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Harley-Davidson: Der Doc sagt Servus und Baba

Völlig überraschend verlässt Christian Arnezeder, Managing Director der Harley-Davidson Motor Company Central Europe, Ende Februar den europäischen Kommandoposten der Kultmarke aus den USA.

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Dr. Christian Arnezeder verlässt zum 1. März 2020 Harley-Davidson.
Dr. Christian Arnezeder verlässt zum 1. März 2020 Harley-Davidson.
(Bild: Harley-Davidson)

Die Meldung der österreichischen Kollegen von „1000PS“ am Dienstag Abend schlug ein wie eine Bombe: Dr. Christian Arnezeder, der Zentraleuropachef von Harley-Davidson, verlässt die amerikanische Kultmarke! Die Entscheidung kam völlig überraschend, erst im September 2019 hatte Arnezeder die Führungsverantwortung für den zentraleuropäischen Markt für Harley-Davidson übernommen. Nachdem er 2018 zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Managing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz auch die Geschäftsführung in den Beneluxstaaten übernommen hatte, folgte im September 2019 die Ausweitung seiner Verantwortlichkeit auf die skandinavischen Länder Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden.

Der gebürtige Salzburger und zweifache Familienvater Christian Arnezeder trägt die Titel Diplom-Wirtschaftstechniker, Diplom-Ingenieur und Doktor der Technischen Wissenschaften – die meisten bei Harley-Davidson nannten ihn ob seiner zahlreichen akademischen Ehren einfach nur „Doc“. Seit 2006 ist er Obmann des österreichischen Motorradindustrieverbands Arge2Rad. Über 20 Jahre war er an Bord von Harley-Davidson. Von 1994 bis 1999 stand er in Diensten von KTM.

Inzwischen hat auch der Verband der Harley-Davidson-Vertragshändler seine Mitglieder informiert. Das Schreiben liegt »bike und business« vor. Demnach übernimmt ab 1. März der Country Manager Benelux and Nordic, Martin Mulder, kommissarisch die Ämter von Arnezeder. Intern werde bereits nach einem Nachfolger gesucht, heißt es in Konzernkreisen.

Andy Benka, Vice President Developed Markets bei der Harley-Davidson Motor Company, dankte Christian Arnezeder in einem Schreiben an Mitarbeiter und Händler der Region Central Europe für seinen enormen Beitrag in den letzten zwei Jahrzehnten.

Dank Arnezeder sei es der US-Marke in den vergangenen Jahren gleich dreimal gelungen, in Deutschland die 10.000er-Marke zu knacken: So zählte das Kraftfahrt-Bundesamt im vergangenen Jahr 10.174 Neuzulassungen mit Harley-Logo am Tank. In Deutschland verdreifachte sich der Marktanteil von Harley-Davidson binnen der beiden Jahrzehnte. Betrachtet man lediglich das für die US-Bikes relevante Big-Bike-Segment der Motorräder mit mehr als 600 Kubikzentimetern Hubraum, beträgt er derzeit fast elf Prozent – und in den anderen europäischen Ländern verzeichnete die Marke ähnliche Erfolge.

Damit nicht genug des Lobs: Arnezeder habe erfolgreich an der Gesamtausrichtung und den strategischen Initiativen des Unternehmens mitgearbeitet. „Er kontrollierte und modifizierte Verfahren sowie Systeme in ,seinen' Ländern und hatte – ganz nebenbei – immer ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter, die Händler und die Kunden.“

Matthias Meier, Vorstand des Harley-Davidson-Händlerverbands Central Europe, kommentiert: „Christian hat ‚unsere’ Marke mitgeprägt. Er war gute zwei Jahrzehnte lang der führende Kopf in Deutschland und Österreich und später sogar in ganz Zentraleuropa. Wir werden ihn vermissen!“

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