Gefahren: Yamaha MT-09

Mehr Spaß pro Euro

| Autor / Redakteur: Ulf Böhringer/SP-X / Alisa Götz

Yamaha reagiert auf die Kritik an der Motorabstimmung des Erfolgsmodells MT-09 und spendiert dem enorm gefragten Bike gleich noch eine Traktionskontrolle dazu.
Yamaha reagiert auf die Kritik an der Motorabstimmung des Erfolgsmodells MT-09 und spendiert dem enorm gefragten Bike gleich noch eine Traktionskontrolle dazu. (Foto: Yamaha)

Yamaha reagiert auf die Kritik an der Motorabstimmung des Erfolgsmodells MT-09 und spendiert dem enorm gefragten Bike gleich noch eine Traktionskontrolle dazu.

Nicht nur in der deutschen Zulassungsstatistik spielt die Yamaha MT-09 seit zwei Jahren eine Spitzenrolle: Überall in Europa hat sich das potente Dreizylinder-Mittelklassebike eine prächtige Position erobert. Doch insbesondere seitdem das von der MT-09 abgeleitete Schwestermodell Tracer auf dem Markt ist, schmollen viele Fans dieses weitgehend überzeugenden Nakedbikes: Sie klagen nicht nur über eine harsche Motorabstimmung, sondern auch darüber, dass Yamaha Änderungen daran nicht für nötig hält. Das Klagen hat jetzt ein Ende: Der momentan erfolgreichste japanische Hersteller modifiziert ab sofort den Antrieb. Den weiteren Erfolg dieses Modells dürfte das beflügeln.

Startet man den Triple, besteht weiterhin die Wahl zwischen den drei Motormappings Standard, A und B. Während der weichgespülte B-Modus (mit Leistungsreduzierung) schon bisher zufriedenstellend arbeitete, trifft das neuerdings auch für die beiden anderen Programme zu. Standard ist bei sehr sauberer Gasannahme ein geglückter Kompromiss zwischen „schön am Gas“ und „spontan“. Nervosität ist dieser Einstellung fremd, verzögertes Ansprechen auf Gasbefehle ebenfalls. Wer eine Art Kurzhub-Gasgriff bevorzugt, kann jetzt guten Gewissens auf A schalten: Zwar hängt das Aggregat dann echt gierig am Gas, aber man verliert selbst auf sehr kurvenreichen Strecken mit ständigen Lastwechseln nicht mehr nach ein paar Minuten die Nerven. Das Fahren im A-Modus kann sogar im Kurvengewürm im Hinterland von Benidorm ein Vergnügen sein. Insgesamt freudvoller ist dennoch der Standard-Modus.

Grobmotorikern wird es entgegenkommen, dass ab sofort eine in zwei Stufen regelbare sowie abschaltbare Traktionskontrolle geliefert wird. Dank dieses Elektronik-Features werden kritische Situationen (viel Gas bei wenig Grip) entschärft. Physikalische Grenzen gelten freilich immer noch. Gänzlich unmöglich sind kleine Rutscher infolge Gripverlustes aber trotz der Elektronik nicht, wie die schnelle Runde im Hinterland von Benidorm gezeigt hat. Der drehmomentstarke Dreizylindermotor der MT-09 entwickelt einfach Bärenkräfte, wenn man ordentlich am Quirl dreht.

Das Paket aus dem feinen Motorradmotor, dem sehr handlichen Fahrwerk und der sehr aktiven, weil deutlich vorderradorientierten Sitzposition ist dank der kleinen Änderungen nochmals attraktiver geworden. Nur wenige Motorräder lassen sich ähnlich unkompliziert schnell über kurvenreiches Geläuf treiben wie die nackte Mittelklasse-Yamaha. Muss man einmal weit in die Kurve hineinbremsen, schmälert dieses Manöver den Fahrspaß nicht: Neutral hält die MT-09 den Strich, ist aber dennoch jederzeit korrigierbar. Das ABS regelt dezent und in angemessen hohen Frequenzen. Die geringfügige Aufstellneigung beim Bremsen in Schräglage ist unproblematisch.

Nachdem Yamaha dem deutschen MT-09-Käufer schon Ende vergangenen Jahres eine Preiserhöhung zugemutet hat, verzichtet man trotz der Änderungen und der verbesserten Ausstattung vernünftigerweise jetzt auf eine erneute Preisanpassung. Mit 8.395 Euro darf die MT-09 auch weiterhin als preisgünstig bezeichnet werden; mehr Fahrspaß pro Euro als bei diesem Motorrad ist zumindest im Segment der unverkleideten Mittelklassebikes nirgendwo zu kriegen.

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