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Insolvenzzahlen vor Corona leicht gestiegen

| Autor: Andreas Grimm

Im Gegensatz zur positiven branchenübergreifenden Entwicklung in Deutschland vor Corona haben im Kfz-Gewerbe die Insolvenzen im Februar erneut zugenommen, diesmal auch im Motorradbereich. Daraus ergibt sich für den Jahresanfang ein Anstieg der Schieflagen zum Vorjahr um knapp fünf Prozent.

Schon fast die Hälfte der Betriebe hat laut der Branchenumfrage von Kanzlei Voigt Rechtsanwaltskanzlei GmbH finanzielle Hilfen in Anspruch genommen.
Schon fast die Hälfte der Betriebe hat laut der Branchenumfrage von Kanzlei Voigt Rechtsanwaltskanzlei GmbH finanzielle Hilfen in Anspruch genommen.
(Foto: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe ist im Anfangsstadium der Corona-Pandemie in Deutschland gestiegen. Wie aus einem aktuellen Bericht des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht, waren im Februar 54 Betriebe aus der Branche in wirtschaftliche Schieflage geraten. Das sind 4 mehr als im Vorjahresmonat (+8,0 Prozent). In den ersten beiden Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der Pleiten um 4,9 Prozent (107 Fälle).

Zum Jahresanfang war die wirtschaftliche Lage in Deutschland allgemein noch günstig. Nach Destatis-Angaben ist die Zahl der branchenübergreifenden Unternehmensinsolvenzen insgesamt in Deutschland im Februar 2020 um 3,8 Prozent gesunken – in den ersten beiden Monaten sogar um 4,5 Prozent.

Von der gestiegenen Zahl an Firmenpleiten im Kfz-Gewerbe im Februar waren (inklusive des Teilehandels, der Autowaschanlagen und Motorradbetriebe) 127 Mitarbeiter betroffen. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summierten sich auf 12,3 Millionen Euro. In 16 der 54 Fälle wurde das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen.

Beim Blick auf die Aufteilung der Fallzahlen nach Branchensegmenten ist die Entwicklung im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat recht stabil. Der Anstieg um vier Fälle ist zum einen auf einen Zuwachs um zwei Fälle im Motorradsektor zurückzuführen sowie auf jeweils einen zusätzlichen betroffenen Betrieb im Teilehandel sowie im klassischen Werkstattgeschäft. Die Fallzahlen im Handel blieben dagegen gleich.

Damit setzt sich jedoch auch auf Monatsebene die seit Längerem erkennbare Tendenz fort, dass bei Werkstätten und Motorradbetrieben mehr Fälle von Zahlungsunfähigkeit registriert werden, in den anderen Segmenten die Insolvenzgefahr aber gleichbleibend ist.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Online-Portal unserer Schwesternzeitschrift »kfz-betrieb«

(ID:46577138)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«