Henrikes großes Kino nicht nur in der Werkstatt

Techniknachmittag für Ladies: Kaffee und Kuchen meets Motorrad

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Martina Eicher

Küsschen für die Kawasaki: Henrike Thoböll, Gewinnerin des Awards „Bike Woman of the year“ 2018, zeigt viel Herz fürs Thema Roller und Motorrad.
Küsschen für die Kawasaki: Henrike Thoböll, Gewinnerin des Awards „Bike Woman of the year“ 2018, zeigt viel Herz fürs Thema Roller und Motorrad. (Bild: Henrike Thoböll/Privat)

Wer so eine Meisterin ihres Fachs an der Spitze seiner Werkstatt hat, kann sich von schreiben. Für Gunnar Knabe vom Moto Service Knabe in Büdelsdorf ist Henrike Thoböll eine Bank. Und für uns verdient „Bike Woman of the year“ 2018.

Werkstatt organisieren, Azubis einweisen, mit den Kunden kommunizieren, Werkstattaufträge abwickeln – von der Direktannahme bis zur Rechnung. Das bisherige berufliche Highlight von Henrike Thoböll von Moto Service Knabe: Sie hat an der Bundesfachschule in Frankfurt ihren Zweiradmeister gemacht. Als Jahrgangsbeste und Klassensprecherin des Motorradkurses hielt sie im März 2018 eine brillante Abschlussrede, die voll ins Mechanikerherz traf. Und nun gehört der Powerfrau der Zweiradbranche der begehrte Titel „Bike Woman of the year“. Diese Leistung ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass sie sich erst seit 2010 mit Motorrädern beschäftigt. Eigentlich hat sie nämlich Soziale Arbeit studiert.

Am Anfang war die Schwalbe

Vom Zweiradvirus infiziert wurde sie in ihrer Zeit an der Uni. Sie war auf ihrer Suche nach preiswerter Mobilität auf eine Simson Schwalbe Baujahr 1974 gestoßen. Der Motor gab schon kurze Zeit später den Geist auf. Ihr damaliger Freund hatte keine Lust, sie zu reparieren und meinte: „Wer sich Schrott kauft, muss den Schrott auch reparieren.“ Das löste den Jetzt-erst-recht-Effekt bei Henrike aus. Sie recherchierte, wie der Motor funktioniert, was ein Vergaser ist, und aus welchen Bauteilen eine elektrische Anlage besteht. Nach vielen Stunden und falschherum gedrehten Schrauben hauchte sie dem Motor wieder Leben ein. Zu dieser Zeit hat sie festgestellt, dass sie noch an keiner Sache so viel Freude hatte wie an der Instandsetzung dieses Blechrollers. Zwei Tage nachdem sie ihre Bachelorarbeit abgegeben hatte, fing sie ihre Zweiradmechanikerlehre bei BMW Motorrad in Hamburg an.

Henrike bringt nicht nur frischen Wind in die Schrauberbude, sondern auch einen hohen Grad an Professionalität. Und die beginnt bei der Transparenz und bei guter Kommunikation mit den Mitarbeitern. Sie übernimmt gerne Verantwortung und lebt von ihrer Geradlinigkeit, Ehrlichkeit und der Fähigkeit für offene Worte. Sie tritt ein für den „handwerklich edlen Weg“, wie sie es ausdrückt. Sie weiß, dass eine gut organisierte und strukturierte Werkstatt in erster Linie Geld verdienen muss. Sie hält den Anspruch der Werkstatt hoch, die Technik, Dinge zu reparieren, nicht nur fachlich korrekt, sondern meisterhaft auszuüben.

Frischer Wind in der Schrauberbude

Der frisch gebackenen Zweiradmechanikermeisterin geht es im Kern darum, die unterschiedlichen Interessen einer Werkstatt – technische, betriebswirtschaftliche, aber auch persönliche und soziales – unter einen Hut zu bekommen. „Lasst uns alle arbeiten, Balance halten“, ruft sie uns zu. Zweimal jährlich veranstaltet Henrike einen Techniknachmittag für Ladies: Kaffee und Kuchen meets Motorrad. Hier vermittelt die Werkstattchefin den Bikerinnen, dass Technik kein Geheimnis ist und jede vieles selbst machen kann. Die Zukunft der Ausbildung und die langfristige Versorgung der Zweiradwerkstätten mit Fachkräften liegen Henrike am Herzen. Wichtig ist ihr die Vernetzung und der Benchmarkgedanke. Sie lernt gerne von erfolgreichen Unternehmen. Lernen auch wir von ihr. Ihr Bewerbungsfilm ist großes Kino für alle, die das Thema Motorrad im Herzen tragen.

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