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Honda macht seine „Kleine“ fit für die neue Konkurrenz

| Autor: Jan Rosenow

Die Japaner haben ihre CB-500-Baureihe überarbeitet und Euro-5-tauglich gemacht. Doch hinter dem großen „Kundendienst“ steckt wohl noch ein anderer Grund.

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Die CB 500 F behält auch im Modelljahr 2021 ihr schnittiges Äußeres ohne irgendwelche Retro-Anleihen.
Die CB 500 F behält auch im Modelljahr 2021 ihr schnittiges Äußeres ohne irgendwelche Retro-Anleihen.
(Bild: Honda)

Sie tragen seltsame Namen wie Voge, oder klassische Signets wie Benelli, oder irgendwie-britisch-klingende Kunstnamen wie Brixton – doch alle wollen das gleiche: der höchst erfolgreichen CB-500-Baureihe von Honda die Kunden abspenstig machen. Der Angriff der Chinesen auf den europäischen Motorradmarkt – seit mindestens zehn Jahren vorhergesagt – hat nun richtig begonnen. Denn erst jetzt können Anbieter wie Voge (eine Marke des Loncin-Konzerns), Benelli (Qianjiang) und Brixton (KSR-Group, Produktion in China) in Design und Technik mit den Japanern mithalten.

Alle drei bieten sie konkurrenzfähige und und attraktive Maschinen mit 500-Kubikzentimeter-Twin an, der dem entsprechenden Zweizylinder aus der Honda CB 500 wohl nicht nur zufällig stark ähnelt. Das Flügel-Imperium sah sich sicherlich auch deshalb veranlasst, seiner Einsteigerbaureihe ein Update angedeihen zu lassen. Außerdem mussten die Maschinen ohnehin fit gemacht werden für die neue Abgasnorm Euro 5, die ab 2021 alle Neufahrzeuge einhalten müssen.

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Änderungen am Motor waren dafür nicht nötig. Der erst 2019 überarbeitete Achtventiler mit dem für Motorräder ungewöhnlichen, quadratischen Hub-Bohrungs-Verhältnis setzt weiterhin auf einen harmonischen Drehmomentverlauf. Hohe Drehzahlen sind angesichts des durch die Führerscheinklasse A2 definierten Leistungslimits von 35 kW/48 PS auch unnötig.

Weiterhin bietet Honda die Maschine in drei Varianten an:

  • die CB 500 X im Adventure-Look mit 19-Zoll-Vorderrad,
  • die CB 500 F als modernes Naked Bike,
  • die CB 500 R als Einstiegs-Sportler.

Ein Hauch von Africa Twin

Die CB 500 X bekommt zum Modelljahr 2021 drei neue Farben (Grand Prix Red, Matt Gunpowder Black Metallic, Pearl Metalloid White) mit einem „Hauch von Africa Twin“, wie es im Pressetext heißt. Die Instrumente basieren weiterhin auf einem monochromen LCD-Display, zeigen nun aber Gangposition sowie Schaltindikator an. Letzterer ist standardmäßig auf 8.750 U/min eingestellt, kann aber in Schritten von 250 U/min zwischen 5.000 und 8.750 U/min justiert werden.

Die CB 500 F bleibt dem schnittigen Streetfighter-Design treu und schwenkt (noch) nicht auf die mittlerweile aktuelle Honda-Formensprache Neo Sports Café um. Wir bedauern das ausdrücklich, doch angesichts der jugendlichen Zielgruppe, die die Japaner mit der Baureihe ansprechen, ist es wahrscheinlich die richtige Entscheidung. Es gibt zwei neue Farben, und die Änderungen am Display gelten auch für die F – und für die sportliche R-Variante.

Die Chinesen sind (meist) auch nicht billiger

Die Preise für den 2021er Modelljahrgang hat Honda noch nicht bekanntgegeben. Das bisherige Modell kostet in der F-Variante rund 5.920 Euro (zuzüglich Überführung). Und die chinesischen Konkurrentinnen? Die zeigen, dass man auch in China den Reis nur mit Wasser kocht. Hochwertige Komponenten, moderne Elektronik und aufwendiges Design kosten Geld, und so sind beispielsweise die Brixton Crossfire (ab 5.848 Euro) und die Benelli Leoncino (ab 5.990 Euro) nicht günstiger als die Honda. Nur die Voge 500 R geht mit 4.869 Euro gerade noch als Schnäppchen durch. So dürfte es den Chinesen auch weiterhin schwerfallen, den europäischen Markt wirklich aufzurollen.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group