Horex: Ready for Take-off

Erste Ausfahrt mit der neuen Horex VR6 Roadster

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Sie fährt! Horex VR6 Roadster unterwegs auf der Schwäbischen Alb.
Sie fährt! Horex VR6 Roadster unterwegs auf der Schwäbischen Alb. (Foto: Horex)

Im August sollen die ersten Exemplare der neuen VR6 Roadster zu den Händlern kommen. Erstmals konnte »bike und business« die Maschine nun fahren.

Der Ort war nicht ohne Hintergedanken gewählt: Auf einem ehemaligen Militärflugplatz auf der Schwäbischen Alb hat Horex die ersten fahrbereiten Exemplare seiner neu entwickelten VR6-Maschine der Fachpresse präsentiert. Damit nahm das junge Unternehmen nicht nur bezug auf die Geschichte der Marke Horex, deren Wurzel ein Flugmotorenproduzent aus der Kaiserzeit ist. Sondern gab wohl auch seiner Hoffnung Ausdruck, dass es nach mehreren Verzögerungen in der Serienentwicklung der neuen Maschine nun so richtig abheben möge.

Ursprünglich hatte Horex den Produktionsstart für Ende 2011 angekündigt. Durch mehrere technische Änderungen während der Entwicklung – beispielsweise wurde der Endantrieb von Zahnriemen auf Kette umgestellt und ein Sekundärluftsystem integriert – sowie durch Probleme mit Zulieferern ließ sich dieser Termin nicht halten. Doch nun soll es losgehen: Laut Vertriebsleiter Fritz Rombach bekommen die knapp 30 Händler noch im August ihre Vorführmaschinen ausgeliefert. Die nächsten produzierten Maschinen sind für die Kunden reserviert, die bereits jetzt bestellt haben. Danach erhalten die Händler ihre zweite Maschine als Ausstellungsstück.

Die Kapazität in der Ausburger Fertigungsstätte beträgt vier Einheiten pro Tag; dabei montiert jeweils ein Monteur pro Tag eine komplette Maschine.

Händler haben Verständnis gezeigt

Obwohl Verzögerungen bei der Entwicklung eines komplett neuen Fahrzeugs fast unvermeidlich sind und auch den ganz Großen passieren können – man denke nur an die verspätete Auslieferung der BMW-Rollermodelle – ist das für die Händler ein echtes Problem. Denn im saisonalen Motorradgeschäft ist das Verkaufsjahr 2012 jetzt schon praktisch gelaufen. „Trotzdem hat die Mehrheit unserer Partner Verständnis für die Verzögerung gezeigt, und kein einziger ist abgesprungen“, sagte Fritz Rombach gegenüber »bike und business«.

Ob sich das Warten nun gelohnt hat, darüber sollte die erste Probefahrt mit der einzigartigen Sechszylindermaschine Aufschluss geben. Auf einer Runde über die kurvenreichen Landstraßen der Schwäbischen Alb konnte sich »bike und business« mit dem neuen Motorrad aus Deutschland vertraut machen.

Erster Eindruck: Es gibt endlich wieder eine Maschine für ausgewachsene Menschen, die nicht nach Reiseenduro aussieht. Selbst der 1,90 große Redakteur fand eine entspannte und bequeme, dabei aber nicht unsportliche Sitzposition. Fußrasten und Lenkerkröpfung passten perfekt, nur die Aussparung, in der die Knie Platz finden sollen, ist wie bei vielen modernen Motorrädern etwas zu klein geraten. Knieschluss ist trotzdem möglich.

Das Mapping ist noch nicht perfekt

In Fahrt flößte das Chassis mit dem mächtigen Aluminium-Brückenrahmen sofort Vertrauen ein. Das Handling zeigte sich leicht und flüssig, ohne zu verheimlichen, dass hier gut 250 Kilogramm deutsche Wertarbeit bewegt werden müssen.

Der mächtige Sechszylinder mit seiner komplexen VR-Bauart hingegen kann das hohe Niveau des Fahrwerks noch nicht halten. Die Horex-Vertreter um Geschäftsführer Clemens Neese wiesen gleich zu Beginn darauf hin, dass vor der Auslieferung noch Abstimmungsarbeiten an der Motorsteuerung nötig sind. Besonders der spürbar unregelmäßige Drehmomentverlauf und die verhaltene Durchzugskraft aus niedrigen Drehzahlen sollten noch verbessert werden.

Die schiere Leistung und der fauchende Sound – nicht unähnlich einer Triumph Street Triple mit Sportschalldämpfer, dabei aber deutlich voluminöser – lassen aber schon heute keine Wünsche mehr offen.

Weitere Varianten sind schon angedacht

Auch wenn das rund 15 Mann starke Horex-Team im Moment alle Hände voll zu tun hat, die Maschine serienreif zu machen, gibt es doch auch schon Planungen, die Modellpalette auszubauen. Auf der Intermot soll bereits eine Variante mit einem noch klassischeren Design zu sehen sein; in fernerer Zukunft sind tourentauglichere und sportlichere Versionen geplant – dann auch mit dem ursprünglich angedachten Kompressor.

Einstweilen können sich Händler und Kunden auf eine wirklich gelungene Neuheit freuen, jedenfalls wenn das Motormapping noch die angekündigten Verbesserungen erfährt. Wer Interesse an einer Zusammenarbeit mit Horex hat: Einige Händlerstandorte sind noch offen, vor allem in Norddeutschland.

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