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Herzschlagwilde Fahrt ins Büro

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 33/2018/I), Folge 620: In diesen Tagen hängt an meinem linken Handgelenk eine von diesen angesagten Smart Watches, die mir für redaktionelle Testzwecke für einige Wochen zur Verfügung steht: Sie signalisiert das nächste Meeting, eingehende Nachrichten, sagt das Wetter für die nächste Ausfahrt voraus, misst die Zahl der täglichen Schritte...

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Smart Watch und Motorradfahren – bringt das was? fragt sich Stephan Maderner.
Smart Watch und Motorradfahren – bringt das was? fragt sich Stephan Maderner.
(Bild: Stephan Maderner )

...und natürlich die Heartrate, die Taktung des Herzschlags. Da machen wir doch mal die Probe auf's Exempel. Beim morgendlichen Ride-to-work fühlt mir die Tic-Watch Pro des chinesischen Anbieters Mobvoi den Puls. 71 zeigt das intelligente Wearable auf dem 1,4 Zoll vollkreisförmigen Display auf zwei Ebenen an, als ich das Garagentor öffne und ich mich auf das Testbike, eine BMW G 310 R schwinge.

Hallo wach Nachbarn

Zündschlüssel nach links gedreht, Gang eingelegt, Gashahn auf und schon geht es auf zur wilden Fahrt ins Büro. Da die kleine 34-PS-BMW erst bei ordentlichen Drehzahlen Freude macht, fahre ich – einen schönen Gruß an die Nachbarn – die Gänge fast bis zum Begrenzer bei etwa 10.000 Umdrehungen aus. Erst eine Haarnadelkurve rechts ums Eck gemeistert, einen steilen Berg runter, dann wieder rechts und links agil und in ordentlicher Schräglage rausche ich mit leichtem Versetzen über die Straßenbahnschienen-bewehrte Kreuzung hinweg.

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Zum Endspurt auf der Zielgeraden, die Max-Planck-Straße, brettere ich Richtung Haupttor der Vogel Communications Group. Ein letzter beherzter Linksschwung über eine kernige Bordsteinkante hinweg, die linke Hand der Pförtnerin zum Gruß, und ohne groß Tempo zu verlieren knattere ich unter den überdachten Bike-Parkplatz der Vogelianer. Ich unterbreche die Zündung, ziehe die Handschuhe aus, hänge den Helm an den Spiegel und tippe mit dem Finger auf das Herzsymbol auf dem Display meiner Hightech-Uhr. Nach wenigen Sekunden erscheint der aktualisierte Wert: 110. Wow, ich fasse es nicht. Hätte nicht gedacht, dass Mopedfahren, zumal auf den nur zwei Kilometern, die zwischen meiner Wohnung und dem Büro liegen, so ans Herz gehen und den Puls nach oben treiben kann.

GS geht nicht so auf die Pumpe

Ein paar Tage später legte ich noch mal bei gleicher Fahrt mit meinem eigenen Motorrad den digitalen Pulsmesser an. Ähnlicher Ruhepuls, nur verursachte diesmal der Weg ins Office mit dem gewohnten Moped kein Herzrasen. Immerhin signalisierte mir die Uhr eine Heart Rate von 98. Der GS-Dampfer scheint auf mich eine besänftigende Wirkung zu haben; geht mir nicht so auf die Pumpe wie das kleine Rennerle.

Der digitale Fitnesstrainer

Was kann man mit diesem intelligenten Instrument am Handgelenk noch alles anfangen? Zum Beispiel den Grad seiner Bewegungsfaulheit messen. Gut, dass einem eine solche Uhr die Differenz zu den täglich empfohlenen 10.000 Schritten gnadenlos anzeigt. Wer allzu bewegungslos eine längere Zeit im Sitzen verharrt, bekommt unmissverständlich mit einem zarten Summen den Hinweis zu spüren, doch bitteschön etwas mit seinen Hufen zu scharren und rumzulaufen. Das motiviert tatsächlich, sich öfter mal vom Stuhl zu erheben und ein paar extra Meter zu machen. Wer mag, kann sich das Teil sogar zum perfekten Trainingspartner machen: Eingebaut sind GPS-Tracker, Herzfrequenzmesser, Schrittzähler, Kalorienverbrauchszähler und eine umfassende Gesundheits- und Fitness-Suite mit Unterstützung für Google Fit.

Die digitale Geldbörse

Ganz praktisch an der smarten Watch, die ganz nebenbei selbstverständlich auch Datum, Wochentag und Uhrzeit anzeigt, sind die Outlook-Erinnerungsfunktion zum pünktlichen Einhalten von Terminen oder eingehende Social-Media-Kommentare, die für meine Community-Arbeit sehr wichtig sind. Man kann mit der Tic-Watch Pro (läuft zusammen mit Android- und IOS-Smartphones) auch mittels Google Pay bargeldlos zahlen, wenn denn Deutschland und meine Sparkasse dereinst den NFC-Dienst freigeben. Registriert bin ich schon mal.

Playboy oder Herrscher?

Zum Look and Feel: Die Einfassung und hintere Abdeckung der Multifunktionsuhr sind aus Edelstahl. Das restlichen Gehäuse besteht aus hartem, mit Glasfasern verstärktem Nylon. Das Silikon-Armband ist mit hochwertigem Leder überzogen, das Display ist vor Wasser und Staub geschützt. Der Clou sind die verfügbaren Ziffernblätter, die man jeden Tag nach Lust und Laune austauschen kann, wenn man möchte: Gleich ob Wächter, Herrscher, Zeitringe, Zauberwürfel oder Playboy, die Zahl der Designs geht dank der Cloud gegen unendlich. Im Inneren des Gerätes sorgt der Snapdragon-Prozessor Wear 2100 für Leistung. Der Akku hält – je nach Modus „Essential“ oder „Smart“ – zwei bis maximal fünf Tage. Wer ständig GPS nutzt, dem geht freilich nach fünf Stunden der Saft aus. Kostenpunkt auf Amazon (und nur über diese Plattform ist die Tic Watch Pro derzeit zu haben): 249,90 Euro.

Analog contra Digital

Was halten Sie von solchen smarten Kleincomputern am Handgelenk? Ist das alles komplett überflüssiges, neumodisches Schnickschnack und alles too much, das mit der Digitalisierung? Sind Sie eher der analoge Typ, der sich bewusst von der zunehmenden BitsandBytesisierung unseres Lebens fernhält? Oder lieben Sie wie viele (fast alle) unserer jungen Kunden solche technischen Spielereien und zeigen sich dem Erfindungsgeist der Zukunft aufgeschlossen gegenüber? Mich würde wie immer brennend Ihre Meinung interessieren. Die hartgesottenen Hightech-Fans unter Euch erzählen mir an dieser Stelle bitte von ihren positiven Erfahrungen und verraten mir ihre neuesten Tipps und hilfreiche Apps! Mein Fazit: „Wer sich ernsthaft mit der jüngeren Kundengeneration auseinandersetzen möchte, muss wissen, wie sie tickt. Die Smart Watch zu verstehen gehört definitiv dazu...“

Branchen Oscars gesucht

Wichtiger Hinweis in eigener Sache: Der Countdown für unsere beiden renommierten Awards Motorradhändler des Jahres und Bike Woman of the year läuft.

Einsendeschluss für die Bewerbungsunterlagen ist der 7. September. Noch 24 Tage bis zum Stichtag. Einfach den Link klicken – begeistern Sie uns mit Ihrer kreativen Energie.

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