt, doch die hat es auf keinem der wichtigen europäischen Märkte ganz nach vorne geschafft. Das soll mit dem Belville anders werden, und deshalb hat die Löwenmarke auch viel Entwicklungsaufwand getrieben: Scheibenbremsen vorne und hinten gehören dazu, ein ABS ist Standard. Auch ein zwei Helme fassenden Topcase mit 37 Litern Fassungsvermögen wird bei der Ausstattungslinie Allure serienmäßig geliefert, und zwar immerhin mit einem Einschlüsselsystem (für ein Keyless-System mochten sich die Franzosen nicht entscheiden).

Kompakte Konzeption

Auch der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder-Viertaktmotor passt gut in die Konzeption eines kompakten Großradrollers: Die zwei Ventile pro Zylinder genügen für eine Maximalleistung von 8 kW/11 PS, womit der Belville 125 auf 95 km/h beschleunigt werden kann – mehr als genug für den städtischen Verkehr. Dabei läuft das Triebwerk angenehm dezent und stört nicht durch nervige Vibrationen. Eine geringfügig leistungsstärkere 200 cm³-Version mit luftgekühltem Motor ist für 150 Euro Mehrpreis übrigens auch im Angebot, wendet sich aber primär an den italienischen Markt.

Auf schlechten Straßen daheim

Großradroller spielen ihre Vorzüge gegenüber anderen Scooter-Typen mit kleineren Rädern vor allem auf schlechten Straßen aus, wie sie in vielen Städten Südeuropas wie auch Frankreichs oft zu finden sind; ihre Fahrstabilität ist dank des größeren Raddurchmessers höher. Das ist auch beim Belville der Fall: Er lässt sich auch auf Kopfsteinpflasterpassagen nicht so schnell aus der Ruhe bringen, federt und dämpft dabei angenehm.

Dank seines relativ niedrigen Gewichts von 134 Kilogramm wie auch der angenehmen Sitzhöhe von 79 Zentimetern ist dieser Großstadt-Scooter leicht zu manövrieren und auch beim Abstellen problemlos zu handhaben. Stolz sind die Franzosen insbesondere auf die sehr guten Bremsen ihres neuen Modells: Mit einem Bremsweg von nur 9,7 Metern aus 50 km/h stellt er laut Hersteller einen Bestwert in dieser Klasse auf.

Vollständige Ausstattung

Die Ausstattung ist weitgehend vollständig: Im abschließbaren Handschuhfach findet sich ein USB-Anschluss, im vom Lenker aus entriegelbaren Stauraum unterm Sitz ist ein zusätzlicher Killschalter untergebracht, der Dieben das Handwerk erschweren soll. Sehr praktisch ist der Haken zur Fixierung einer Tasche hinter dem Lenkkopf und auch der ebene Fahrzeugboden spielt in der Praxis seine Vorteile aus: Man kann auch mal ein Paket zwischen den Füßen einklemmen und auf diese Weise sicher transportieren. Nicht ganz überzeugen konnte beim Fahrtest das etwas zu dunkle Display im Cockpit; seine Helligkeit ist nicht einstellbar.

Beim Belville gibt es neben den drei Farben Grau, Schwarz und Weiß auch zwei Ausstattungslinien. Der Preis ist mit exakt 2.949 Euro identisch. Allure heißt die praktischere Version mit serienmäßigem Topcase, RS nennt sich eine optisch sportlichere Linie. Beiden gemeinsam sind schicke LED-Lämpchen vorne und am Heck sowie eine Warnblinkanlage. Krallen zeigt der freundlich-positiv wirkende Peugeot-Scooter nur, wenn sein Fahrer bremst: Dann leuchtet hinten das Bremslicht in „3-Krallen-Optik“ auf, wie der Hersteller das Lampendesign bezeichnet. Angesichts des kurzen Bremsweges ist ein auffälliges Bremslicht auf jeden Fall eine gute Idee. (Ulf Böhringer/SP-X)

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