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Hinter den Kulissen einer Redaktion

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (Kalenderwoche 36/2015/I), diesmal verfasst von dessen Stellvertreterin Lena Hofbauer. Ein aktuelles Stimmungsbarometer aus Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV – ein Radar, das Branchentrends von morgen auf dem Schirm hat.

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Foto: Ducati/Collage: Elisabeth Haselmann)

Würzburg, den 1. September 2015 – Halbzeit-Reportage: Ich erzähle nun nicht über Fußballpausen, in denen man sich sein zweites Bier genehmigt. Auch über keine Motorradrennen, die vor der nächsten Runde stehen. Meine fünfte Woche als Redaktionspraktikantin ist angebrochen, was bedeutet, dass die Hälfte meines Praktikums schon vorüber ist. Ich möchte Ihnen nun ein wenig das Leben als frische Schulabgängerin, Fast-Studentin und werdende Motorradliebhaberin vermitteln. Ein Report, der zeigt: Auch ohne Hintergrundwissen rund um die Motorradbranche ist man hier nicht verkehrt.

Mit meinem Artikel über mein erstes Motorrad-Mal konnten Sie sich vielleicht etwas in die Lage versetzen, wie Sie zum ersten Mal Fuß in der Branche gefasst haben. Eindrücke und Informationen aufzusaugen, jede Neuheit kennenlernen und immer vertrauter mit den Zweirädern zu werden. Als ich meine Praktikumsbestätigung in den Händen hielt, war ich mir erstmal nicht so sicher, ob das Bike und ich uns anfreunden werden. Schauergeschichten über die Gefahren mit Motorrädern aus Kindertagen waren noch in meinem Hinterkopf gespeichert. Aber wenn man schon vor der Wahl steht, den Soziasitz zu nutzen, kann man einfach nicht nein sagen. Das war schon alles aufregend. Aber vielleicht beginnen wir mit der Frage: warum bin ich eigentlich hier? Das Erste, was dazu gehört, ist das Interesse fürs Medium. Ein Tag im November, ein Besuch der Universität Tübingen, eine Vorlesung der Medienwissenschaft, und zack, mein Studiengang war beschlossene Sache. Und seitdem nutze ich meine Zeit, um die Medien kennenzulernen. Hier bei »bike und business« darf ich auch richtig mit anpacken. Meine Arbeit findet hauptsächlich Platz im Netz. Ich verfasse Produktmitteilungen, gebe Auskunft über neue Motorradhits und Marktkracher und versorge Sie als Händler mit dem neusten, täglichen Informationsfutter. Bei neuen Produkten wundere ich mich immer wieder, wie viele spezifische Motorradmarken es überhaupt gibt und wie die Markenkonzepte aussehen. International gibt es ein riesiges Aufgebot. Spannend auch Veranstaltungen wie die Eurobike,die Monster Energy Cross Finals oder die BMW-Tage. Stephan Maderner ruft mich ab und zu zu sich ins Büro und fragt: „Willst du mal sehen, wie unsere Printausgabe aussehen wird? Soll ich dir zeigen, wie man einen Film ins Netz stellt?“ Technisch interessant ist auch das Programm, welches Artikel in seine Form bringt. Da gibt es viel, was man am Anfang verstehen muss, aber dann geht alles ganz einfach. Meine Arbeit hier erfüllt also nicht das Klischee, wonach Praktikantinnen zum Kaffee kochen und Dokumente kopieren verdammt sind. Was ich bisher gelernt habe? Na, das Schreiben natürlich. Übung macht den Meister, und im journalistischen Business ist die Praxis das A und O. Aber natürlich kenne ich jetzt auch einige Firmen, die in der Motorradbranche tätig sind. Auf der Straße hört man nämlich nichts von Liqui Moly, SIP Scootershop oder gar von der LSL Motorradtechnik. So verbindet sich in meiner Arbeit die Liebe zum Schreiben und ein neuer Bereich, den ich so kennenlerne. Spannend war auch, als wir unser Testfahrzeug, die MV Agusta Turismo Veloce im Moto-Officina Frankenberger in Karlstadt-Stetten abholten. So nah war ich einer solchen Maschine noch nie. Was man nicht kennt, darum macht man einen Bogen. Und dann bei unserem Vogel-After-Work-Ride konnte ich zum ersten Mal spüren, welche Unterschiede es bei Motorrädern gibt. Der Sound, die Sitzhöhe, die Beschleunigung. So kann man potenziellen Neukunden das Gefährt schmackhaft machen. Was mich zu diesem Thema interessieren würde: Welche Methoden nutzen Händler, um potentielle Neukunden zu gewinnen, die in die Branche kommen?

(ID:43585935)

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