Immer das passende Bike griffbereit

Der Motorradhändler Warm-up belegt einen Platz unter den Top Ten

| Autor / Redakteur: Markus Lauer / Martina Eicher

Thomas Holzner ist seit 1982 in der Motorradbranche tätig.
Thomas Holzner ist seit 1982 in der Motorradbranche tätig. (Foto: Markus Lauer)

Unternehmensportrait: Warm-up Zweiradtechnik aus Aalen landet unter den Top Ten beim „Motorradhändler des Jahres 2012“.

Die Herzen der Custombike-Fans schlagen höher, wenn sie den Namen Warm-up hören. Der sympathische Familienbetrieb von der Ostalb heimste mit seinen Hammer-Umbauten schon auf vielen Customshows Auszeichnungen ein – zuletzt auf der Intermot oder demnächst wieder in Bad Salzuflen. Anfang des Jahres 2012 ist der Kawasaki-Spezialist in ein insolvent gegangenes Autohaus umgezogen und hat die Marke Triumph mit an Bord genommen.

Der Herzblutschrauber Thomas Holzner – den alle Tommi nennen – paart professionelle Betriebsführung mit kreativen Verkaufsideen. Beispielsweise findet vor der Urlaubssaison ein „Gebraucht-Tag“ statt, an dem spezielle Service- und Reifenchecks angeboten werden. Des Weiteren veranstaltet Warm-up sogenannte „Bike & Musik-Weekends“, die gut besucht und überregional bekannt sind. Holzner führt sein Geschäft solide, service- und kundenorientiert. Das spiegelt sich auch in der innerbetrieblichen Stimmung wider, denn die Krankenquote seiner Crew liegt seit Jahren bei Null. Um eine stabile Mannschaft zu haben, stellt er jedes Jahr einen Auszubildenden ein. Holzners Mitarbeiter erhalten Teile, Bekleidung und Reifen zum Einkaufspreis. Die im Sommer angehäuften Überstunden baut die Crew in den Wintermonaten nach dem Montag- oder Freitag-frei-System ab. Außerdem unternimmt Holzner mit seinen Leuten Ausflüge: Beispielsweise jetten sie eine Woche zum Endurofahren nach Spanien. Warm-up hat 10 Mitarbeiter und die Stärken liegen laut Tommi in der individuelle Beratung: „Wir finden immer das passende Bike für den Kunden.“ Die Kundendatei umfasst etwas 9.000 Adressen, davon sind rund 5.000 aktive Customer. Im Ausstellungsraum von Warm-up findet das Auge kaum Halt, denn es erblickt Unmengen an Zweirädern. Nach Marken geordnet, stehen sie in Reih und Glied: links Kawasaki, in der Mitte die Roller und rechts Triumph. Den gläsernen Eingangsbereich schmücken einige Warm-up-Umbauten sowie Fragmente einer historischen Motorradwerkstatt. Durch einen Durchgang, über dem die Aufschrift „Gebraucht-Motorräder“ prangt, gelangt man in eine Halle. Dahinter erhöht sich sofort der Herzschlag eines jeden Bikers, denn hier stehen Motorräder „bis zum Horizont“. „Es sind etwa 160 Stück“, erklärt Holzner freudig. Er kauft aktiv und gezielt gebrauchte Motorräder an und hat für wirklich jeden Geschmack das richtige Bike griffbereit.

Edel-Streetbikes sind Imageträger

Nach wie vor betreibt Tommi Customizing. „Die entwerfen und bauen wir selbst“, erklärt er stolz und zeigt auf eine Auswahl der Edel-Streetbikes. Und stolz kann er darauf auch sein, denn die Warm-up-Crew gewann den 1. Platz bei der „Cologne Custom Championship 2012“. Die Edel-Streetbikes sind mehr Imageträger als Profitgeschäft. „Wir stellen unsere Umbauten auf vielen Messen aus. Die Leute sehen sie, aber bestellen dann eher einzelne Komponenten als das gesamte Gefährt“, erklärt Tommi Holzner. Natürlich gestaltet Warm-up das Bike auch nach Wunsch der Kunden, die übrigens aus ganz Europa kommen. Das Ziel bespricht Holzner grob mit dem Besitzer, da sich das Endprodukt hauptsächlich während der Umbauphase herauskristallisiert. In dieser Zeit wirft ein Sachverständiger regelmäßig ein Auge auf das Projekt und gibt Tipps, was geht und was nicht. Mittlerweile baut und gestaltet Warm-up Motorräder auch für andere Bike-Händler, die diese dann an ihre Kunden verkaufen. Seit 1982 ist Holzner in der Motorradbranche tätig; 1995 hat er sein eigenes Geschäft eröffnet. Er begann mit Aprilia und 1999 kam Kawasaki dazu. 2008 nahm das Unternehmen bereits beim „Motorradhändler des Jahres“ von »bike und business« teil und belegte einen Platz unter den Top 20.

Um neue Märkte zu erschließen, hat Tommi es sich zum Ziel gesetzt, das Motorradfahren für Frauen wieder interessant zu machen. Dazu hat er diverse Specials ins Leben gerufen: In seinem Laden gibt es eine separate Motorradbekleidungsecke für Frauen, einen Lady-Schrauberkurs und ein Wochenende auf einer Rennstrecke nur für das weibliche Geschlecht. Zudem bietet Warm-up Enduro-Touren in Spanien, viermal im Jahr Renntrainings und dreimal Sicherheitstrainings an. Holzner und seine Crew organisieren dazu alles: den rennstreckenkonformen Umbau der Bikes, den Transport auf dem Hänger sowie das nötige Drumherum. Die Jury-Mitglieder staunen und fragen sich: „Wie viele Tage hat sein Jahr eigentlich?“ Auf die Frage, wie er das alles unter einen Hut bekommt, antwortet er: „Eins nach dem anderen“, und zeigt seinen Terminkalender, der aus allen Nähten platzt: Messen, Touren, Treffen, Rennstrecke, Spanien etc. Und nach einem arbeitsreichen Tag zieht sich Tommi in seine kreative Ecke zurück und entwirft einen spartanischen Sitz, einen filigranen Nummernschildhalter, oder er modelliert mithilfe von Ton ein neues Heck für ein Streetbike. Thomas Holzner und seine Custombiketruppe leben Motorradbegeisterung vor. Sie schwärmen für eine Branche, die das Leben lebenswert macht. Authentisch, echt und original. Der Chef hat konkrete Vorstellungen von seiner Zukunft; ein Traum von ihm ist, dass Warm-up zum Motorradkompetenz-Zentrum Ostalb wird, mit den Marken BMW, Harley oder Ducati an Bord. Wenn das keine zukunftsorientierten Aussichten sind!

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