Intermot 2018: Jünger, weiblicher, hipster

Koelnmesse zieht offizielle Messebilanz

| Redakteur: Stephan Maderner

Mächtig Andrang herrschte auf dem Intermot-Stand von Kawasaki.
Mächtig Andrang herrschte auf dem Intermot-Stand von Kawasaki. (Bild: Koelnmesse GmbH, Thomas Klerx)

„Starker Besuch und faszinierende Erlebniswelt“, dieses positive Fazit zieht die Messe Köln hinsichtlich der Intermot 2018. Mit rund 220.000 Besuchern erreichte das Motorradevent wieder das Rekordniveau von vor zwei Jahren.

Die gute Meldung gleich vorneweg: der Zuspruch der Intermot-Besucher im Alter bis 21 Jahre ist um 50 Prozent angestiegen. Dies meldet die Messe Köln in ihrer offiziellen Messebilanz. Sechs Tage lang, Presse- und Fachbesuchertag eingerechnet, prägten laut Messe Köln „ satte Motorengeräusche den Lebensrhythmus in Köln“. Die Macher ziehen ein durchweg positives Fazit der Intermot. Es bildet einen Gegenpol zu den teilweise doch recht kritischen Tönen, die in der Szene (und auch bei uns) geäußert wurden, weil viele echte Weltpremieren und manche wichtige Player fehlten und große Hersteller zum Teil mit deutlich kleineren Ständen an den Start gegangen waren.

Für die Koelnmesse ist dennoch klar bewiesen: „Die internationale Branche – Handel, Bikerfans, aber auch der Zweirad-Nachwuchs in großer Zahl – strömten in die Kölner Messehallen und erlebten die faszinierende Motorradwelt der Intermot: die ganze Herstellerrange auf einen Blick, spektakuläre Action der Profis und ein Mitmachprogramm der Extraklasse.“

Offiziell informierten sich rund 220.000 Fachbesucher und Motorradfans aus nahezu 100 Ländern über das Angebot von 1.041 Anbietern aus 40 Ländern. „Noch wichtiger als der beachtliche Besucherzuspruch ist das klare Statement führender Branchenteilnehmer, dass die Intermot in Köln eine zentrale Rolle in der motorisierten Zweiradwelt spielt“, bilanziert Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse. Dies bestätigte Grant Bester, Vice President/General Manager EMEA von Polaris: „Zum ersten Mal in der Historie von Indian Motorcycle haben wir eine Weltpremiere außerhalb der Vereinigten Staaten vorgestell. Wir haben ganz bewusst für diesen Launch die Intermot in Köln ausgewählt – die Veranstaltung ist sehr international und Deutschland für Indian ein extrem wichtiger Markt. Die Resonanz, die wir von den internationalen Einkäufern und Journalisten für unsere neuen Modelle erhalten haben, ist überwältigend.“

Business-Plattform

Die Messemacher sehen einen starken Branchenzuspruch auf Handelsseite. Er unterstreiche die Bedeutung der Intermot als globale Business-Plattform. „Deutschland ist für den europäischen Markt Gradmesser für die zukünftige Entwicklung und die Internot spielt hier eine entscheidende Rolle als unverzichtbarer Impulsgeber“, ergänzt Reiner Brendicke, Hauptgeschäftsführer des Industrie-Verbandes Motorrad Deutschland e.V. - IVM. Und Katharina C. Hamma, Geschäftsführerin der Koelnmesse, stellt fest: “Neben den Branchenteilnehmern haben vor allem die Motorradfans „mit den Füßen“ abgestimmt – für ein internationales Neuheiten- und Motorradevent in Deutschland. Deutschland ist ein führender europäischer Motorradmarkt und die Community möchte die Premierenmodelle sehen und nicht ausschließlich aus den Zeitungen entnehmen. Der deutliche Anstieg der jungen Besucher bis 21 Jahre um 50 Prozent ist Beweis genug für die Dynamik der Intermot. “

Customizing wächst

Als Erfolgsmodell sehen die Veranstalter die Haalle 10.1, die wie schon 2016 unter dem Motto Intermot customized stand: Neben großen Herstellern mit einem zusätzlichen Auftritt, bekannten Umbauern und namhaften Distributoren hätten auch zahlreiche Newcomer und Anbieter von Zubehör erstmalig in Köln angedockt. In der gesamten Halle sei das besondere Customizing-Gefühl spürbar gewesen, ob bei den szenegerechten Side-Events wie die Garage Area mit professionellen Umbau-Demos, bis hin zu den extra eingerichteten Barbier- und Tattoo-Studios. Viel bestauntes Highlight war sicherlich die AMD World Championship of Custom Bike Building, die alle zwei Jahre in Köln Station macht und mit 107 angemeldeten Bikes eine neue Rekordbeteiligung vermelden konnte.

Unter Strom

Sehr zufrieden zeigten sich laut Pressebulletin der Koelnmesse die Hersteller von Elektrofahrzeugen mit ihrem Messeauftritt und mit der Neuausrichtung der Intermot e-motion: Die Anbieter von E-Motorrädern und E-Rollern zeigten erstmals ihre Produktneuheiten in der Halle 7 – unmittelbar in Nachbarschaft zu den benzinbetriebenen Pendants. Unternehmen mit Pedelecs und E-Bikes wurden im Zuge der konzeptionellen Neuausrichtung nunmehr in Halle 8 positioniert.

Die Themenfläche „Connected Motorcycle World“ zeigte die digitalen Aspekte auf, mit denen sich die motorisierte Zweiradbranche bereits beschäftigt und mit welchen digitalen Technologien Sicherheit, Komfort und Kommunikation sich in Zukunft das Motorradfahren maßgebend verändern werden.

Ladies at Intermot

Gut angenommen wurde der erstmals realisierte Treffpunkt für Bikerinnen – Ladies@intermot. Das speziell zugeschnittene Programm führte interessierte Bikerinnen in Messetouren zu Motorrädern und Bekleidungsanbietern, die besonders für diese Zielgruppe konzipiert werden und informierte zudem über aktuelle Angebote von Touren, Sicherheit, Technik und Sport für begeisterte Motorradfahrerinnen. Schätzungen des letzten Messetages eingerechnet, registrierte die Intermot einen Anstieg interessierter Bikerinnen von 18 auf knapp 22 Prozentpunkte.

Großen Besucherandrang an allen Messetagen registrierten die zahlreichen Fahr-Parcours – vom Kinder-Parcours über den Fahr-Parcours für Neu- oder Wiedereinsteiger, für versierte Motorradfahrer oder Trialfans bis hin zur Teststrecke für E-Rollerfahrer und E-Bikes.

Einfach göttlich

Am ersten Intermot-Messetag gab es nach sechs Jahren Pause erstmalig wieder einen ökumenischen Motorrad-Gottesdienst im Kölner Dom, organisiert vom Team des Mogo Hamburg. Rund 400 Biker und Beifahrer fuhren anschließend im Corso quer durch die Stadt zur Messe. Mit diesem selbstbewussten Fazit weisen die Messemacher auf die nächste Intermot hin: Sie findet vom 30. September bis 4. Oktober 2020 in Köln statt.

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