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International Female Ride Day 2014: Just Ride – und wir waren dabei!

| Redakteur: Martina Eicher

Unter dem Motte „Just Ride!“ folgten am Samstag, den 3. Mai 2014 wieder zahlreiche motorradbegeisterte Frauen dem Aufruf zum International Female Ride Day. Die Tour führte zum zweiten Mal ins saarländische Niederwürzbach.

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Bahnhof Niederwürzbach: Schnell noch ein Gruppenfote, bevor die Bikerinnen zu ihrer jeweiligen Tour aufbrechen.
Bahnhof Niederwürzbach: Schnell noch ein Gruppenfote, bevor die Bikerinnen zu ihrer jeweiligen Tour aufbrechen.
(Foto: Annika Lauer)

Wenn man so überlegt, gibt es jede Menge internationale Tage. Den Weltfrauentag, Weltjugendtag, Weltnichtrauchertag, um hier nur einige zu nennen – und am ersten Wochenende im Mai begehen wir den „International Female Ride Day“. Ein Tag, an dem sich Frauen in ganz Deutschland treffen, um gemeinsam mit dem Motorrad unterwegs zu sein. Frauen, die aus Überzeugung und Leidenschaft eine Tour planen, sich in den Sattel ihrer Bikes schwingen, losfahren – und das Wichtigste dabei, jede Menge Spaß haben. Vor einem Jahr wusste ich noch gar nicht, dass so ein Tag existiert. Aber dann war ich so neugierig, dass ich da unbedingt dabei sein wollte.

Frauke Tietz, Hauptorganisatorin des IFRD 2014 und Gründerin des Onlinemagazins Fembike, setzte PR-mäßig alle Hebel in Bewegung, um Bikerinnen auf diesen Tag aufmerksam zu machen. Sie holte sich den Magdeburger Helmhersteller Schuberth als Sponsor mit ins Boot, der sich mit einem Gewinnspiel an der Aktion beteiligte. Und für den Freiburger Verein AMICA e.V., wurden Spenden gesammelt, die Frauen und Kindern in Kriegsgebieten zugute kommen.

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Regen- und Hagelschauern getrotzt

Dabei sein war eigentlich ganz einfach, denn es wurde nicht nur eine Tour angeboten. Im ganzen Bundesgebiet bestand die Möglichkeit, selbst eine Tour zu planen oder sich mit Gleichgesinnten für eine Ausfahrt zu treffen. Wie zum Beispiel in Stuttgart, Bad Zwischenahn, Bad Segeberg, Elmshorn, Berlin, Bramsche, Niederwürzbach und vielen anderen Orten.

Isabelle, Mareile und ich entschieden uns für Niederwürzbach. Isabelle, die erfahrenste von uns Dreien, kümmerte sich um die Route und plante die Anfahrt von Würzburg nach Niederwürzbach.

Los ging es am Freitag, 2. Mai um 9 Uhr. Wir fuhren eine schöne Tour; einen Großteil auf der Bundesstraße, einen Abstecher durch den Pfälzer Wald und noch ein kurzes Stück auf der Autobahn. Dort wurden wir doch tatsächlich von Regen und sogar Hagel überrascht.

Am Abend, trafen sich alle Bikerinnen im Bahnhof Niederwürzbach zum Abendessen – die, die wie wir am Freitag angereist waren oder schon eine Tour gefahren waren. Die Begrüßung unter Bikerinnen ist immer herzlich. Frauke Tietz kannten wir bereits, mit den anderen kamen wir ganz schnell ins Gespräch und es wurde ein geselliger Abend.

