Suchen

Gefahren: Triumph Street Triple

Autor / Redakteur: Benedikt Seubert / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

675 cm³ Hubraum made in England – ein Asphaltflitzer mit hohem Suchtpotenzial.

Firmen zum Thema

( Archiv: Vogel Business Media )

Ich stehe vor dem Bike und staune. Was hat sich Triumph wohl beim Entwurf der Street Triple gedacht? Aufgrund der hohen Suchtgefahr nach dem Ausprobieren hat die Motorradgemeinde Glück, dass der 675er-Fighter nicht verboten ist! Aber fangen wir von vorne an:

Als ich das Teil erstmals sehe, fällt mir sofort die Verwandtschaft zum großen Bruder Speed Triple ins Auge. Die kecken Doppelscheinwerfer und die hochgezogene Auspuffanlage signalisieren mir sofort, in welche Ecke ich das Bike einordnen muss. Gleichzeitig unterscheidet es sich dadurch erheblich vom breiten japanischen Einheitsbrei.

Durchzug wie eine Rakete

Technisch stammt das Naked Bike aber von der Daytona ab. Der bekannte Dreizylinder mit 675 cm³ wurde auf 106 PS reduziert. Dafür wurde das Durchzugsverhalten durch einen günstigeren Drehmomentverlauf verbessert. Mit meiner Gashand lege ich 2.000 Touren an, und ab hier geht das Ding ab wie eine Rakete. Der Schaltaufwand verringert sich und der Fahrspaß steigt exponentiell an!

Bildergalerie

Beim Aufsitzen spüre ich regelrecht, wie sich die Street Triple niedrig und kompakt über den Asphalt duckt. Fahrer und Bike verschmelzen zu einer Einheit. Mit 167 Kilogramm (trocken) pilotiere ich ein absolutes Leichtgewicht in seiner Klasse. Das macht sich auch im Fahrbetrieb bemerkbar. So wieselflink und leichtgängig lässt sich mit kaum einem anderen Motorrad die Kurvenhatz in Angriff nehmen. Je enger die Landstraße wird, desto mehr ist die Triple in ihrem Element – und nimmt mich dabei fast spielerisch mit in ihre kraftvolle Welt. Der ideal abgestimmte Motor trägt beim Aufdrehen dazu bei, dass die Beschleunigung so dosiert auf mich einwirkt, dass mein Körper fast schon automatisch Glückshormone ausschüttet.

Um die Optik noch zu verfeinern, sollte man beim Kauf nicht auf die Instrumentenabdeckung verzichten. Sie fügt sich gut ins Gesamtbild ein und schützt den Fahrer zumindest etwas vor dem Wind. Die Instrumente bieten nahezu alles, was das Fahrerherz begehrt, und sind sehr gut ablesbar. Sogar die Gänge werden angezeigt. Nur leider gibt es kein Tankuhr.

Klangwelten

Beim Klang der Auspuffanlage hat Triumph ganze Arbeit geleistet. Schon im Stand fauchen die drei Zylinder angriffslustig. Irgendwie schmutzig, aber charakterstark. Dazu mischt sich das röchelnde Ansauggeräusch der Airbox. Um das Maximum an Leistung herauszuholen, bietet sich die GP-Style-Evo-2-Slip-On-Anlage von Leo Vince an. Das aggressive Grollen sorgt dann für den letzten Rest an Gänsehaut. Zusätzlich verpasst man der Street Triple dadurch eine Fastenkur und geht mit einigen Pfund weniger auf Tempojagd.

Fazit: Ein Naked Bike, das nahe an die Perfektion herankommt. Für mich jedenfalls das Beste, was ich in dieser Klasse bekommen kann. Bei einem Preis von 7.990 Euro sowieso. Well done, Triumph!

(ID:313436)