Hinterm Superbike-Horizont geht's weiter?

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 40/2017/II), Folge 542: In dieser Folge soll es einmal um Journalistenkollegen gehen, deren fundierte Artikel über Motorradthemen weite Kreise ziehen und die geeignet sind, den Horizont...

...des Lesers zu erweitern. Neben »bike und business«, Blättern wie „Motorrad“, „PS“, „Mo“, „Motorrad-News“, „Tourenfahrer“, „Alpentourer“, „Motoretta“, „Krad-Blatt“ und „Zweirad“, „Scooter & Sport“ oder „Fastbike“ gehört zu meinen absoluten Lieblings- und somit Pflichtlektüren vor allem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (inklusive Sonntags-Edition!). Insbesondere die dienstags in der FAZ erscheinende Rubrik Technik und Motor hat es mir angetan. Das liegt vor allem auch an der feuilletonistischen Art und Weise, wie dort Motorradthemen der Allgemeinheit zum Besten geben werden. Zuständig für den schriftstellerischen Drive ist Walter Wille. Der eingefleischte Motorradfahrer schafft es immer wieder zu begeistern; sein technisches Wissen über die Produkte und das tiefgründige Marktwissen so mit Sprachwitz zu versehen, dass die Lektüre stets kurzweilig, inspirierend und lehrreich ist. Fachlektüre für Otto-Motorrad-Fahrer und das Fachpublikum aus der Industrie, dem Handel und der Werkstattszene mit der klaren Botschaft: Lesen bildet (weiter)!

Ein Meisterstück war zuletzt sein am 26. September erschienener ganzseitiger Bericht über Superbikes, der Königsklasse des Motorradbaus, deren Leistung immer mehr in den Himmel steige – im Gegensatz zu den Verkaufszahlen. Walter Wille wählte für sein publizistisches Meisterwerk die Überschrift „Jenseits der Schallmauer“ (er meint damit die 200-PS-Grenze).

Abgebildet sind die vor Leistung nur so strotzenden Motorradtitanen, die Modelle Aprilia RSV4 RF, Honda CBR 1000 RR Fireblade, Ducati 1299 Panigale, Suzuki GSX-R 1000, BMW S 1000 RR, Kawasaki ZX-10-R Ninja, Yamaha YZF-R1. Willes Conclusio: Seltsam sei, dass „die Hersteller in diesem Sektor einen exorbitanten Aufwand trieben, der Markt aber verkümmere. „Immer weniger Kunden kaufen dergleichen“, meint der FAZ-Autor. Zitiert werden die Produktverantwortlichen und Sprecher der Marken, etwa Gerald Steinmann von Suzuki Deutschland: „Die Strahlkraft der Marke hängt wesentlich von diesen Maschinen ab. Und der Rennsport ist die Bühne, auf der Know-how und Innovationskraft unter Beweis gestellt werden“. Wille schlussfolgert: Der ganze Aufwand, die immensen Kosten für Entwicklung und Rennbetrieb, scheinen in krassem Widerspruch zu stehen zu den Jahr für Jahr schrumpfenden Verkaufszahlen.

In der Tat ist der Blick auf die Zulassungsstatistik der zweirädrigen Rennsportflitzer ernüchternd. Wir zitieren nochmal aus Willes Bericht: „Im Jahr 2000 wurden in Deutschland etwa 35.000 Supersport-Motorräder neu zugelassen, jede fünfte Maschine (Gesamtzahl damals gut 170.000) gehörte dieser Kategorie an. 2016 war es nur noch jede zwanzigste (6.100 Stück von insgesamt knapp 112.000. Im laufenden Jahr wurden bislang bis Ende August 3.583 Supersportler neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmal ein Minus. Und zwar um 20 Prozent.“

UMFRAGE
Wie zufrieden sind Sie mit dem aktuellen Bonus- und Margensystem Ihres Herstellers?
©Nomad_Soul - stock.adobe.com

Sehr zufrieden

5 %

Zufrieden

5 %

Neutral

7 %

Geht so

24 %

Überhaupt nicht

59 %

Spamschutz:

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:

Passte da nicht die Meldung gut ins Bild, dass die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) am letzten Wochenende auf dem Hockenheimring nicht nur ihr Saisonfinale 2017 sondern wegen Erfolglosigkeit ihr mutmaßlich letztes Rennen bestritt?

Schocknachricht des IVM: Keine Fortführung der IDM in 2018

Schocknachricht des IVM: Keine Fortführung der IDM in 2018

19.09.17 - Bei der gestrigen Sitzung der Arbeitsgruppe Motorsport im Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V. (IVM) konnte kein tragfähiges Konzept für eine Fortführung der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) im Jahr 2018 gefunden werden. lesen

Alles eine Frage der Zeit, so kommentierte ein User diese Schocknachricht: „Das Groschengrab der Industrie scheint sich tatsächlich zu schließen. Erschreckender Weise zeigt die Industrie damit, wie schlecht es ihr eigentlich geht. Hat man in der Vergangenheit, trotz schleichender Umsätze, noch auf ein Prestigeobjekt gesetzt, aus dem sich keiner heraus gewagt hat, um ja keine Schwäche zu zeigen, geht man nun solidarisch den Weg und bekennt sich damit zur schlechten bzw. ertragsarmen Motorradbranche!“ Kommentar Ende.

Was meinen Sie? Lohnt sich der ganze Rennzirkus nur noch im Rahmen der Moto-GP und überlebt diese Serie, weil die Begeisterung und Marktrelevanz für Superbikes in Spanien, Italien oder anderswo auf der Welt einfach viel größer ist als hierzulande? Freue mich wie immer über Ihr Feedback – Mail an stephan.maderner@vogel.de.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44919986 / Speedlog)