Bikerinnentreff Bahnhof Niederwürzbach

Für die Tour am Samstag wurde als Treffpunkt wieder der Bahnhof Niederwürzbach vereinbart, um 9 Uhr sollte es losgehen. 15 Bikerinnen waren am Samstag aus verschiedenen Regionen Deutschlands gekommen, um den Female Ride Day zu begehen. Sechs Bikerladys aus dem Kölner Raum waren quasi aus der Eifel angereist und so bildeten sich eine Cruiser- und eine sportive Gruppe mit verschiedenen Zielen. Mareile und ich klinkten uns bei den Cruiserinnen, mit Amely als Tourguide, ein und folgten ihr in die Vogesen und ins nahegelegene Elsass. Isabelle fuhr mit Tourguide Annika in die Eifel.

Es war einfach super! Eine schöne, kurvenreiche Strecke führte uns durch die malerische Landschafte der Vogesen und wir überquerten die Grenze ins nahegelegene Elsass. Die Bikerinnen aus St. Augustin waren so locker drauf, dass sogar Mareile als Fahranfängerin sich in keinster Weise mehr hetzen ließ. Dank des etwas fehlgesteuerten Navis von Tourguide Amely passierten wir die eine oder andere Stelle sogar zwei Mal und ich entdeckte immer wieder etwas Neues. Wir erlebten eine herrlich Fahrt und eine wunderschöne Gegend. Die Kälte machte Mareile und mir etwas zu schaffen, aber wir hofften, dass unser Gasthof über einen großen Warmwasserbeuler verfügt, damit wir uns am Abend bei einer heißen Dusche wieder aufwärmen konnten.

Gruppendynamik und beheizte Handschuhe

Für Linderung zwischendurch sorgten die beheizten Handschuhe von Katja.

Mareile war sehr angetan von der lockeren und entspannten Atmosphäre unter den Bikerinnen. Die Tour am Samstag mit den Kölnerinnen fand sie klasse: „Die haben sich auf mich als Fahranfängerin eingestellt und ich habe mich nicht mehr so als Verkehrshindernis gesehen“, meinte sie. Durch das viele Fahren habe sie zusehends an Sicherheit gewonnen und viel gelernt an diesem Wochenende. Die Begeisterung der anderen Frauen zu spüren und sich darüber auszutauschen war einfach eine tolle Erfahrung. Im nächsten Jahr wird sie auf jeden Fall wieder dabei sein. Für Amely und ihre Mädels ist am wichtigsten, immer sicher auf Deutschlands Straßen unterwegs sein und: „Wir halten uns auch an Geschwindigkeitsbegrenzungen“, beschreibt sie die Einstellung und Fahrweise ihrer Gruppe.

Am Abend trafen sich alle wieder zum gemeinsamen Abendessen im Bahnhof Niederwürzbach und es gab jede Menge zu erzählen. Auch die Fahrt in die Eifel, mit Annika als Tourgiude, war trotz der Kälte sehr schön gewesen. Die Teilnehmerinnen gaben aber schon zu, dass die Strecke etwas kürzer und die Pausen ein klein wenig länger waren.

Annika Lauer aus St. Ingbert hatte im vergangenen Jahr den IFRD zum ersten Mal in Deutschland organisiert. Die Planung für 2014 hatte sie aus Zeitgründen Frauke Tietz überlassen und kümmerte sich nur um die Touren und die Lokalitäten vor Ort. Insgesamt waren diesmal 25 Frauen dem Aufruf gefolgt, also einige mehr als im letzten Jahr. Gefahren wurden, den Freitag mit einbezogen, vier Touren. Unter anderem führte Natalie bereits am Freitag eine kleine Gruppe Frauen ins Elsass – eine etwas andere Route als Annika mit ihrem Trupp.

Fembike-Power

Frauke Tietz konnte in diesem Jahr mit ihrem Aufruf zum IFRD einiges bewegen. Auf ihrer Homepage haben sich insgesamt 450 Teilnehmerinnen registriert – länderübergreifend mit Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern. Post bekommt sie auf internationaler Ebene, erzählte sie mir.

Es war eine gelungene Veranstaltung, mit jeder Menge Potenzial weiter zu wachsen. Der International Female Ride Day wird 2015 wieder stattfinden und dann heißt es für alle Bikerinnen: Rauf aufs Moped und los!

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