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Husqvarna will zurück auf die Straße

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Die BMW-Tochtermarke plant ein neues Straßenbike. Als Antrieb soll eine überarbeitete Version des BMW-Reihentwins dienen.

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Husqvarna nutzt die Motorvariante aus der F 800 GS mit aufrechter Zylinderbank.
Husqvarna nutzt die Motorvariante aus der F 800 GS mit aufrechter Zylinderbank.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die schwedische Marke Husqvarna gilt als reiner Enduro- und Supermoto-Spezialist, hat aber früher auch Straßenmotorräder hergestellt und sogar eindrucksvolle Rennerfolge erzielt. An diese Geschichte möchte der Eigner BMW nun anknüpfen und lässt Husqvarna deshalb ein neues Straßenmotorrad entwickeln. Laut einer Pressemeldung soll das Modell „Flexibilität und Fahrspaß auf und neben der Straße“ verbinden.

Genaue Angaben zum Konzept haben beide Unternehmen noch nicht gemacht. Die Zeitschrift „Motorrad“ spekuliert in ihrer neuesten Ausgabe auf eine „Supermoto oder ein sportliches Funbike im Stile einer Aprilia Dorsoduro“.

Mehr Leistung und Drehmoment

Mehr Informationen gibt es über den Motor. Husqvarna nutzt den von Rotax für BMW entwickelten Reihentwin, der in der F-800-Baureihe zum Einsatz kommt – und zwar die GS-Variante mit aufrechter Zylinderbank und Kettenantrieb. Der Hubraum soll allerdings auf 900 cm³ wachsen. Husqvarna verspricht „eine beträchtliche Verbesserung von Kraft und Drehmoment“.

Luftfilterkasten und Auspuff sind an den geänderten Motor angepasst und sollen dafür sorgen, dass die Motorkraft sich linear und gleichmäßig bei niedrigen sowie stark und kraftvoll bei hohen Drehzahlen entfaltet. Laut „Motorrad“ soll die neue Version des Twins kein Gleichläufer mehr sein, sondern einen Hubzapfenversatz aufweisen. Das würde der Maschine einen vollkommen anderen Charakter verleihen und auch den aufwendigen Massenausgleich des Originals per Hilfspleuel überflüssig machen.

Mit Formel-1-Know-how entwickelt

Im Ergebnis soll das Motorrad zwar Neueinsteigern ein Gefühl der Sicherheit und Beherrschbarkeit vermitteln, aber auch versiertere Fahrer zufriedenstellen. Das Motorenprojekt ist laut Husqvarna von den Entwicklungsabteilungen beider Unternehmen gemeinsam gestemmt worden. Auch Ingenieure aus dem eingestellten Formel-1-Projekt des Münchner Konzerns hätten daran mitgearbeitet.

Update: Neue Bilder

Nach Veröffentlichung dieser Meldung hat Husqvarna nun noch Designskizzen des geplanten Straßenbikes freigegeben. Die Zeichnungen zeigen eine Architektur, die sich von allem unterscheidet, was derzeit auf dem Markt verfügbar ist.

Bildergalerie

Die besondere Form der Seitenteile, die sich an den Enduro-Modellen des Hauses orientiert, ist charakteristisch für das neue Bike. Das ganze Aussehen spiegelt die angestrebte Dynamik, Wendigkeit und leichte Bauweise wieder.

Weitere Merkmale sind die in die Front integrierten Lufteinlässe und das schlanke Heck. Die technischen Komponenten sind komplett sichtbar – ob das allerdings auch nach der stets kompromissbehafteten Serienentwicklung so sein wird, bleibt abzuwarten.

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