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Harley in Köln jetzt ohne Herz

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Änderungen im Netz von Harley-Davidson: Karl-Jörg von Herz (Köln) und Andreas Binner (Bonn) geben ihre Betriebe an den Investor Georg Kierdorf ab.

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Harley-Urgestein Karl-Jörg von Herz hat sein Unternehmen verkauft.
Harley-Urgestein Karl-Jörg von Herz hat sein Unternehmen verkauft.
(Bild: Weihs-Media-Production)

Mit den beiden Harley-Davidson-Vertretungen in Köln und Bonn sind erneut inhabergeführte Betriebe im Harley-Netz in die Hände eines finanzstarken Investors übergegangen: Während die bisherigen Inhaber Karl-Jörg von Herz (Köln) und Andreas Binner (Bonn) das Thema Motorrad ab sofort nur noch als Hobby ausleben wollen, wurden die beide Betriebe zu einem Unternehmen mit zwei Standorten zusammengefasst, das der Logistikunternehmer Georg Kierdorf als geschäftsführender Gesellschafter verantwortet. In den Läden werden künftig Daniela Denz und Michael Hag die Geschäfte führen.

Für die drei Harley-Fans und -Fahrer geht damit ein Traum in Erfüllung, heißt es in einer Pressemitteilung. „Harley-Davidson ist für uns die stärkste Marke auf zwei Rädern“, freut sich Kierdorf. „Wir sind mächtig stolz, diese Marke ab sofort vertreten zu dürfen und wir werden unser Bestes geben, um den hervorragenden Ruf der Vertretungen in Köln und Bonn zu festigen und auszubauen.“

Karl-Jörg von Herz: Trendsetter im Harley-Händlernetz

Weder an den Locations noch an der Zusammensetzung der Verkaufs- und Werkstatt-Teams soll sich etwas ändern. Diverse Umbauten sind für die Kölner Harley-Davidson-Vertretung schon geplant. Dieser Standort in der Schanzenstraße im Stadtteil Mülheim entstand 1994. „Drei Jahre zuvor hatte das ‚E-Werk’ als Veranstaltungshalle in unserer unmittelbaren Nachbarschaft eröffnet, ansonsten lag um uns herum in diesem Ex-Industrieviertel das meiste brach“, erinnert sich Karl-Jörg von Herz, der als erster deutscher Harley Händler das Wagnis einging, eine annährend hundertjährige Backstein-Fabrikhalle zu einem Motorradhandel umzubauen. Viele Kollegen im In- und Ausland sind inzwischen seinem Beispiel gefolgt.

Von Herz wusste, was er tat – schließlich war er zu diesem Zeitpunkt bereits 14 Jahre im Motorradbusiness tätig, vier davon für Harley-Davidson. Der Erfolg gab ihm recht: Mit der Zeit wuchs und gedieh nicht nur Harley-Davidson Köln, sondern auch das von Industriehallen der Gründerzeit geprägte Umfeld: Im Schanzenviertel entstand Kölns neues Zentrum für Medien, Kultur und Wirtschaft.

Das Benzin bleibt im Blut

2002 eröffnete von Herz zusammen mit seinem Verkaufsleiter Andreas Binner Harley-Davidson Bonn – mitten auf der Automeile der ehemaligen Hauptstadt und mit einer modernen, von Metall und Glas geprägten Architektur ein bewusster Gegenentwurf zur Kölner Location. Binner, der sich seit 1986 beruflich mit Motorrädern befasst, avancierte zum Geschäftsführer und Mitinhaber der Bonner Vertretung sowie zum Vorstandsmitglied im deutschen Harley-Davidson-Händlerverband.

„Wer, so wie Karl-Jörg und ich, Benzin im Blut hat, zieht sich natürlich nicht einfach in den Fernsehsessel zurück“, resümiert Binner. Beide Ex-Chefs nennen diverse zwei- und vierrädrige „Spielzeuge“ ihr Eigen, die der Liebe und Pflege bedürfen, und natürlich wird man sie auch weiterhin überall da antreffen, wo Harley-Fans zusammen fahren und feiern.

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