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Highbike im Paznaun: Motorradtest im Kurven-Paradies

Autor / Redakteur: SP-X/ Fred Reisbacher / Lena Hofbauer

Die Aktion „Highbike im Paznaun“ bietet schon im fünften Jahr ganztägige Motorrad-Trips in den Alpen auf Werks-Bikes von BMW, Ducati, KTM und Triumph an. Gelegenheit, für normale Biker, zum Testfahrer zu mutieren.

Mit der KTM 390 Duke ist ein ausgesprochen zierliches Modell im Angebot der Testfahrzeuge.
Mit der KTM 390 Duke ist ein ausgesprochen zierliches Modell im Angebot der Testfahrzeuge.
(Foto: Highbike)

Nur selten verhilft eine Probefahrt beim Motorradhändler des ins Auge gefassten Modells zu belastbaren Eindrücken. Schließlich finden sich rund um Berlin, Hamburg oder auch Stuttgart keine Bergstraßen, auf denen ein Motorrad zeigen kann, wie es sich in den Alpen – bevorzugtes Zielgebiet für mindestens 80 Prozent aller europäischen Motorradfahrer – anfühlt. Seit 2011 ist es für jeden Biker möglich, ihn interessierende Modelle im schönsten Testrevier Europas ausgiebig auszuprobieren: Im markenübergreifenden Motorrad-Testcenter der Aktion „Highbike im Paznaun“ in Ischgl sind zwischen Anfang Juni und Ende September Tagestests zu günstigen Preisen möglich. Zur Verfügung stehen rund 40 Fahrzeuge der europäischen Marken BMW, Ducati, KTM und Triumph. Aus bescheidenen Anfängen ist eine echte Erfolgsstory geworden: Bei Halbzeit der Saison 2015 vermeldet „Highbike im Paznaun“ mit 1.115 ganztägigen Testfahrten einen Teilnehmer-Rekord und eine Steigerung zum Vorjahr um 20 Prozent.

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Das Prinzip der Aktion „Highbike im Paznaun“ ist im Grunde ganz einfach: Man biete potenziellen Kaufinteressenten eines Motorrads die Möglichkeit, verschiedene in Frage kommende Modelle in attraktiver Umgebung ausgiebig zu testen. BMW, Ducati, KTM und Triumph haben die Chance erkannt, als im Jahr 2010 die Gedanken für dieses markenübergreifende Testcenter aufkamen. Sie stellen seither jeweils rund 40 Testfahrzeuge bereit, darunter stets so gut wie alle Saison-Neuheiten. Im Fokus stehen Modelle, die fürs Reisen in den Alpen besonders beliebt sind oder geeignet erscheinen: „Ganz vorne in unserer Statistik liegt aktuell die KTM 1290 Super Duke R“, sagt Highbike-Betriebsleiter Tommy Sailer. In nur neun Wochen hat diese Testmaschine bereits 20.000 Kilometer zurückgelegt. Aber auch die BMW-Typen R 1200 GS und S 1000 XR, die Ducati Multistrada 1200 und die neue Triumph Tiger 800 XCx sind so gut wie täglich im Testbetrieb unterwegs. Die Testbikes werden von den Herstellern direkt zur Verfügung gestellt; alle Fahrzeuge werden täglich auf ihre Verkehrssicherheit inspiziert und penibel gewaschen, so dass sie anderntags wieder im Bestzustand an einen anderen Tester ausgegeben werden können.

Für Besucher, die im Paznauntal übernachten, kostet der Tagestest lediglich 70 Euro für die einfachere Kategorie bzw. 90 Euro für die Modelle der gehobenen Kategorie. Enthalten ist darin neben den gefahrenen Kilometern eine Versicherung mit einer Selbstbeteiligung von 500 Euro, die der Tester vor Ort in bar oder mittels Kreditkarte zu hinterlegen hat; das während der Tagestour verfeuerte Benzin hat der Tester selbst zu tragen. Zumeist legen die Fahrer zwischen 280 und 350 Kilometern pro Tag zurück. „Dann weiß man schon, ob ein Fahrzeug zu einem passt oder auch nicht“, so Betriebsleiter Sailer.

„Highbike im Paznaun“ beschränkt sich aber nicht darauf, nur Motorräder anzubieten. „Zu uns können auch Leute kommen, die – beispielsweise mit der Familie und mit dem Auto – im Urlaub auf der Durchreise sind und keinerlei Motorradausrüstung dabei haben“, sagt der örtliche Tourismusmanager Steibl. Denn im Testcenter gibt es leihweise und zu günstigen Tarifen alles, was man zum sicheren Motorradfahren braucht. 50 Euro pro Tag kostet die komplette Fahrerausstattung, die in zahlreichen Größen vorrätig ist. Weiterhin in dem Partner-Pool integriert sind Reifenausrüster und Navigationsgeräte. Auf den Geräten sind 30 Tagestouren zusammengestellt. Aber um 19 Uhr muss jedes Motorrad wieder im Testcenter eingegangen sein. Tester müssen auch zustimmen, dass ihre Daten an Motorradfirmen weitergeleitet werden dürfen. „Sonst würde die ganze Aktion wahrscheinlich nicht stattfinden können“, so der Triumph-Pressesprecher Uli Bonsels.

Für die fünfte Saison rechnet „Highbike im Paznaun“ mit einem neuen Teilnehmer-Rekord. „Wir haben 2011 mit rund 800 Testfahrten angefangen und 2014 mit 1.784 Teilnehmern schon mehr als die doppelte Zahl erreicht“, freut sich Tourismus-Chef Steibl; er trägt beispielsweise die Kosten für Marketing und Werbung. Dieses Jahr hat man die 2.000er Marke im Visier: „Das würde bis Ende September rund 600.000 gefahrenen Kilometern entsprechen, ist aber auch so ziemlich das Ende der Fahnenstange“, meint Betriebsleiter Sailer. Außer er könne über mehr Motorräder verfügen. Nicht ausgeschlossen, dass 2016 zur sechsten Saison noch eine weitere Motorradmarke dazukommt. Die Gespräche laufen derzeit.

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