IFZ: Bikercheck gegen Herbstgefahren

Motorradfahren im Herbst ist schön, hat aber auch seine Tücken

| Redakteur: Lena Hofbauer

Herbsttouren können tückisch sein. Auf welche Gefahren man achten sollte, erklärt das Institut für Zweiradsicherheit.
Herbsttouren können tückisch sein. Auf welche Gefahren man achten sollte, erklärt das Institut für Zweiradsicherheit. (Foto: ifz)

Kürzere Tage und Heizungsluft sind Vorboten für den Herbst, die auch motorisierten Zweiradfahrern ein Signal geben: Das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) gibt Tipps, worauf bei Biketouren zu achten ist.

Jeder kennt das im Herbst: Kaum ist die Sonne verschwunden, wird es augenblicklich kalt. Gerade in den Morgen- und Abendstunden sind die Übergänge oft recht deutlich zu spüren. Da Frieren die Konzentration stört, gilt es hier, die richtige Bekleidung zu wählen. Funktionsbekleidung mit herausnehmbarem Thermofutter kann bei diesen Witterungsverhältnissen hilfreich sein. Ebenso schnell einsetzbar sind kleine Helfer wie Sturmhauben, Hals- und Kniewärmer oder windabweisende Überzieher, um der Witterung zu trotzen und stets für maximalen Komfort zu sorgen.

So angenehm die wärmende Herbstsonne ist, so tückisch kann diese hilfreiche Wärmequelle auch sein, denn die tief stehende Herbstsonne sorgt schnell für Blendung. Ist dazu das Visier noch zerkratzt oder verschmutzt, befindet sich der Motorradfahrer fast im „Blindflug“. Deshalb ist es jetzt besonders wichtig, auf ein kratzfreies und sauberes Visier zu achten. Die blendende Sonne trifft natürlich auch die anderen Verkehrsteilnehmer. Motorradfahrer werden deshalb jetzt noch leichter übersehen. Ebenso können plötzlich auftretende Nebelbänke die Sicht erschweren. Auch frühzeitige Dunkelheit trägt dazu bei, übersehen zu werden. Von daher ist es wichtig, gut sichtbare Bekleidung zu tragen und die Beleuchtung am Fahrzeug regelmäßig sorgfältig zu kontrollieren.

Die oftmals feuchte Wetterlage im Herbst lässt das Visier häufiger beschlagen als im Sommer. Eine gängige „Sofortmaßnahme“ besteht darin, es einen Spalt breit geöffnet zu lassen. Jedoch haben nicht alle Visiere eine passende Rasterung, außerdem kann es im Helm unangenehm ziehen. Alternativ bieten sich hier Anti-Beschlagmittel oder gleich ein Visier, das Beschlag hemmend beschichtet ist. Der Königsweg besteht in einem doppelwandigen – dem so genannten Pinlock-Visier. Dieses verhindert mit Hilfe einer zweiten Scheibe das unangenehme Beschlagen. Wie bei einer Doppelverglasung verhilft die entstandene Luftkammer zwischen innerer und äußerer Scheibe zu einem besseren Durchblick bei schlechter Wetterlage. Die meisten Helme lassen sich damit ausrüsten, der Fachhandel kann hier weiterhelfen.

Neben eingeschränkten Licht- und Sichtverhältnissen ist ebenso wichtig, die Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche im Auge zu behalten. Raureif am Morgen und Feuchtigkeit am Abend können tückisch sein. Ebenso ist der Herbst in gemäßigten Zonen die Zeit der Ernte. In ländlichen Gegenden muss also wegen des Ernteverkehrs mit verschmutzen Straßen gerechnet werden. Zudem kann Laub die Fahrbahn rutschig machen. Die Straßen sind also im Herbst nicht mehr das, was sie im Sommer waren – griffig. Kältere Reifen und kälterer Asphalt „verzahnen“ sich nicht mehr so gut. Starkes Beschleunigen, extreme Schräglagen und hartes Bremsen gehören deshalb nur bedingt in die bunte Jahreszeit.

Unangenehme Bekanntschaft für beide Seiten kann der im Herbst zunehmende Wildwechsel bedingen. Erhöhte Aufmerksamkeit, ein vergrößerter Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden und besondere Vorsicht an Feldern und Wäldern tragen zu einem sicheren Ankommen bei.

Der Herbst-Check im Überblick

– feuchte, rutschige und verschmutzte Straßen,

– glitschiges Laub,

– verschmutzte Fahrbahnen, vor allem in ländlichen Gegenden,

– landwirtschaftliche Fahrzeuge und Erntemaschinen,

– plötzlicher Nebel,

– Blendeffekte durch tief stehende Sonne,

– vermehrter Wildwechsel,

– sauberes Visier ohne Kratzer,

– warme Kleidung.

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