Horex: Die Krone Augsburgs gewinnt an Glanz

Werksbesuch bei Horex

| Redakteur: Lisa Bührer

Clemens Neese (li.) und Stephan Maderner (»bike und business«) in der Horex-Manufaktur Augsburg.
Clemens Neese (li.) und Stephan Maderner (»bike und business«) in der Horex-Manufaktur Augsburg. (Foto: Lisa Bührer)

»bike und business“ besuchte die Horex-Manufaktur in Augsburg und erfährt im Gespräch mit Clemens Neese, Gründer und Geschäftsführer der Horex GmbH, wie es gegenwärtig um die wiederbelebte Tradtionsmarke „Made in Germany“ steht.

„Meine Frau hat bereits den Kaffee aufgesetzt, wenn ich nach Hause komme. Den Klang meiner Horex erkennt sie, lange bevor ich um die Ecke biege", zitiert Clemens Neese, Gründer und Geschäftsführer der Horex GmbH, einen Kunden. Für viele ist es genau das, was eine Horex besonders macht: der Sound. Das war schon immer so. Deshalb achtete man bei der Entwicklung der neuen Horex speziell auf diese Komponente. Der ehemalige Charme der Marke soll erhalten bleiben. „Auch das Erscheinungsbild, die klare Linie und die runden Scheinwerfer schaffen eine Verbindung zur alten Horex“, erklärt Neese in der kleinen Manufaktur in Augsburg.

Hinter der Glasfront, am Eingang der Horex-Manufaktur, schmiegt sich eine Horex an die andere. Darunter auch einige Prototypen und Designentwürfe der zu neuem Leben erweckten Kult-Maschine, die in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts neben BMW und Zündapp zu den bedeutendsten und beliebtesten Zweirädern zählte und Menschen jüngerer Jahrgänge, denen die Marke in den 1980er Jahren durch die Filme der Werner-Comics des Zeichners Rötger „Brösel“ Feldmann näher gebracht wurde.

Die drei unterschiedlichen Horex-Modelle gibt es in zwei Standardfarben und mit zwei unterschiedlichen Sitzbänken. „Durch unsere kleine Einzelfertigung ist es uns möglich, individuelle Kundenwünsche zu berücksichtigen“, sagt Clemens Neese. Etwa 26 Teile können individualisiert werden, nahezu jede Sonderfarbe ist erhältlich. Herzstück jeder Horex ist und bleibt natürlich der patentierte VR6-Sechszylindermotor, der auch für den berühmten Sound der Maschine verantwortlich ist. Für das Basismodell der Roadster ruft Horex 22.900 Euro auf, für die Classic müssen die Kunden 24.900 Euro auf den Ladentisch blättern, die Sonderedition kostet 33.333 Euro.

Absatz, Ziele, Kapazität

Vom neu gelaunchten und limitierten Modell Horex Cafe Racer 33 Ltd. (in Zusammenarbeit mit LSL Motorradtechnik entstanden) habe man in der ersten Jahreshälfte bereits 28 Stück verkauft. Trotz des höheren Preises. Auch das Modell Classic laufe besser als die Horex Roadster VR6.

Man rechne in 2014 mit einem Absatz von 400 Maschinen. Um in die schwarzen Zahlen zu rutschen, müsse sich der Gesamtabsatz verdoppeln, so Neese weiter. Angestrebt wird die Performancewende bis 2016. Neben Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen dafür zukünftig Thailand, England, Norditalien sowie die Beneluxstaaten als Horex-Märkte erschlossen werden. Strategisch eine kluge Entscheidung: diese Länder erfordern keine Leistungsanpassung. Allerdings wird die Ausweitung schrittweise erfolgen. Schließlich dürfe man sich nicht übernehmen. Die momentane Kapazitätsgrenze der Augsburger Manufaktur liegt laut Neese bei etwa 1.200 bis 1.300 Maschinen pro Jahr.

Probefahren in Ischgl

Um den Absatz bis dorthin voranzutreiben, gibt es seit Anfang August die Möglichkeit, die beiden Horex-Modelle VR6 Roadster und VR6 Classic bei ganztägigen Testfahrten auszuprobieren. Dazu stationiert Horex zwei Fahrzeuge im Motorrad-Testzentrum der Aktion „Highbike im Paznaun“. Das Zentrum ist in Ischgl (Paznauntal, Tirol) beheimatet und operiert derzeit bereits in der vierten Saison. Dort stehen die neuesten Modelle von BMW, Ducati, KTM und Triumph für ganztägige Testfahrten zur Verfügung und ab jetzt also auch Horex.

„Ich bin absolut davon überzeugt, dass die vorzüglichen Eigenschaften unserer Sechszylinder-Motorräder auf den 30 Pass-Straßen, die im Highbike-Einzugsgebiet liegen, sehr positiv zur Geltung kommen“, so Clemens Neese. Im Preis von 90 Euro (mit Paznaun-Gästekarte) bzw. 120 Euro (ohne Gästekarte) ist außer allen während des Testtages gefahrenen Kilometern auch eine Vollkasko-Versicherung mit 500 Euro Selbstbehalt inklusive. Benzin geht selbstverständlich extra.

(Weitere Informationen und Reservierungen online unter: www.highbike-paznaun.com)

Da hat sich was getan

Seit der Einführung des Roadsters vor zwei Jahren hat sich einiges getan. Drei wesentliche technische Komponenten, die Tester bei ihren bisherigen Probefahrten monierten, wurden überarbeitet: Das Mapping (runderer und smoother Motorlauf), die Kupplung (nicht mehr so schwer gängig) und das Temperaturmanagement (neu angeordnete Gebläseventilatoren). „Jetzt haben wir ein technisch völlig zufriedenstellende Produkt“, stellt Neese fest. Zusätzlich produziert Horex seit Ende des vergangenen Jahres auch die VR6-Motoren selbst in Augsburg. Bis dorthin wurden diese von der Berliner Firma Weber in einer Produktionskooperation gefertigt. Vor allem der Produktionsablauf sowie die Entscheidungsprozesse sollen dadurch verkürzt werden.

Alles in allem, ist die Stimmung in Augsburg optimistisch. „Wir erhalten durchweg positives Kundenfeedback. Werte wie Komfort, Tradition, Qualität, edles Design und natürlich einen einmaligen Sound bringen unser Kunden mit der Marke Horex in Verbindung", sagt Neese. Für das Vertriebs- und Werkstattnetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz sucht Händlernetzentwickler Klaus-Peter Schäfer gegenwärtig weitere Partner, welche die bestehenden derzeit 30 Händler ergänzen sollen.

In Kürze lesen Sie an dieser Stelle einen Fahrbericht der Horex VR6 Roadster und ein „Treffen der Generationen“, ein Fotoshooting mit einer Horex Regina 350 (Baujahr 1951), die 1952 mit 20.400 gebauten Exemplaren die meistverkaufte 350er der Welt war.

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