Harley-Davidson feiert 115-jähriges Bestehen

Fans in den USA aus dem Häuschen

| Autor / Redakteur: Ulf Böhringer/SP-X / Florian Fraunholz

Auf dem Drag-Strip konnten die Harley-Fans Gas geben.
Auf dem Drag-Strip konnten die Harley-Fans Gas geben. (Bild: SP-X/Ulf Böhringer)

So eine Motorrad-Party geht nur in den USA: Harley-Davidson und seine Fans geben zum großen Fest anlässlich des Firmen-Geburtstags am Sitz der Motor Company in Milwaukee aber mal so richtig Gas.

Schlangestehen gehört bekanntlich nicht zu den Vorlieben von Motorradfahrern. Wer zu den Zehntausenden zählte, die sich kürzlich zur großen Jubelfeier von Harley-Davidson aus Anlass des 115-jährigen Firmenbestehens nach Milwaukee begeben hatten, musste viel Geduld aufbringen: Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Wisconsin quoll förmlich über von Besuchern. Egal ob vor dem Harley-Davidson Museum, beim Parkplatzsuchen auf der Vergnügungsmeile Brady Street oder am Burger-Stand beim Hillclimb-Wettbewerb in Little Switzerland – stets war Ausdauer gefragt, um ein Ziel zu erreichen. Aber wer zu einer Feier anreist, oft über tausende von Meilen, der hat zumeist auch reichlich Zeit im Gepäck.

Es sind durchaus bedrängte Zeiten, in denen die weltberühmte Motor Company aus dem amerikanischen Mittelwesten derzeit agiert: US-Präsident Trump stänkert bei jeder nur möglichen Gelegenheit über den Motorradhersteller, den er einst als „amerikanische Ikone“ bezeichnet hatte. Schlimmer noch: Die amerikanischen Motorradkäufer werden Harley-Davidson gegenüber immer skeptischer und halten sich mit Käufen zurück; die Produktionszahlen sind seit 2006 rückläufig, liegen inzwischen um ein Drittel unter der damaligen Höchstmarke von jährlich 360.000 Einheiten. Insbesondere jüngere Kunden sind unterrepräsentiert.

Das ist unübersehbar, wenn man sich die bunte Gästeschar besieht, die Wisconsins Metropole Milwaukee einige Tage lang belagert: Es dominieren graue Haare, sofern überhaupt noch Haupthaar wächst. Kein Wunder also, dass Harley-Davidson die Party auf jugendlich zu trimmen versucht: Es gibt Wettbewerbe im Hillclimbing, auf einem Sand-Oval am Strand des riesigen Michigan-Sees, und auch in einer riesigen Sporthalle der Stadt geht’s rund. Als gemütlich, was das Tempo anbetrifft, darf man eigentlich nur die Parade am Sonntag bezeichnen, als mehrere tausend Harleys von einem Außenbezirk Milwaukees durchs Stadtzentrum donnern und dann den Weg zum weitläufigen Veterans Park suchen.

Apropos donnern: Geräusch ist in den USA – unüberhörbar – das Wichtigste beim Fahren einer Harley-Davidson, und zwar egal ob es sich um eine „Ultra“ des Baujahres 2018, eine Road King von 2005 oder eine Softail aus den 1990er Jahren handelt. Zwar weist jede Harley, die auf einem der Event-Parkplätze abgestellt ist, eine Auspuffanlage auf, in sie ist aber wohl nur selten ein Schalldämpfer integriert. Eher muss man vermuten, es handelt sich bei den verchromten Rohren um Schallverstärker, welche die Explosionen im Motorinneren beim Verbrennen des Benzin-Luft-Gemisches noch intensivieren. Die Neigung, das Motto „loud pipes save lives“ exzessiv auszuleben, nimmt in den USA mit zunehmendem Lebensalter scheinbar nicht ab, genauso wenig wie der Drang, viele hundert Watt leistende Musikanlagen einzubauen – es gilt ja schließlich, trotz des lauten Auspuffs noch was von der Musik mitzukriegen. Männer in den Sechzigern unterscheiden sich diesbezüglich augenscheinlich nicht signifikant von ihren Kollegen in den Vierzigern. Und die gar nicht seltenen Ladies scheinen es ebenfalls prall zu mögen.

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