Gesucht: Der Probefahrt-Quotient

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (Kalenderwoche 37/2015/II). Ein aktuelles Stimmungsbarometer aus Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV – ein Radar, das Branchentrends von morgen auf dem Schirm hat.

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Foto: Ducati/Collage: Elisabeth Haselmann)

Würzburg, den 11. September 2015 – Kürzlich erreichte mich eine Mail mit dem Betreff „Frage an den Fachmann zum Thema Probefahrten“: „Hallo Stephan: vielleicht kannst du als Motorradhandels-Fachmann mir hier weiterhelfen. Folgende Fragen bewegen mich zur Zeit. Erstens: Aus der Perspektive des Käufers. Wie viele Probefahrten (mit unterschiedlichen Mopeds) macht ein Motorradkäufer, bevor er seine Wahl trifft? Zweitens: Aus der Perspektive des Fahrzeugs. Nach wie vielen Probefahrten auf ein und demselben Moped/Modell resultiert im Durchschnitt ein Verkauf? In der Automobilbranche liegt diese Kennziffer bei 10:1. Das heißt: alle 10 durchgeführten Probefahrten münden im Schnitt in einen Neuwagenverkauf.“ Die Redaktion von »bike und business« interessieren nun die Praxiserfahrungen der Motorradhändler aller Marken mit dem Thema Probefahrten und mit welchem Effizienzfaktor sie zu erfolgreichen Neufahrzeugabschlüssen führen. Schicken Sie mir Ihre Meinung bzw. ihre konkreten Zahlen.

Wäre klasse, wenn wir gemeinsam Transparenz – in der statistisch so unzureichend durchleuchteten Branche wie der unseren – schaffen und ein paar gesicherten Daten zum Probefahrtverhalten ans Tageslicht befördern. Laut der Studie „Motorradfahren in Deutschland 2015“ von der Stuttgarter Motorpresse sagen 73 Prozent der Befragten, dass es ihnen „sehr wichtig“ ist, vor dem Kauf eine Probefahrt machen zu können, 18 Prozent „wichtig“, 6 Prozent „weniger wichtig“ und 3 Prozent „kaum/gar nicht wichtig“. Fazit der Studie: „Die Möglichkeit, sich mit einer Maschine auf einer Testfahrt vertraut zu machen, ist fast allen Motorradfahrern wichtig. Tatsächlich hat aber nur knapp jeder zweite (43 Prozent) vor dem letzten Kauf auch eine oder mehrere Proberunden gedreht.“ Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Die meisten Biker testen vor dem Kauf selten mehr als zwei bis drei verschiedene Modelle. Insofern würde ich vermuten, dass die Kennziffer bei 3:1 oder maximal 4:1 liegen dürfte. Wie gesagt – das sind meine Erfahrungswerte und was ich von Bekannten höre. Gesichertes Material hierzu gibt es leider nicht, aber das könnte sich dank Ihrer Mitarbeit ja bald ändern.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache: Wegen des brummenden Geschäfts in der Branche geben wir Last-minute-Bewerbern für unseren Award Motorradhändler des Jahres noch einen kleinen Aufschub und verlängern die Abgabefrist für die Einsendungen auf den 14. September. So kann man das kommende Wochenende noch nutzen, um die Bewerbungsmappe auf den Postweg zu bringen oder per Mail zu versenden. Was sonst noch auf der Branchenagenda stand, zum Beispiel, dass auf der IAA in Frankfurt die Ducati Monster 1200 R und das Honda-Projekt 2&4 Weltpremiere feiert, lesen Sie weiter unten. Sie wissen, wie es geht. In Frankfurt stellen außerdem weitere bekannte Namen aus der Zweiradszene aus: TomTom ist da, Kumpan Electric oder MSA mit dem Quadro4. Nix wie hin nach Mainhattan!

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