Gefahren: Yamaha MT-09 - Aus einer anderen Galaxie?

Japanisch perfekt und doch anders

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Angenehm sparsam untwerwegs

Überraschend dabei der Benzinkonsum der kraftvollen Japanerin: 4,9 Liter im flotten Testmodus sind ein Wort. Um die vier Liter dürften im Alltag jederzeit drin sein – Respekt. Da ist es auch kein Nachteil, dass das Spritreservoir lediglich bescheidene 14 Liter fasst. Die Reichweite entspricht der der Wettbewerber, wie die eigens zur Europapräsentation nach Split angereisten Entwicklungsingenieure von Yamaha betonten. Dafür hat der kleinere Tank Vorteile: Er trägt zum geringen Gesamtgewichts des Bikes bei, reduziert die weiter oben liegenden Massen und erlaubt durch seine schlankere Form einen engeren Knieschluss des Fahrers. Das Ergebnis: Die MT-09 ist leichtfüßig und handlich, und das ohne die typischen Rezepturen für solche ein solches Fahrbverhalten wie einem kurzen Radstand und einem steilen Lenkkopfwinkel – im Gegenteil.

1.440 mm Abstand zwischen den Radnaben und 25 Grad Gabelneigung sprechen eher eine „gemütliche“ Sprache. Dass die Maschine eben trotzdem sportlich und dabei zugleich alltagtauglich ist, spricht für das durchdachte Leicht- und Schmalbaukonzept. Zu dem trägt übrigens auch der keineswegs billige Rahmen aus zwei gegossenen Aluminiumhälften bei, der an Lenkkopf und Schwinge verschraubt ist. Das bekannte Metall kommt zudem bei der zweiteiligen asymmetrischen Druckgussschwinge zum Einsatz, deren Teile mittels Aluminiumprofilen miteinander verschweißt sind. Eine schmal bauende, weil außen liegende Führung der Schwinge erlaubt im Bereich der Fußrasten eine schlanke Taille.

Ohne ABS geht (im deutschen Markt) kaum etwas

Das Fahrwerk bildet hinten zudem ein über Hebel angelenktes und waagrecht liegendes Zentralfederbein – Zugstufe und Federung sind einstellbar. Leichtbau auch am andere Ende: eine vergleichsweise „kleine“, bei dem Fahrzeuggewicht adäquate 41-mm-Upside-Down-Gabel (Zugstufe einstellbar) sowie ebenfalls in Alu ausgeführte Gabelbrücken (unten geschmiedet). Zusammen mit dem eigens für die MT-09 von Bridgestone entwickelten 120-er Vorder- und 180-er-Hinterreifen bietet das Chassis ein gutmütiges Handling, das selbst „böse“ kroatische Hinterlandstraßen mit wechselnden Asphaltoberflächen – gerne auch mal auf einer längeren Distanz sehr grob abgefräst – und dem einen oder andern Schlagloch nicht aus der Ruhe bringt. Für Deutschland selbverständlich: Das optionale ABS (500 Euro Aufpreis), das zusammen mit den vorderen 298-mm-Bremsscheiben und von 4-Kolben-Sätteln beaufschlagten Bremssätteln (mit Sinterbelägen) für schnelle aber auch sichere Stops sorgt.

Damit aber genug der Lobpreisung, wobei die Erwähnung der weniger perfekten Dinge überaus kurz ausfällt. In japanisch-typischem Gehorsam fiel die Ausführung des Schalldämpfers sehr gesetzeskonform aus. Mit anderen Worten: Vom Motor ist außer mechanischen Geräuschen kaum etwas zu hören – kein typisch schmutziger Dreizylinderauspuffsound à la Triumph. Dafür ist die MT-09 auch dank dieser Eigenschaft ein im Alltag überaus angenehmes und durchaus langstreckentaugliches Motorrad – und für alles andere gibt’s ja schließlich Zubehör. Nach dem Motto „Das beste kommt zum Schluss“ folgt hiermit die Angabe des Preises von Yamahas dunkeln Traum auf zwei Rädern: 7.490 Euro – möge die Verkaufsmacht mit ihr sein!

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