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Hein Gericke: Die Management-Ebene bebt

Die Hein-Gericke-Kette trennt sich von ihren beiden Geschäftsführern Stefan Miklich und Uwe Klinger. Paul Liao ist jetzt alleiniger Chef des Filialisten.

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Ein mittleres Management-Erdbeben erschütterte die Hein-Gericke-Zentrale.
Ein mittleres Management-Erdbeben erschütterte die Hein-Gericke-Zentrale.
(Foto: Hein Gericke/Collage: Elisabeth Haselmann)

Mächtig gewackelt hat der Fußboden in der Managementetage der Düsseldorfer Hein-Gericke-Zentrale. Paul Liao, vor kurzem von seinem Bruder Artur, dem chinesischen Investor der Hein Gericke Europe GmbH, zum alleinigen Chef des Filialisten bestimmt, hat sich vom bisherigen Top-Management getrennt. Die beiden im vergangenen Frühjahr vom Wettbewerber Polo abgeworbenen Manager Stefan Miklich und Uwe Klinger sowie Marketingchef und weitere Mitarbeiter in mittleren Management sind nicht mehr an Bord.

„Das bisherige Management ist nicht mehr Bestandteil dieser Restrukturierung, denn die Leitung des Unternehmens wird ab sofort mein Bruder Paul übernehmen“, teilte Artur Liao vor einer Woche seinen Businesspartnern in einem Schreiben mit. „Paul wird das Unternehmen in meinem Sinne führen und den erfolgreich eingeschlagenen Weg weiter verfolgen. Unterstützt wird er dabei von einem erfahrenen Team, langjähriger Mitarbeiter.“ (Anmerkung der Redaktion: Paul Liao war bereits von Anfang an als Geschäftsführer von Hein Gericke eingesetzt).

Wie Ex-Polo-Einkaufschef Micklich im Mai 2014 gegenüber »bike und business« (Hein Gericke: zwei neue Geschäftsführer an Bord) signalisierte, wollte er „frischen Wind ins Gericke-Sortiment bringen und die Lieferfähigkeit beschleunigen“. Uwe Klinger war angetreten, um die internen Strukturen zu verbessern.

„Motorrad Online“ zog folgendes Fazit über die aktuelle Situation bei Hein Gericke: „Branchenkenner vermuten, dass die Umsatzziele nach einem Jahr nicht erreicht waren, und die Anfang 2014 bei Hein Gericke angetretenen Investoren aus China, darunter die Eigentümer des Helmherstellers LS2, personelle Konsequenzen gefordert haben.“

Wie zu hören war, gehen einige der geschassten Angestellten bereits gerichtlich gegen die „betriebsbedingte Kündigung“ vor. Insidern zufolge seien zwar die ambitionierten Umsatzziele verfehlt worden, das Geschäft aber deutlich gewachsen und der Turnaround erreicht worden. Deshalb sei die Begründung, „betriebsbedingt“ zu kündigen, nicht nachzuvollziehen und deshalb anfechtbar.

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