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Helmut Hornig: Der Herr der Dinge

| Autor / Redakteur: Wolfgang Hemstege / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

»bike und business« zu Besuch bei Helmut Hornig, Chef der gleichnamigen BMW-Zubehör- und Teileschmiede in Cham.

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Helmut Hornig, Chef der Motorradzubehör Hornig GmbH in Cham, im Gespräch mit »bike und business«.
Helmut Hornig, Chef der Motorradzubehör Hornig GmbH in Cham, im Gespräch mit »bike und business«.
(Bild: Wolfgang Hemstege)

Dass ein Interview mit Kaffee und Kuchen beginnt, ist ungewöhnlich und besonders liebenswert. Aber so ist das hier in Cham, am Rande des Bayerischen Waldes, in der Firmenzentrale der Firma Hornig.

Wir treffen Helmut Hornig, Chef der gleichnamigen BMW- Zubehörschmiede, im akkurat gestalteten Showroom seines 2011 bezogenen Domizils im Gewerbepark Cham. Hier steht eine ansehnliche Auswahl aktueller BMW-Motorräder in Reih und Glied, selbstverständlich optisch veredelt mit dem hauseigenen Zubehör. „Der Interessent muss das Zubehör sehen und anfassen können, dann kauft er auch eher“, fasst Hornig nüchtern das Einmaleins einer erfolgreichen Produkt-Präsentation zusammen. Und der Trend zur Individualisierung des eigenen Bikes hält unvermindert an.

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Die Geschichte des heutigen BMW-Zubehör-Spezialisten ist so ausgefallen, dass sie erzählt werden muss. Eines Tages in den neunziger Jahren verreiste Hornig mit Freund und Motorrad nach Italien. Am Morgen vor einer geplanten Tagestour fiel ihm auf, dass ein Spaßvogel nachts unbemerkt den Öldeckel seines Boxermotors herausgedreht und auf den Zylinder gelegt hat. Eine Zeit lang plagte ihn die Ungewissheit, ob sich nicht irgendwas im Motor befindet, was dort nicht hingehört. Zum Glück war die Sorge unbegründet.

Doch dieses Erlebnis ließ den Tüftler und gelernten Maschinenbauer Hornig nicht ruhen. Er grübelte und konstruierte kurzerhand ein Modell, das man nicht mehr so einfach abmontieren konnte. Und so entstand der noch heute sehr beliebte und fast schon legendäre Ölstopfen für Boxer-Motorräder, der sich nur mit einem Inbusschlüssel öffnen lässt.

Zurück in der Gegenwart. Heute versendet der Global-Player seine etwa 4000 verschiedenen Artikel im wahrsten Sinne des Wortes über den gesamten Globus: Japan, Australien, Neuseeland – sogar Tahiti und Neukaledonien stehen auf seiner Versandliste. Neben hochwertigen Dreh- und Frästeilen aus Aluminium erfreuen sich auch die Hupen mit Plug- und Play Haltesätzen großer Beliebtheit.

Durch den Showroom gelangt man ist die große, lichtdurchflutete Lager- und Versandhalle. Ganz besonders stolz ist Hornig auf die eigens für ihn produzierte Verpackungsmaschine. Zumindest ist das Prinzip einfach: Artikel mit unterschiedlicher Größe und Form durchlaufen ein Band von heißen Folien, um am Ende in einer luftdicht eingeschweißten Verpackung mit Firmenlogo ausgespuckt zu werden. Das schafft ein einheitliches Bild, insbesondere wenn die Produkte bundesweit in ausgewählten Hornig Stützpunkten im Regal auf neue Käufer warten. Für den geschlossenen Auftritt zeichnet auch Hornigs Sohn Tobias verantwortlich. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft polierte er die Firmen-Website incl. Social Media Kanäle erfolgreich auf. Neben den fünf wichtigsten Europäischen Sprachen kann man auf der Homepage sogar auf Japanisch bestellen – die Kunden aus dem Land der aufgehenden Sonne wird´s freuen. Für die Old-School-Fraktion ist der gute, alte Katalog nach wie vor erhältlich und mit über 400 Seiten ein echtes Schwergewicht, selbstverständlich auch digital zum Download. Darüber hinaus erreichen die witzigen Slogans der Hornig Facebook Seite hohe Klickzahlen.

Die kleine firmeneigene Motorrad-Werkstatt mit Hebebühne sowie das professionell ausgestattete Fotostudio vervollständigen die kurzen (Entscheidungs-) Wege.

Derzeit entwickelt und testet das Team um Familie Hornig neues Zubehör rund um die 1250er Boxer Reihe. Auf der EICMA in Mailand werden alle Neuigkeiten am eigenen Messestand der Öffentlichkeit vorgestellt.

Besonders groß ist die Vorfreude auf die bestellte S 1000 RR, denn auch dieses Superbike hat noch großes Potential zur Veredelung durch die Spezialisten aus Cham. Die Ideen dazu werden Helmut Hornig und seinem Sohn Tobias nicht ausgehen.

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