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Honda CB 125 R: Leichtgewicht mit Preisvorteil

| Autor / Redakteur: Ulf Böhringer/SP-X / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Honda setzt mit der neuen CB 125 R einen neuen Gewichtsrekord, reduziert die Erfolgsaussichten aber ein wenig durch Verzicht auf Leistung.

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Die neue Honda CB 125 R wird die Einsteigerklasse beleben.
Die neue Honda CB 125 R wird die Einsteigerklasse beleben.
(Bild: Honda)

Mit lediglich 126 Kilogramm wiegt die soeben bei den Händlern eingetroffene Honda CB 125 R sage und schreibe 20 Kilogramm weniger als die KTM 125 Duke, erfolgreichste 125er in Deutschland der vergangenen beiden Jahre. Immerhin 14 Kilogramm beträgt der Gewichtsvorteil gegenüber der Yamaha MT-125, hierzulande auf dem zweiten Platz gelistet. 15 Prozent Gewichtsvorteil – das muss man erst mal hinkriegen.

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An vielen Schräubchen gedreht

Dazu hat Honda bei der 4.390 Euro teuren 125er an vielen Schräubchen gedreht. So ist beispielsweise das Anzeigeinstrument im Cockpit kaum schwerer als zwei Tafeln Schokolade, und die Stahlschwinge weist in Abhängigkeit von den Belastungsspitzen unterschiedliche Wandstärken auf: maximal sind es 2,3 Millimeter, minimal aber nur 1,2 Millimeter. Dennoch ist die Steifigkeit gegenüber der Schwinge des Superbikes CBR 125 R um 15 Prozent höher. Resultat der vielfältigen Bemühungen um leichte Bedienbarkeit ist eine ausgezeichnete Handlichkeit der kleinen Honda: Die Gewichtsverteilung vorne/hinten ist nahezu ausgeglichen, der Massenschwerpunkt liegt dank vieler Konstruktionskniffe günstig, der Wendekreis ist dank 40 Grad Einschlagwinkel des konifizierten Lenkers mit nur 4,6 Metern gering, die Sitzhöhe beträgt moderate 81,6 Zentimeter. Weil auch die Maße für Lenkerbreite und Fußrastenhöhe gut gewählt sind, fühlen sich Menschen zwischen 1,65 und 1,90 Metern Körpergröße gleichermaßen gut untergebracht.

Draufsitzen, spontan wohl fühlen

Wer auf der kleinen, nackten Honda Platz nimmt, fühlt sich demzufolge spontan wohl. Das liegt auch an der guten Haptik aller Bedienungselemente sowie an den geschickt gestalteten Oberflächen. Mutig ist das modern-minimalistische Design im sogenannten Neo-Sports-Café-Stil: Ganz anders als KTM und Yamaha setzt Honda nicht auf aggressiven Look, sondern auf noble Gediegenheit.

2,1 Liter Benzin auf 100 Kilometer

Der kleine Einzylinder-Viertakter begnügt sich mit einer Nockenwelle, weil es lediglich zwei Ventile zu betätigen gilt. Er läuft angenehm zurückhaltend, vibriert niemals über Gebühr, und dreht leichtfüßig hoch. Schaltung, Sechsganggetriebe und Kupplung arbeiten so, wie man das von einem Hersteller erwartet, der längst mehr als 100 Millionen Zweiräder produziert hat. Mit 2,1 Litern Benzin auf 100 Kilometern liegt der Verbrauch im ziemlich praxisnahen WMTC-Messzyklus angemessen niedrig; die Wettbewerber brauchen etwas mehr. Dank des 10-Liter-Tanks ergeben sich Praxis-Reichweiten von gut 400 Kilometern.

Gut gewählte Fahrwerkskomponenten

Gut gewählt sind die Fahrwerkskomponenten. Die 41-Millimeter-USD-Gabel, baugleich mit der des 750er Offroad-Rollers X-ADV, überzeugt durch gutes Ansprechverhalten wie durch geringes Gewicht dank geringer Wandstärken. Das neue Federbein protzt mit je einer Kammer für Gas und Öl und spricht ausreichend sensibel auf Unebenheiten an. Die Stabilität der CB 125 R ist auch auf schlechten Straßen gut, der Komfort leidet freilich, das gilt aber für alle Leichtkrafträder. Absolut einwandfrei verzögert die vordere Bremse mit Vierkolben-Radialbremszange und 29,6 Zentimeter großer Bremsscheibe; die hintere Bremse ist – segmenttypisch – eher Beiwerk.

Ein Schuss mehr Leistung täte gut

Als Nachteil der leichten Honda könnte sich herausstellen, dass sich die Entwickler mit einer Maximalleistung von 9,8 kW/13,3 PS beschieden haben; der Gesetzgeber zieht den Schlussstrich erst bei 15 PS. Die KTM wie die Yamaha schöpfen diesen Rahmen aus. Auch beim Drehmoment hinkt die Honda den beiden Wettbewerbern um gut zehn Prozent hinterher und büßt damit ihren Gewichtsvorteil zumindest in der Dynamik wieder ein. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit ist die Honda um bis zu 14 km/h unterlegen. Dafür liegt ihr Preis um gut 15 Prozent niedriger, ohne dass bei der Ausstattung (u.a. LED-Licht, Zweikanal-ABS, Bordcomputer) nennenswerte Abstriche gemacht werden müssten. Es läuft also alles darauf hinaus, dass die Optik das Zünglein an der Waage darstellt; die edler wirkende, in vier attraktiven Farbtönen lieferbare Honda kompensiert das leichte Leistungsminus durch einen durchaus maßgeblichen Gewichts- und Preisvorteil. (Ulf Böhringer/SP-X)

Technische Daten Honda CB 125 R

Motor: Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, 2 Ventile, SOHC, 125 cm³ Hubraum, 9,8 kW/13,3 PS bei 10.000 U/min., 10 Nm bei 8.000 U/min; Einspritzung, 6 Gänge, Kettenantrieb.

Fahrwerk: Stahl-Brückenrahmen; vorne USD-Telegabel ø 41 mm, 11,8 cm Federweg; Stahl-Zweiarmschwinge, Zentralfederbein, Vorspannung fünffach einstellbar, 13,1 cm Federweg; Aluminiumguss-Räder; schlauchlose Reifen 110/70 R 17 (vorne) und 150/60 R 17 (hinten). 29,6 cm Einscheibenbremse vorne, 22 cm Einscheibenbremse hinten.

Assistenzsysteme: Zweikreis-ABS, LED-Beleuchtung.

Maße und Gewichte: Radstand 1,345 m, Sitzhöhe 81,6 cm, Wendekreis 4,6 m; Gewicht fahrfertig 126 kg, Zuladung 180 kg; Tankinhalt 10 Liter.

Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 101 km/h, 0-50 km/h 11,4 Sekunden; Normverbrauch lt. EU4 2,1 l/100 km.

Farben: Schwarz, Matt Axis Gray Metallic, Pearl Metalloid White, Candy Chromosphere Red.

Preis: 4.390 Euro.

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