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Indian: Die Abenteuer der Abernathy-Brüder

Im Jahr 1913 sind Temple und Louis Abernathy im Alter von nur 10 und 14 Jahren allein mit einer Indian von Oklahoma nach New York gefahren. Aber das ist noch nicht die ganze Geschichte.

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Louis und Temple Abernathy und ihre Indian-Rekordfahrt von Oklahoma nach New York. Das war im Jahr 1913.
Louis und Temple Abernathy und ihre Indian-Rekordfahrt von Oklahoma nach New York. Das war im Jahr 1913.
(Bild: Indian)

Die Legende Indian wird nicht nur von der eigenen wechselvollen Geschichte geprägt, sondern auch von unglaublichen Abenteuern, in die sich wagemutige Motorradfahrer mit ihren Indian-Motorrädern gestürzt haben. Und die Story, von der hier erzählt werden soll, ist einfach so gut, dass man sie aus Sicht der Marketing-Abteilung von Indian einfach bringen muss.

Die Marke Indian hat eine lange Liste von Rekorden aufgestellt, die zum Teil so unglaublich sind, dass sie jahrzehntelang Bestand hatten und geeignet waren, den Mythos von der Unzerstörbarkeit von Indian-Motorrädern zu begründen.

Mr. Cannonball

Den bis heute wohl bekanntesten Rekord stellte Erwin „Cannonball“ Baker auf, als er 1914 auf einer Indian den nordamerikanischen Kontinent von der Westküste bis zur Ostküste in nur elf Tagen durchquerte – das war um neun Tage schneller als der bis dahin bestehende Rekord und entspricht einer Tagesfahrleistung von fast 500 Kilometern – allein, ohne Service, auf Straßen, die aus grobem Schotter, tiefem Sand und rutschigem Schlamm bestanden.

Zwei Bike-Schwestern im Bunde mit Indian

Nur zwei Jahre später bewiesen die Schwestern Augusta und Adeline van Buren mit einer Tagesleistung von 420 Kilometern, dass solche Rekorde keine reine Männersache sind. Sie fuhren mit ihren beiden Indians in 21 Tagen fast 9.000 Kilometer auf dem Weg von New York nach San Francisco – unter ähnlichen Bedingungen, wie Baker sie vorgefunden hatte.

Die Abernathy-Kids

Noch verblüffender aber klingt die Leistung von Louis und Temple Abernathy, die schon ein Jahr vor Cannonball Bakers-Rekordfahrt auf einer Indian von ihrem Heimatort Frederick in Oklahoma bis nach New York gefahren sind – im zarten Alter von 14 und 10 Jahren! Wer deshalb glaubt, solche Abenteuer waren ein Kinderspiel, der sollte die unfassbare Vorgeschichte der beiden Brüder kennen, die belegt, aus welchem Holz die kleinen Helden geschnitzt waren.

Es begann damit, dass ihr alleinerziehender Vater, US-Marshal Jack Abernathy, seine Söhne 1909 auf einen Ritt nach New Mexico schickte – um die beiden abzuhärten, wie er sagte. Der fünfjährige Temp (Temple) und der neunjährige Bud (Louis) ritten auf ihren Pferden Geronimo und Sam mutterseelenallein von Frederick in Oklahoma nach Roswell in New Mexico. Offensichtlich gefiel ihnen diese Art Abenteuer, denn nur ein Jahr später ritten die Brüder von zu Hause bis nach New York. 1911 nahmen sie sogar die Herausforderung an, in 60 Tagen von New York nach San Francisco zu reiten. Die Erfolgsprämie betrug 10.000 Dollar, aber Bud und Temp kamen zwei Tage zu spät am Zielort an.

Trotzdem sammelten sie so viel Sponsorengeld ein, dass sie sich davon ein Motorrad kaufen konnten – und zwar nicht irgendeines, sondern einen Indian V-Twin! 1913 nahmen die Abernathy Brüder noch einmal die Strecke Frederick-New York in Angriff – diesmal aber mit der Indian, Louis am Lenker und Temple auf dem Sozius.

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