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Harley-Davidson: Hungrig auf italienische Rennpferde?

Trennen sich Volkswagen und seine Tochter Audi nun tatsächlich von ihrer 2012 erworbenen Motorradmarke Ducati? Bis Ende Juli nimmt Wolfsburg offenbar noch Angebote entgegen. Derzeitiger Übernahmefavorit: Harley-Davidson.

Schnappt sich Harley-Davidson die zum Verkauf stehende Motorradmarke Ducati?
Schnappt sich Harley-Davidson die zum Verkauf stehende Motorradmarke Ducati?
(Bild: Ducati/Harley-Davidson/Collage: Judith Leiterer)

Die Gerüchteküche um die Zukunft der VW-Tochter Ducati bekommt neue Nahrung. Nachdem bereits die indische Eicher-Gruppe (Royal Enfield), Hero MotoCorp, TVS Motor Company, der Bajaj-Konzern (zu 48 Prozent an KTM beteiligt) sowie die Finanzinvestoren KKR, Bain Capital, Permira und Investindustrial Interesse an der Übernahme der italienischen Kultmarke zeigten, ist nun laut Nachrichtenagentur „Reuters“ der US-Motorradbauer Harley-Davidson auf den Plan getreten. Reuters beruft sich bei seiner Meldung, die seit vergangenen Freitag in der Szene kursiert, auf interne Quellen. Volkswagen nehme noch bis Ende Juli Kaufangebote entgegen und wolle sich bis spätestens Ende des Jahres von den Italienern trennen.

Die Brisanz der Harley-Offerte: Die US-Kultmarke hat in der Vergangenheit bei der Übernahme großer Motorradmarken nicht gerade positive Erfahrungen gemacht. Denn sowohl von Buell und MV-Agusta hat sich das Management in Milwaukee nach der großen Rezession 2010 getrennt. Jetzt, sieben Jahre danach und in einer neuen ökonomischen Situation, könnte der Akquisitionshunger von Harley tatsächlich wieder erwacht sein.

Die kolportierte Kaufsumme von 1,5 Milliarden Euro resultiere laut Schätzungen von Goldman Sachs-Experten aus dem fünfzehnfachen des 2016 von Ducati erzielten Vorsteuer-Gewinns (rund 100 Millionen Euro) und einem Umsatz von 731 Millionen Euro. Damit hätte sich der Kaufpreis von Ducati innerhalb von fünf Jahren fast verdoppelt: 2012 hatte VW über seine Tochter Audi für Ducati nur rund 860 Millionen Euro hingeblättert.

Zur Vollständigkeit halber: Laut Reuters sind die Wettbewerbsmarken BMW, Honda und Suzuki dem Anbieterrennen aus eigenem Antrieb fern geblieben.

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