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Immer wenn ein Händler zuschließt, geht ein Stück Motorradbranche den Bach runter

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 24/I), Folge 697: In der vergangenen Woche habe ich mich sehr über einen Leserbrief des Inhabers einer Freien Werkstatt gefreut. Sie bezog sich auf meinen beiden letzten Speedlogs, die mit dem Titel „Gier frisst Hirn“ und „Ablöse für Azubis“ von sich reden machten. Ich habe darauf hin den Telefonhörer in die Hand genommen...

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Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Communications Group)

...und mich bei dem Unternehmer persönlich für sein Feedback bedankt. Ich fand dessen Reaktion einleuchtend und klar geschrieben und in der Tonalität sehr professionell. Hier nun also der O-Ton seines elektronischen Briefes: „Hallo Herr Maderner, das Thema Gier betrifft Händler und Kunden gleichermaßen. Und im Zeitalter des Fachkräftemangels ist ein Mechaniker von uns auch zur Industrie abgeworben worden! Wir sind ja mittlerweile ein Lohnhochpreis Land geworden. Um die Mitarbeiter vernünftig zu entlohnen, braucht ein jeder Betrieb eine ordentliche Marge.

Wir haben unserer Geschäft ausschließlich auf Gebrauchtfahrzeughandel und der dazugehörigen Werkstatt-Dienstleistung ausgerichtet. Vom Hersteller Suzuki haben wir uns getrennt, da Margenkürzungen und Lieferengpässe, davon mal ganz abgesehen, dass neue Produkte fehlen, an der Tagesordnung waren. Bei uns im näheren Umkreis haben im vergangenen Jahr vier Motorradhändler zugemacht und der ein oder andere mag denken, das für die übrig gebliebenen Händler es dadurch erträglicher wird. Stimmt definitiv nicht, da immer wenn ein Händler zuschließt ein Stück Motorradbranche den Bach runtergeht.

Bei einigen namhaften Herstellern weiß ich nicht, ob da in den Geschäftsetagen überhaupt noch Hirn vorhanden ist. Gier in jedem Fall. Die Bewertung hierzu überlasse ich anderen. Mit freundlichen Grüßen, Steffen Timm, Motorradhaus Timm GmbH, Hollenstedt in der Nordheide.“

Was ist Ihr persönliches Konzept, um auf dem Motorradmarkt, zu überleben? Wie schaffen es diejenigen, die Vertragshändler bleiben wollen und nicht die Flucht nach vorne antreten und den Status „Freie Werkstatt“ anstreben, erfolgreich zu überleben? Freue mich wie immer auf persönliche und stichhaltige Reaktionen aus der Leserschaft.

Hinweisen möchte ich an dieser Stelle noch einmal an unseren Award „Motorradhändler des Jahres“ erinnern.

Bei diesem Wettbewerb sind nicht nur Vertragshändler aufgerufen, sich zu bewerben, sondern explizit auch Freie Werkstätten. Dabei geht es nicht darum, großspurig auf seine Erfolge hinzuweisen und sie an die große Glocke zu hängen, sondern um den Versuch, sich auf den Prüfstand zu stellen, um zu sehen, wo man steht und ob und wie man von den Ideen anderer lernen möchte. Dazu gehört auch die Bereitschaft, andere schlau zu machen und von seinen erfolgreichen Strategien zu erzählen. Nur gemeinsam sind wir stärker. Die Bewerbungsfrist für unsere Online-Bewerbung läuft noch bis zum 5. Juli. Nix wie ran und werfen Sie Ihren Hut in den Ring.

(ID:45962455)

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