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Hein Gericke: zwei neue Geschäftsführer an Bord

Die beiden Ex-Polo-Manager Stefan Micklich und Uwe Klinger sollen die Hein Gericke Europe GmbH nach der Übernahme durch die chinesische Liao Enterprise Group in die Zukunft führen.

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Die beiden neuen Geschäftsführer von Hein-Gericke : Uwe Klinger (li.) und Stefan Micklich.
Die beiden neuen Geschäftsführer von Hein-Gericke : Uwe Klinger (li.) und Stefan Micklich.
(Foto: Jan Rosenow)

Frische Manpower für Hein Gericke: Stefan Micklich (44) und Uwe Klinger (52) sind die neuen Geschäftsführer in der Düsseldorfer Hein-Gericke-Zentrale. Die beiden sind seit vielen Jahren in der Motorradbranche verankert. Micklich sammelte Branchenerfahrungen bei Shoei und Schuberth und war zuletzt beim Wettbewerber Polo Motorrad Prokurist und war dort für den Einkauf und den B2B-Vertrieb zuständig. Auch Uwe Klinger, der zweite neue Hein Gericke-Geschäftsführer, wechselte von einem Geschäftsführerposten bei Polo Motorrad in Jüchen nach Düsseldorf. Klinger, der seit 2006 bei Polo angestellt war, startete seine Karriere bereits schon mal bei Hein Gericke. 1991 war das und er blieb dort fast 17 Jahre, bevor er zum Konkurrenten Polo Motorrad wechselte.

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Quo vadis Hein Gericke?

Die beiden neuen Geschäftsführer skizzierten im Redaktionsgespräch mit »bike und business«, welche strategischen Weichenstellungen nun anstehen. Es gehe jetzt in erster Linie darum, den Schwung und die positive Energie, die der neue Eigentümer Paul Liao und seine sympathische Truppe in den Laden gebracht habe, für eine Rundum-Modernisierung vor allem auch der operativen Prozesse und der vollumfänglichen Wiederherstellung der Lieferfähigkeit zu nutzen.

„Wir wollen dieses Jahr die Talfahrt stoppen, die Umsätze stabilisieren und frischen Wind in die Sortimente bringen“, verspricht Micklich. Bei dieser ambitionierten Aufgabe unterstützt der neue Eigentümer mit seinem renommierten und finanzkräftigen Unternehmen nach Kräften.

Die chinesische Liao Group Enterprise blickt auf über 24 Jahre Erfahrung in der Motorradbranche, verfügt über ein Potenzial von 2.000 Mitarbeitern und ist in über 85 Ländern präsent. Das Netzwerk erstreckt sich über 45.000 Händler auf der ganzen Welt. Die Liao Enterprise Group besitzt Marken wie MHR, den weltweit größten Hersteller von Motorradhelmen, die erfolgreiche Helmmarke LS2 Helmets, die Bekleidungsfabrik Leoshi und Coocase, eine Fabrik für die Produktion von Topcases.

Den Investitionsstau auflösen

Für den kaufmännischen Verwaltungsprofi und strategischen Kopf Klinger geht es vor allem um das Update der IT-Struktur mit modernem Reporting. In den vergangenen Jahren sei ein nicht unerheblicher Investitionsstau dafür verantwortlich gewesen, dass der Workflow im Unternehmen ins Stocken geraten sei. Da komme der neue IT-Leiter von Hein Gericke, der wie der Marketingchef Dirk Welpotte ebenfalls zuvor bei Polo Motorrad seine Brötchen verdiente, gerade recht.

Die Internationalisierung schreitet voran

Insgesamt stehe die Hein Gericke Europe GmbH vor einem massiven Ausbau des internationalen Geschäftes. Der aktuelle Katalog, der noch aus dem Jahr 2013 stammt, behält dieses Jahr seine Gültigkeit. Die Katalogproduktion, auf die das neue Hein-Gericke-Management in keinem Fall verzichten möchte, ist für 2015 angelaufen. Dort werde es noch eine Mischung aus altbewährten Produkten und Innovationen geben. Der 2016er-Katalog werde dann das wahre Gesicht der Sortimentsveränderung von Hein Gericke zeigen. „In den Preiskampf, der gegenwärtig zwischen Louis und Polo Motorrad tobt, wollen wir uns nicht einmischen“, sagt Dirk Welpotte. „Wir wollen unser Firmenerbe fortführen, das heißt qualitativ gute Ware zu seriösen Preisen anbieten.“ Mit dem neuen Eigentümer als Anschieber, der viele gute Marken im Bereich Helme und Bekleidung im Portfolio hat, soll Hein Gericke sogar wieder stärker in den Fokus der Großhändler rücken. Und sogar eine Kooperation mit Motorradfachhändlern, etwa in Form eines Shop-in-shop-Systems, rückt durchaus in den Bereich des Möglichen. Es bleibt spannend, wohin die Reise von Hein Gericke führt.

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