Insolvente Touratech: Stehen die Investoren Schlange?

Stand auf der EICMA in Mailand soll Vertrauen schaffen

| Autor: Stephan Maderner

Der Touratech-Neubau ging 2017 verspätet an den Start und ließ das Unternehmen in Schieflage geraten. Jetzt verbreitet der Insolvenzverwalter allerorten wieder Optimismus.
Der Touratech-Neubau ging 2017 verspätet an den Start und ließ das Unternehmen in Schieflage geraten. Jetzt verbreitet der Insolvenzverwalter allerorten wieder Optimismus. (Bild: Touratech AG)

Investoren zeigen reges Interesse an Touratech, es liegen mehr als ein Dutzend unverbindliche Angebote vor. Dies teilt Insolvenzverwalter Dr. Dirk Pehl von Schultze & Braun mit.

Die Suche nach Investoren für das seit dem 1. November im Insolvenzverfahren befindliche Zubehörunternehmen Touratech läuft nach Angaben des Insolvenzverwalters vielversprechend. Mehr als ein Dutzend Interessenten haben unverbindliche Angebote für den insolventen Spezialisten für Motorrad-Zubehör abgegeben. Dabei handelt es sich sowohl um Finanz- als auch um strategische Investoren. „Wir arbeiten nun daran, möglichst schnell konkrete und finale Angebote zu erhalten, um für das Unternehmen eine gute Lösung zu finden und den Mitarbeitern wieder Sicherheit zu geben.

Das rege Interesse macht mich zuversichtlich, dass dies gelingen wird“, sagt Insolvenzverwalter Dr. Dirk Pehl von Schultze & Braun.

Zum 1. November eröffnete das Amtsgericht Villingen-Schwenningen plangemäß das Insolvenzverfahren und bestellte Dr. Pehl zum Insolvenzverwalter. Der Geschäftsbetrieb läuft wie schon im vorläufigen Insolvenzverfahren unverändert weiter. Alle Bestellungen werden wie gewohnt bearbeitet und ausgeliefert. Ein Großkunde habe zudem einen Auftrag über mehrere Millionen Euro über die kommenden drei Jahre bei Touratech platziert. „Das ist ein großer Vertrauensbeweis und zeigt, dass auch die Kunden an Touratech glauben“, kommentiert Pehl.

Stellenstreichungen seien deshalb keine geplant. Im Gegenteil: Aufgrund der unverändert hohen Nachfrage nach seinen Produkten habe Touratech noch während des vorläufigen Insolvenzverfahrens neue Mitarbeiter gesucht. In wenigen Tagen soll erstmalig ein Betriebsrat gewählt werden.

Insolvenzverwalter Dr. Pehl wird außerdem an der wichtigen Messe EICMA in Mailand teilnehmen, bei der Touratech wie gewohnt als Aussteller vor Ort sein wird. „Es geht darum, Vertrauen zu schaffen und transparent zu sein. Deshalb ist es mir wichtig, auf der EICMA persönlich anwesend zu sein, um mit unseren Geschäftspartnern und Kunden im Gespräch zu bleiben“, erklärt Pehl. Bereits Anfang November trifft sich der Insolvenzverwalter mit den weltweit agierenden Distributoren von Touratech im französischen Orange. Auch der Katalog für die neue Saison wird derzeit im Unternehmen vorbereitet. Er soll im Januar 2018 erscheinen.

Touratech stellte am 10. August Insolvenzantrag. Ursache dafür sei die verspätete Umsetzung eines Neubaus gewesen. Mit dem Umzug waren zusätzlich Schwierigkeiten mit der Logistik und der Fertigung verbunden. Die daraus resultierenden Produktionsausfälle und Lieferschwierigkeiten führten schließlich zur Insolvenz, hieß es.

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