Motorrad-Veredler individualisiert Harleys mit Siemens-Steuerung

Unikate vom Feinsten

| Redakteur: Katharina Juschkat

Für besonders exklusive Bikes von Kodlin können fünf- und sogar sechsstellige Eurobeträge fällig werden.
Für besonders exklusive Bikes von Kodlin können fünf- und sogar sechsstellige Eurobeträge fällig werden. (Bild: © MMD Kodlin)

In Nordhessen hat sich die Firma Kodlin Motorcycle darauf spezialisiert, Motorräder der Marke Harley ganz nach Wunsch der Kunden zu individualisieren. Um die Sonderwünsche umzusetzen, verwendet das Unternehmen die Werkzeugmaschinensteuerung von Siemens und MMD.

Kodlin Motorcycle in Nordhessen hat sich darauf spezialisiert, Motorräder der Marke Harley-Davidson nach den Wünschen ihrer Kunden zu veredeln. Je nach Modifikation der Serienmaschine belaufen sich die Kosten dafür auf über 50.000 Euro. Für die Fertigung der speziell designten Rahmen und Bauteile wie Trittbretter, Fußraster und Griffe setzt Kodlin auf die Werkzeugmaschinensteuerung Sinumerik 828D von Siemens und eine Promill VL 1000 von MMD Werkzeugmaschinen. Damit kann das Unternehmen die Einzelteile und Kleinstserien wirtschaftlich produzieren und durch die eigene Fertigung zudem das technische Wissen im Haus.

Kult mit dem gewissen Etwas

Viele verbinden die Motorradmarke Harley-Davidson mit Freiheit und Unabhängigkeit. Motorräder der Marke gelten als Kult, und ihre Besitzer haben oft eine enge Beziehung zu ihren Maschinen. Noch stärker ist das der Fall, wenn die ohnehin schon beeindruckenden Motorräder individuell veredelt werden und damit noch mehr den Wünschen ihrer Fahrer entsprechen.

Möglich macht das seit 1984 das hessische Familienunternehmen Kodlin Motorcycle unter der Leitung von Fred Kodlin und seinem Sohn Len. Zusammen mit ihrem Team modifizieren sie pro Jahr rund 50 Motorräder, darunter die derzeit nachgefragten „Bagger“, also Motorräder mit sehr großen Vorderrädern.

Einfache Bedienung der anspruchsvollen Technik

Die Einzelteile und Kleinstserien wie Trittbretter, Motordeckel, Griffe und Fußraster fertigt die Firma selbst. „Die Gefahr, dass plötzlich irgendwo Plagiate auftauchen, ist einfach zu groß”, erklärt Len Kodlin. „Unsere Kunden zahlen für Einzigartigkeit, und die bekommen sie bei uns. Aus diesem Grund erledigen wir alles selbst – von der Blechbearbeitung über das Schweißen bis hin zum Fräsen, Drehen, Lackieren und Montieren.“ Dafür verwendet Kodlin das CNC-Bearbeitungszentrum Premill VL1000 und die Steuerung Sinumerik 828D mit der Sinumerik-Operate-Benutzeroberfläche. Damit können die Mitarbeiter einfache Teile direkt an der Maschine erstellen, komplexe Teile designt Kodlin an einem externen CAD/CAM-Arbeitsplatz. Die Daten werden dann via USB-Stick auf die Maschine übertragen.

Bei der Einrichtung von Werkstück und Werkzeug nutzt Kodlin diverse Sinumerik-Zyklen. Die übersichtliche Ordnerstruktur von Sinumerik Operate, die ähnlich aufgebaut ist wie an einem herkömmlichen PC, hilft ihm bei der Programmbenennung. Damit können Programme beispielsweise als „Lenker1-Harley3“ benannt werden, was der späteren Zuordnung und Auffindbarkeit entgegenkommt. Neben der Steuerung und den fertigungstechnischen Möglichkeiten des CNC-Bearbeitungszentrums verwenden die Motorrad-Veredler auch das Technologiepaket der Sinumerik 828D Mdynamics mit integrierter Bewegungsführung Advanced Surface. Damit kann das Programm so eingestellt werden, dass die Maschine Geschwindigkeit, Genauigkeit und Oberflächenqualität in ein optimales Verhältnis setzt.

Luxuriöse Unikate auf zwei Rädern

Neben Modifikationen an einzelnen Teilen der Motorräder bietet das Unternehmen auch Einzelstücke, bei denen nur noch der Motor von Harley-Davidson stammt, der Rest jedoch den individuellen Kundenwünschen angepasst wurde. „An Exklusivität sind diese Unikate nicht zu überbieten, denn in Design und Technik machen wir nahezu Unmögliches möglich“, erklärt Len Kodlin. Grenzen setzen dann nur der TÜV und der Geldbeutel der Kundschaft. Denn ein solches Unikat kostet gerne bis zu 120.000 Euro. Vielleicht auch der Grund, warum diese Sonderanfertigungen bisher mit ein bis zwei Stücken pro Jahr auch die Ausnahme sind. (kj)

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