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Harley-Davidson: E-Motor und Verbrenner im Fokus

Vertriebserwartungen der Hersteller und Importeure in Zeiten von Corona: Frank Schimossek, Harley-Davidson-Country Manager Deutschland und Österreich, Neu-Isenburg.

Frank Schimossek, Harley-Davidson Country Manager Deutschland und Österreich.
Frank Schimossek, Harley-Davidson Country Manager Deutschland und Österreich.
(Bild: Harley-Davidson )

Redaktion: Welche neuen Modelle stehen spätestens seit Anfang März zum Verkaufsstart bereit?

Frank Schimossek: Neu und seit Anfang März verfügbar sind die LiveWire, das erste elektrisch angetriebene Motorrad eines Großserienherstellers, die Low Rider S, eine im dunklen Performance-Look gehaltene Softail, die Road Glide Limited, ein luxuriöser Tourer, und das Trike CVO Tri Glide.

In Kürze erhältlich sein werden außerdem die neuen Typen Softail Standard, ein attraktives Einstiegsmodell in die Welt der Big Twins, CVO Road Glide, die unverkennbaren Harley-Style mit luxuriöser Tourenausstattung verbindet, und Fat Boy 30th Anniversary, eine Hommage an den runden Geburtstag der Mutter aller Cruiser. Letztere ist auf 2.500 Einheiten limitiert, die bereits jetzt zum großen Teil vergriffen sind.

Mit welchen Vertriebserwartungen gehen Sie in die Saison 2020 (in Einheiten/Veränderungen zum Vorjahr)?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie schrieb in einer Pressemeldung vom 16. März: „Das Coronavirus setzt der deutschen Wirtschaft zu. Wie stark und wie lange ist gegenwärtig noch nicht belastbar abzuschätzen, weil noch keine aussagekräftigen konjunkturellen Daten verfügbar sind.“ Auch wir können daher zu aktuellen Vertriebserwartungen noch keine konkrete Aussage machen, doch wir sind zuversichtlich, denn wir führen unsere Modelloffensive fort und werden spannende Zweiräder präsentieren – sowohl mit E-Motor als auch mit Verbrenner. Dazu gehören die Pan America und die Bronx, mit denen wir in die Segmente Reiseenduro und Streetfighter eintreten. Auch unser Zubehör- und Bekleidungsprogramm ist so umfangreich wie nie zuvor.

Wie viele Händler zählen gegenwärtig zu Ihrem Partnernetz? Wo gibt es noch Open Points?

In Deutschland arbeiten wir derzeit mit 68 Vertragshändlern zusammen, zu denen zwei reine Fashionboutiquen zählen. In Österreich werden unsere Produkte von neun Vertragshändlern vertrieben. Um den Kunden kurze Wege zum nächstgelegenen Handelsstützpunkt zu ermöglichen, suchen wir derzeit noch Partner in Duisburg, Olpe, Recklinghausen und Kempten.

Mit welchen verkaufsfördernden Aktionen und vertrauensbildenden Maßnahmen greifen Sie Ihren Partnern unter die Arme?

Die Harley Owners Group fördert das Gemeinschaftsgefühl unserer Kunden und ihren Spaß an der Marke. Mit dieser weltgrößten von einem Motorradhersteller unterstützten Kundenvereinigung nutzen wir seit Jahrzehnten ein erstklassiges Instrument zur Kundenbindung an den Händler und die Marke. Unser internationaler Händler-Customizing-Wettbewerb King of Kings weckt die Lust der Kunden am Umbau ihrer eigenen Maschine. Da die Probefahrt in unseren Augen ein wesentlicher Schlüssel zum Verkaufserfolg ist, sind auch 2020 wieder große Demo-Ride-Aktionen bei Händlern und auf Veranstaltungen vorgesehen, die zum Teil ausgedehnte Touren – unsere Mega Rides – umfassen. Für Wiedereinsteiger ins Hobby sind spezielle Fahrtrainings bei den Händlern geplant. Mit unserer Aktion Passport to Freedom unterstützen wir die Fahrschulausbildung künftiger Harley-Fahrer. Und natürlich wollen wir auch 2020 wieder die Open Houses, die Tage der offenen Tür bei unseren Händlern, durchführen, bei denen Harley-Fans und -Fahrer zusammenkommen, um Benzin zu reden und unsere neuen Produkte zu begutachten. Darüber hinaus führen wir in Kooperation mit unserer Agentur Sassenbach GmbH überregionale Werbekampagnen sowie PR-Maßnahmen durch und unterstützen die Händler darin, über die Agentur mittels Dealer-Marketing und -Presseservices passgenaue Werbe- und PR-Maßnahmen für ihren jeweiligen Standort zu planen und umzusetzen.

Welche Werbekanäle spielen für Sie in diesem Jahr die erste Geige – und warum?

Auf den Mix kommt es an! Wir werden alle für unsere jeweiligen Zielgruppen relevanten Kanäle nutzen und auch Printmedien keinesfalls vernachlässigen. Wir werden also im Web ebenso präsent sein wie auf Messen, in Zeitungen, Magazinen und Journalen, denn wir wissen, dass zahlreiche Kunden Print nach wie vor schätzen. Und natürlich werden wir die Händler am Point of Sale bei ihrer täglichen Arbeit tatkräftig unterstützen.

Mit welchen Influencern arbeiten Sie zusammen?

Die Gespräche dazu laufen derzeit noch. Daher können wir zu diesem Thema keine Angaben machen.

Intermot 2020 in Köln: Sind Sie mit von der Partie und wie sieht ihr Engagement konkret aus?

Wir planen unsere Präsenz mit einem entsprechenden Messestand und Personal sowohl auf der Intermot als auch auf der Eicma ein. Nähere Angaben sind auch hier noch nicht möglich, da die Planungen nicht abgeschlossen sind und die weitere Entwicklung infolge der Verbreitung des Corona-Virus nicht abschätzbar ist.

Herr Schimossek, vielen Dank für das Interview.

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