Intermot 2018: Messe der begrenzten Möglichkeiten

Die Hersteller halten sich in Köln mit echten Neuheiten zurück

| Autor: Jan Rosenow

Erfolgversprechende Neuheit bei Moto Guzzi

Zwar schon seit einer Weile bekannt, aber trotzdem sehr willkommen als Bereicherung auf dem Markt der Reiseenduros ist die Moto Guzzi V85 TT. Mit ihr scheint die Traditionsmarke zum ersten Mal seit Jahren abseits des Retrosegments einen Verkaufserfolg landen zu können. Denn die V85 ist die einzige Mittelklasse-Enduro mit Kardan, und das Design mit den Anklängen an die 80er Jahre dürfte viele Freunde finden, die sich an den immer aggressiver auftretenden „SUV-Bikes“ sattgesehen haben.

Viele belastbare Daten konnten die Firmenvertreter am Stand nicht nennen. Der Zweizylinder basiert zwar auf dem Antrieb der V9, soll aber komplett überarbeitet worden sein und deutlich mehr Leistung haben (rund 80 statt 55 PS). Das Sechsganggetriebe ist ebenfalls eine Neukonstruktion. In der Elektronikausstattung gibt sich die V85 keine Blöße. TFT-Display mit Smartphone-Integration samt Navidarstellung ist serienmäßig (Navi über eine kostenpflichtige App), die Rundum-LED-Beleuchtung und der Gepäckträger ebenfalls. Im Februar sollen die ersten Maschinen vom Band laufen. Den Preis hat der Hersteller noch nicht verraten, aber falls er in der Höhe von kolportierten 11.500 Euro landet, dann dürfte er dem Erfolg der TT (steht für „Tutto Terreno“) nicht im Wege stehen.

Komplettes E-Mobilitätskonzept von Kymco

Mit einem beeindruckenden Auftritt in Köln zeigte der Roller-Riese Kymco, dass er längst auf dem technischen Niveau der japanischen und europäischen Konkurrenz mitspielt. Das Unternehmen aus Taiwan hat sich Gedanken gemacht, wie sich die Elektromobilität im Zweiradsektor wirklich vorantreiben lässt, und ist zu dem Schluss gekommen, dass es nicht ausreicht, einfach einen weiteren E-Roller anzubieten.

Deshalb startet Kymco mit Ionex ein komplettes E-Mobilitäts-Konzept, in dem neben den Scootern (neu: New Like 110 und Nice 100) auch standardisierte Stromspeicher und öffentliche Batteriewechselstationen vorgesehen sind. Das System steht nach Angaben von Kymco auch anderen Herstellern offen.

Ionex zielt darauf ab, die Elektroroller von öffentlichen Ladestationen so unabhängig wie möglich zu machen. Der Wechsel-Akku ist im Trittbrett verbaut, sodass unter der Sitzbank das gewohnte Staufach bleibt. Aufladen lässt er sich an der Steckdose, oder der Nutzer entnimmt gegen eine Mietgebühr einen vollgeladenen Akku aus einer Wechselstation. Braucht der Fahrer mehr Reichweite, kann er auch bis zu drei Batterien im Staufach mitnehmen. Jeder Roller enthält neben dem herausnehmbaren Stromspeicher noch eine fest verbaute Batterie, sodass er immer mobil bleibt. Kymco setzt im übrigen voll auf die E-Mobilität. In den nächsten drei Jahren sollen zehn entsprechende Modelle auf den Markt kommen.

Mal sehen, ob Kymco die Power hat, seine Akku-Wechselstationen wirklich flächendeckend aufzubauen. Wünschenswert wäre es auch, dass sich andere Hersteller an dem Konzept beteiligen.

Kawasaki bringt Ninja und Z für Motorradanfänger

Kawasaki will seinen Erfolgszug auf dem deutschen Markt nun auch in der Einsteigerklasse fortsetzen und bringt zwei neu konstruierte 125er auf den Markt. Mit den Bezeichnungen Ninja 125 und Z 125 ordnen sie sich perfekt in die bekannte Kawa-Nomenklatur für verkleidete und unverkleidete Sportmotorräder ein – und sie sehen ihren größeren Geschwistern auch zum Verwechseln ähnlich. Mit 11 kW/15 PS schöpft der Einzylinder das Leistungslimit der Führerscheinklasse A1 voll aus. Mit der überarbeiteten Ninja H2 hat Kawasaki nun das leistungsstärkste Serienmotorad der Geschichte im Programm. Das Sportbike mit dem aufgeladenen Motor leistet stolze 172 kW/231 PS.

Bei KTM hat nun auch der Sporttourer Superduke GT das neue Frontdesign der Marke bekommen. Der Scheinwerfer mit dem Look eines Kampfinsekts aus dem Weltall ist aber nur das äußere Zeichen für eine größere Modellüberarbeitung, die vor allem die Fahrzeugelektronik umfasst. Dazu gehören ein neues Display in farbiger TFT-Technik mit vielen Funktionen (darunter ein Navigationssystem), eine schräglagenabhängige Regelung von ABS und Traktionskontrolle und vieles mehr.

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