Intermot 2018: Weißwurst statt Weltpremiere?

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 40/I), Folge 633: Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann haben vor 45 Minuten Gerald Böse von der Messe Köln und Reiner Brendicke und Ralf Keller vom Industrie-Verband Motorrad (IVM) das diesjährige Motorrad-Messehighlight...

...auf deutschem Boden, die Intermot 2018, eröffnet. Das »bike und business«-Team schwirrt schon seit gestern (Internationale Motorradkonferenz des ifz) in und um die Deutzer Messehallen herum, um die neuesten Trends in der Branche aufzuspüren. Mein Speedlog vom vergangenen Freitag, mit der ich die Branchenteilnehmer aus ihrem (Messe-)Dornröschenschlaf wecken wollte, hat wieder mal zu kontroversen Diskussionen geführt.

Intermot-Besuch ist Händlers Pflicht

Intermot-Besuch ist Händlers Pflicht

28.09.18 - Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 39/II), Folge 632: Im Vorfeld der alle zwei Jahre stattfindenden wichtigsten Motorradmesse hierzulande, der Intermot in Köln, ist die Diskussion über den Stellenwert und die Sinnhaftigkeit... lesen

Unser fleißiger Speedlog-Komentator Jens Vater von Motorrad-Vater im baden-württembergischen Bondorf zum Beispiel schrieb mir folgende – wie immer – nachdenkliche Zeilen: „Ich habe es mir auch überlegt, mal wieder nach Köln zu fahren, aber wofür? Der Kunde ist im Internet oft früher über neue Produkte informiert als wir Händler! Auf der Messe sind die manchmal schon fast wieder alt! Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da wusste der Kunde und die Fachpresse vor dem Händler, welche Modelle und Ausstattungen in der neuen Saison kommen werden. Wenn ich da auf die Messe warte, ist es eventuell schon zu spät.

Ich sehe die Messe eher als einen Ort, um Kontakte zu knüpfen, nicht aber um sich über neue Produkte zu informieren. Der Endkunde schaut nach Messeschnäppchen und sitzt schon mal auf Fahrzeugen Probe, die eventuell erst nächstes Jahr August vielleicht lieferbar sind. Wenn es die Hersteller nicht schaffen, bis zur Messe dicht zu halten, ist für mich eine Messe erst recht uninteressant.

Ich für meinen Teil bin kein Freund mehr von Messen. Ich stehe bis zu 80 Stunden pro Woche an der Werkbank, suche neue Umbau- und Zubehörteile im Netz für die Kunden raus, da bin ich mal froh, wenn ich mal einen Samstag Nachmittag und einen Sonntag frei habe. Ich freue mich, dass mich am Glemseck oder der Erzgrube keiner erkennt und ich mal keine Reparatur- und Problembesprechungen abhalten muss. Da möchte ich einfach mal wieder nur eines machen: bei bestem Wetter einfach nur Motorradfahrer sein und die Sonne und Kurven genießen. Schönen Gruß vom Mann mit der angenehmen Werkstattbräune.

Händlertag mit Tücken

A. Garland schrieb: „Intermot und Händlertage? Bei den letzten Besuchen auf der Intermot, zu den sogenannten Händlertagen, ist mir folgendes aufgefallen. Beim Einlass wurde „streng“ kontrolliert, wer Händler ist oder nicht. Das ist auch richtig so. Wir hatten vom Handel Freikarten bekommen (übrigens Dankeschön an dieser Stelle an Handel und Hersteller für dieses Engagement). Am Einlass wollte man uns aber nicht rein lassen. Der Grund dafür war, dass wir keine Visitenkarten dabei hatten, die uns als Händler legitimieren sollten. Der eigene Firmenstempel auf den Eintritskarten in Verbindung mit dem Personalausweis genüge nicht, wie man uns sagte. Nach langem, unnötigen Lamentieren und dem Hinweis auf unsere stundenlange Anreise, hat man uns dann doch reingelassen. Auf der Messe liefen dann wieder jede Menge „Händler“ herum, die mit Sicherheit keine waren, die hatten wohl eine Visitenkarte dabei.... naja.

Was uns aber besonders und extrem nervt ist: Dass die Hersteller ihre neu erschienen Fahrzeuge stundenlang verhüllt dort stehen haben, teilweise bis 17 Uhr. Ebenso stört es mich, dass einige Stände nicht fertig aufgebaut waren und an vielen Stellen man noch am Basteln war. Vorsichtig gesagt, ist das eine Frechheit, es zeigt wieder einmal, wie für wie „wichtig“ man den Händler für so eine Messe hält. Da wundert man sich nicht, dass die Händler nicht mehr kommen wollen, am Händlertag!“

Weißwurst statt Weltpremiere?

So, nun Schluss für heute mit der Messeskepsis. Mal schauen, was Ducati und Kawasaki am heutigen Dienstag Morgen und alle anderen heute Nachmittag und morgen enthüllen werden. Gespannt bin ich, ob BMW Motorrad beim „Presse-Brunch“ um halb zwölf außer den bereits in Portugal vor Wochen vorgestellten R 1250 GS und R 1250 RT noch was „auf der Pfanne“ hat. Bestimmt! Auf der Einladung für die Medienvertreter heißt es ja schließlich nicht mehr „Pressekonferenz“ sondern „Presse-Brunch“. Oktoberfest in Köln mit Weißwurst und süßen Senf? Na denn guten Appetit!

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