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Honda: Ein fast perfektes Angebot

| Autor / Redakteur: Ulf Böhringer/SP-X / Viktoria Hahn

Honda hat seinen Dauerbrenner CB 500 F gründlich überarbeitet und zeigt, dass man auch mit 48 PS anständig motorisiert sein kann.

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Der Zweizylinder-Reihenmotor ist eine zugleich grundsolide wie moderne Konstruktion.
Der Zweizylinder-Reihenmotor ist eine zugleich grundsolide wie moderne Konstruktion.
(Bild: Honda)

Keine andere Motorradgattung hat einen breiteren Liebhaber-Kreis als die oftmals auch Roadster genannten Naked-Bikes. Da macht Hondas CB 500 F keine Ausnahme, denn die Marktforschung der Japaner hat ermittelt, dass sie unter den drei angebotenen Halbliter-Modellen der Marke jenes mit der breitesten Akzeptanz ist. Sie fungiert deshalb – und das ist kein bisschen despektierlich gemeint – als das Brot- und Butter-Modell im Honda-Programm. Sie ist also eine Art fahrendes Grundnahrungsmittel. Im Zuge des allgemeinen Hubraum-Strebens wird das 48-PS-Bike mittlerweile der unteren Mittelklasse zugerechnet. Wer glaubt, dass dies nicht ausreicht, sollte sich dieses sehr durchdacht gemachte Bike mal näher anschauen:

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Grundsolide Motorisierung

Der Zweizylinder-Reihenmotor ist eine zugleich grundsolide wie moderne Konstruktion. Das nahezu quadratische Verhältnis von Bohrung und Hub sorgt dafür, dass guter Durchzug gegenüber dem Drehvermögen nicht zu kurz kommt. So stellen die 34 kW/48 PS, selbstverständlich passgenau für den Führerschein A2, eine gut nutzbare Leistung dar. Genug Kraft im mittleren Drehzahlbereich steht jenseits der 5.500 Touren eine erfrischende Drehfreude gegenüber. Wobei der Halbliter-Motor insgesamt prima Manieren an den Tag legt: Die Gasannahme erfolgt ruckfrei und damit sehr sauber, die Elastizität auch bei niedrigen Drehzahlen ist beispielhaft; das Mitschwimmen im dichten Stadtverkehr kann leicht in den großen Gängen erfolgen. Eine positive Erwähnung wert sind auch das neukonstruierte, sehr leicht und präzise schaltbare Sechsganggetriebe und die extrem leichtgängige Antihopping-Kupplung. Selbst zarte Damenhände dürften mit ihr nicht die geringsten Schwierigkeiten haben. Gut gefällt auch der sonore, niemals lästige Sound aus dem neugestalteten Auspuff-Endtopf.

Jede Grundzutat für leichtes Fahren

Die Honda CB 500 F zählt zu den besonders leicht handhabbaren Motorrädern. Ihre moderate Sitzhöhe von knapp 79 Zentimetern, die sinnvoll geordneten Bedienungselemente, aber auch das feinfühlig reagierende Fahrwerk und die leistungsfähigen, gut dosierbaren Scheibenbremsen vorne und hinten sind die Grundzutaten für freudvolles Motorradfahren in der A2-Kategorie. Selbstverständlich lässt die Kalkulation keine verstellbaren Federelemente (abgesehen von der Vorspannung) zu, doch auch ohne legt die Mittelklasse-Honda ein angenehmes, auch schlechten Straßenabschnitten gewachsenes, Fahrverhalten an den Tag. Nur extrem ruppige Straßenabschnitte und harte Fugen von Brücken oder Wurzeln bringen, in Schräglage überfahren, leichte Unruhe ins Fahrwerk. Die Schräglagenfreiheit ist vergleichsweise üppig, sodass Pilot oder Piloten nach Herzenslust auf die Suche nach der Reifen-Haftgrenze gehen können. Das Gewicht von 189 Kilogramm, immerhin zwei Kilogramm weniger als beim Vormodell, ist vorzüglich austariert.

Ein rundes „Gut“ darf man auch der Bremsanlage attestieren. Je eine Scheibe vorne und hinten gibt es, dazu gut gewählte Bremsbeläge, sodass Dosierbarkeit und Wirkung zufriedenstellend ausfallen und auch die nötigen Kräfte gering sind. Das ABS, von einem neuen, leichteren Modulator überwacht, regelt im Bedarfsfall sauber. Anschluss an die größeren Klassen der Honda-Bikes findet die CB 500 F im Punkt der Warnblinker-Aktivierung im Falle sehr harter Bremsmanöver. Ebenfalls ein Lob verdient die Kommandozentrale: Das neu entwickelte, in sehr ähnlicher Form auch in den größeren 650er-Modellen verwendete Zentralinstrument bietet nunmehr neben Tacho und Drehzahlmesser sowie Zeituhr auch eine gut erkennbare Ganganzeige und eine Verbrauchsanzeige für Akut- und Durchschnittsverbrauch. Beim ziemlich flott absolvierten ersten Test in extrem bergiger Umgebung lasen wir am Ende einen Wert von 3,8 Litern ab – in der heimischen Praxis dürfte der Wert eher geringer ausfallen. Angesichts des üppig dimensionierten 17-Liter-Tanks ist allzu häufiges Nachfassen von Sprit wohl nicht erforderlich.

Das Fazit

Die Honda CB 500 F fährt also rundum gute Noten ein: Motor, Getriebe, Kupplung, Fahrwerk und Bremsen sind auf der Höhe der Zeit, Sitzposition wie Bedienung stellen voll zufrieden, solange man nicht zu den Zweimeter-Plus-Menschen gehört. Dafür sind 6.390 Euro nicht zu viel Geld, zumal die Kunden dafür eine erstklassige Verarbeitungsqualität erhalten. Hinzu kommen recht geringe Unterhaltskosten. So zeigt sich das Bike nicht nur als problemlos zu bewegendes Alltagsmotorrad, sondern auch in Sachen Wirtschaftlichkeit von seiner besten Seite.

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