Headwave Tag: Motorenröhren und Konzertsaal-Feeling

»bike und business«-Praxistest

| Redakteur: Sophie Renninger

Konzertsaal im Helm: Das Headweave Tag ermöglicht Genuss-Symbiose aus Musik und Motorradfahren.
Konzertsaal im Helm: Das Headweave Tag ermöglicht Genuss-Symbiose aus Musik und Motorradfahren. (Foto: Vogel Business Media)

Auf entspanntes Musik hören beim Fahren mussten Motorradfahrer bisher verzichten. Lose herumhängende Kabel oder Ohren blockierende Stöpsel waren die nervige Alternative. Das war gestern. Heute ist: Headwave Tag.

Das Berliner Startup-Unternehmen Headwave verspricht wahrlich viel. Ihr Produkt, das Headwave Tag, ist das erste 100 Prozent kabellose Soundsystem für deinen Motorradhelm. Nur mit Schallvibrationen überträgt es den Klang deiner Lieblingsmusik. Generiert wird der Sound lediglich durch taktile Übertragung. Das Tag wird außen am Helm mit Hilfe von einem speziellen Tape befestigt. Kein Werkzeug notwendig. Das rückstandslose Power-Klebeband wurde eigens für die Automobilindustrie entwickelt wurde, um externe Komponenten am Auto sicher zu befestigen zu können. Selbst extreme 300 km/h hält das Hochleistungs-Tape stand. Auch die Anbringung an Helm ist ein Kinderspiel: Dank der adaptiven Formgebung und dem flexiblen Material TPU (Thermoplastisches Polyutheran)schmiegt es sich an den Radius jedes beliebigen Helmes an.

Auch die Inbetriebnahme stellt den Biker vor keine Probleme. Minutenschnell ist das Tag via Bluetooth mit dem Handy gekoppelt. Musik (oder Hörbuch oder Navi) einfach von jedem beliebig installierten Player von deinem Smartphone abspielen und los geht's!

Hart im Nehmen

Doch hält es auch was aus, das Tag? Ja, das tut es. Das von Bikern für Biker entwickelte Produkt wurde nach Standard IP67 hergestellt. Somit ist es völlig staub- und wasserfest. Auch heftigere Stöße machen dem Soundsystem nichts aus. Kostenpunkt des Gadgets made in Germany 299 Euro (UVP).

Das Gagdet im Alltagstest

Die harten Fakten hören sich verlockend an, doch wie macht sich das Headwave Tag im Praxistest? Ist die Soundqualität wirklich wie versprochen so hochwertig wie im eigenen Heimkino? »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner hat das System getestet. Was er dabei erlebt hat, fasst er folgendermaßen zusammen: „Zugegeben - ein wenig skeptisch war ich schon, als ich zum ersten Mal vom Headwave Tag hörte. Concert to go ohne störende Kabel und ohne blockierte Ohren. Braucht der Biker so was wirklich? Nachdem meine Redaktionspraktikantin das System an der Hinterseite meines HJC IS-Multi Tociti-Helms anbrachte und scharf machte, wagte ich das erste Live-Experiment. Helm auf zum kurzen After-Work-Ride.

Ein sanfter Fingerdruck auf einen kleinen, etwa zentimetergroßen gelben Strich an der Rückseite des Systems, lässt eine elektronische Klangfanfare ertönen. Die Bluetooth-Verbindung zu meinem iPhone 6 S wird sekundenschnell und ohne jegliche Probleme hergestellt - ohne zusätzliche Geräte, ohne zusätzliche Apps. Schnell den Spotify-Button aktiviert und einen meiner Lieblingshits angewischt: „Hymn“ von Barclay James Harvest, eine Achtziger-Jahre-Kultnummer. Ich drehe denn Lautsprecherregler des Smartphones auf ca. 70 Prozent auf, ziehe die Hightech-gepimpte Mütze über den Kopf und - wow. Was für ein Klangerlebnis! Musik im Helm genießen pur.

Nach den ersten Metern wird mir schnell klar: Der Headwave Tag macht keine Probleme hinsichtlich der Sicherheit. Man hört den Motor trotzdem und die relevanten Verkehrsumweltgeräusche bleiben hörbar und werden nicht komplett ausgeblendet. Ein Pluspunkt für die Sicherheit! Weil der Helm durch die Concert-Capsule-Technologie selbst zum Klangkörper wird, fühlt man sich ganz natürlich von der Musik umgeben. Es ist tatsächlich so, als ob man mitten im Lautsprecher steckt. Genau das richtige, um den Soundtrack zu den Abenteuern, die das Leben bietet, den richtigen Musikmix auf die Ohren zu geben. Die Musik schwebt frei im Raum und stört den Akt des Motorradfahrens in keinster Weise.

Die neue Technik ist besonders geeignet, auf längeren Geradeaus-Etappen oder wenn einem emotional danach ist, das Feuer des Verbrennungsmotors mit dem passenden Musikstück zu garnieren. Getan habe ich das dann noch mit Steppenwolfs "Born to be wild". Verblüffend, dass man selbst Klassikmusik auf dem Moped genießen kann. Eines meiner Lieblingsstücke, Antonín Dvořáks 9. Sinfonie in e-Moll „Aus der Neuen Welt“, ist ein fantastischer Begleitsound für den Zweiradpiloten. Die Bedienung des Systems ist wirklich kinderleicht, es ist nur ein einziger Button nötig, um das User Interface zu bedienen.

Nach dem Betriebssport-Volleyball geriet ich noch volle Kanne in eine April-Regendusche. Mit Andreas Bouranis „Ein Hoch auf uns“ testete ich die Wasserdichtigkeit des Systems. Alle Systeme arbeiteten einwandfrei. Bis auf die Unterhose nass parkte ich mein Bike in die Garage. Bei dem Platzregen ließ ich den Helm einfach auf, spazierte Richtung Haustüre und trockene Wohnung und nahm den Konzertsaal erst vom Kopf, als mich meine wegen meiner Helm-Camouflage verblüffte Gattin begrüßte. Ahas „Hunting High and Low“ spielte die Begleitmusik des abendlichen Hallos.“

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