Suchen

Haben Sie gute Vorsätze für 2019?

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 3/I), Folge 656: Kaum zurück aus den Weihnachts- und Neujahrsferien hat sich das Nachrichtenkarussell der Branche...

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Communications Group)

...gnadenlos weitergedreht und die neue Saison steht vor der Tür. Es gilt jetzt einiges aufzuarbeiten, was zwischen den Jahren an Meldungen aufgelaufen ist. Ein erstes Bild der Sachlage liefert unser erster Newsletter im neuen Jahr. Das KBA meldet unter dem Strich eine sehr erfreuliche Jahresbilanz der Saison 2018. Wir alle sind gespannt, was die nächste Neuzulassungsrunde bringen wird. Eine erste Einschätzung lieferte ja unsere Best-Brands-Händlerzufriedenheitsabfrage 2018; die begehrte Lieferantenliste mit den Schulnoten der Händler kann gegen eine Schutzgebühr von 198 Euro bei Oliver Kuhn bestellt werden. Demnach geben sich die teilnehmenden Betriebe der Motorradmarktanalyse in punkto aktueller wirtschaftlicher Perspektiven die Schulnote 2,4 – der beste Wert in der zwölfjährigen Geschichte der Studie! Und auch gesamtwirtschaftlich fürs Zweiradgewerbe betrachtet geben die Händler die Note 2,8, ebenfalls ein absoluter Topwert. Mehr Optimismus war nie. Na ja, man wird sehen, wohin die Reise führt.

Schuberth-Personalie

Für den Helmhersteller Schuberth aus Magdeburg jedenfalls geht die Reise erst einmal ohne ihren CEO Jan-Christian Becker weiter. Auf Anfrage von »bike und business« hieß es, dass es zum Weggang des Chefs keine offizielle Meldung gebe. Nur soviel: die Struktur bei Schuberth werde sich verändern. Und die Stelle soll mit einem neuen Chief Financial Officer in rund drei bis vier Wochen neu besetzt werden. Auch dazu werde es nichts Offizielles geben. Offensive Unternehmenskommunikation geht anders. Schauen wir doch mal ins Impressum der Company im Internet. Hier und auch im Handelsregister fungieren seit 3. Dezember 2018 Philip Julian Graul (Düsseldorf) und Dr. Karen Bayramyan (Warstein) als Geschäftsführer. Wir bleiben auf Sendung.

Taiwanesischen Tee trinken

In der letzten Woche stattete ich mit meiner Kollegin Verena Mader der Sanyang Deutschland GmbH in Mörfelden einen Besuch ab. Geschäftsführer Chien-Ling Chen und Peter Hölpert (Technik, PR und Marketing) skizzierten uns ihre Strategie für 2019. Der taiwanesische Chef hat uns dazu seinen Lieblingstee kredenzt, made in Taiwan natürlich! Zur Neuausrichtung des Roller- und Kleinkraftradimporteurs gehört neben viel Tee trinken auch auf jeden Fall, dass die KSR Group, die Anfang 2017 den Sym-Vertrieb in Bayern unter ihre Fittiche genommen hatte, wieder raus ist aus dem Spiel. Sym Deutschland will sich allein um das Händlernetz kümmern, das zudem von 300 auf 400 Partner wachsen soll; mit neuem Schwung auch in puncto Modellpalette. Mehr dazu in Kürze.

Internationaler Schraubernachwuchs

Am vergangenen Freitag durfte ich in Wien am spannenden 11. Europacup der Zweiradberufe in Wien teilnehmen. 22 Nachwuchssmechaniker aus sechs Nationen ermittelten die Europameister der Fahrrad- und Motorradtechnik. Die Schweizer räumten je eine goldene und silberne (im Fahrradbereich) und eine bronzene Medaille im Motorradbereich ab. Motorradsieger wurde ein Niederländer vor einem Tschechen. Die beiden deutschen Motorradschrauber schafften nicht ganz den Sprung auf's Treppchen. Immerhin erkämpfte sich Tobias Rohr aus Gottmadingen den dritten Platz im Fahrradbereich und rettete die deutsche Medaillenehre. Die ganze Reportage und eine opulente Bildergalerie des Events finden Sie im Newsletter. Die Ergebnisse von Wien lehren: Die anderen Nationen haben hinsichtlich einer qualifizierten Berufsausbildung mächtig aufgeholt. Wir dürfen uns auf unseren Lorbeeren der weltweit hochgelobten dualen Ausbildung nicht ausruhen – im Gegenteil.

Prosit Neujahr

Mit den besten Wünschen für ein gutes neues Jahr 2019 meldeten sich bei mir zahlreiche Branchenplayer am Telefon, auf den sozialen Netzwerken oder per E-Mail. Diese erwidere ich gerne und sehr herzlich. Mit welchen guten Vorsätzen gehen Sie ins Neue Jahr? Mehr Gelassenheit im operativen Business? Öfter mal die Mitarbeiter loben und ehrliches Feedback geben? Mehr Fröhlichkeit an den Tag legen? Weniger negativer Stress, gesünder leben? Mehr Motorradfahren? Schreiben Sie mir! Als Journalist möchte ich: auch in diesem Jahr mindestens genau so wie bisher auf Ihre Wünsche eingehen, im zunehmend angespannten Verhältnis zwischen Händler und Hersteller vermitteln, noch nachhaltiger für die Branchencommunity eintreten und fundierte und wissenswerte Artikel über aktuelle Branchenthemen publizieren.

Das Ersatzteildilemma

Aktueller Fall: Gestern nachmittag ließ eine Husqvarna-Händlerin am Telefon ihrem Ärger freien Lauf. Adressiert war der Frust an KTM. Es geht um das aus ihrer Sicht unsägliche Ärgernis der Belieferung mit Ersatzteilen für Husqvarna-Modelle aus der Zeit, als die Marke noch zu BMW (von 2007 bis 2013)gehörte. KTM hatte sich nach der Übernahme im Jahr 2013 verpflichtet, zehn Jahre lang Ersatzteile zu liefern. Das Procedere: Bestellt wird über Zupin, die dann in Mattighofen bei KTM die Teile für den Partner ordern. Als Lizenznehmer der früheren Markenrechte ist Zupin der exklusive Ansprechpartner bezüglich der Ersatzteile und Service. Nur will das bei den Ex-BMW-Husky-Modellen aus Sicht der empörten Unternehmerin nicht so recht klappen. So warte man teilweise monatelang vergeblich auf Ersatzteile, etwa auf einen Luftfilter für eine der bei Jugendlichen beliebten 125er Huskys. Wegen der speziellen Beschaffenheit des Luftfilterkastens muss das Ersatzteil für den beliebten Minarelli-Motor, der auch in der 125er Husqvarna verbaut ist, aus Papier sein. Dieses Teil gibt es auch im Aftermarket nicht. „Wir werden immer wieder hingehalten und vertröstet, die Teile kommen einfach nicht zu uns, wir sind ganz verzweifelt und stehen vor unseren Kunden ziemlich blöd da.“ Ein guter Vorsatz für den Hersteller könnte 2019 doch sein: Einfach liefern oder vielleicht lieber Tacheles reden. Vielleicht sind die Teile gar nicht mehr auf Lager und können nicht mehr nachgebaut werden, weil zu teuer? Wahrheit statt Hinhaltetaktik – wäre am Ende bestimmt ehrlicher gegenüber dem Kunden.

(ID:45687089)

Über den Autor