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Irene Kotnik: Ein Herz fürs Petrolettes-Festival

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Martina Eicher

Irene Kotnik, Gründerin von Petrolettes, treibt mit viel Verve und Empathie das Netzwerk für Frauen auf dem Motorrad und in der Branche voran. Die Frau wuppt das weltweit größte Treffen für Motorradfahrerinnen – dieses Jahr sogar als digitales Event. Beim Award „Bike Woman of the Year“ 2019 holte sie den 1. Platz.

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2016 gründete Irene Kotnik das Petrolettes-Festival und arbeitet seitdem als Direktorin und Hauptorganisatorin für das Event.
2016 gründete Irene Kotnik das Petrolettes-Festival und arbeitet seitdem als Direktorin und Hauptorganisatorin für das Event.
(Bild: Alexandra Lier)

Wir machen eine kleine Zeitreise – zehn Jahren zurück: Irene fasst einen Entschluss, der ihr Leben nachhaltig verändern wird. Sie will ihren Papa auf einem Biker-Road-Trip über die legendäre Route 66 durch die Vereinigten Staaten, begleiten. Irene hat eigentlich nicht viel mit Motorrädern am Hut und auch gar keinen entsprechenden Führerschein. Aber sie ist abenteuerlustig, mag Herausforderungen und liebt vor allem das Reisen. Also macht sie ihren Motorradführerschein und kommt mit auf die Tour. 2019: Zwischen dem 26. und 28. Juli finden sich in Ferropolis, einer Halbinsel in einem ehemaligen Tagebau, rund 500 Frauen aus elf Nationen ein, um bereits zum vierten Mal ihre große Leidenschaft für das Motorrad zu zelebrieren.

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Die Person im Mittelpunkt des Geschehens ist Irene Kotnik, Hauptveranstalterin des Petrolettes-Festivals. Für 2020 hat die findige Gründerin einen Plan B entwickelt. Mehr Infos dazu gibt es unter www.petrolettes.com. Die Berlinerin hat sich vorgenommen, den Stereotyp einer von Männern dominierten Motorradwelt zu brechen und Gemeinsamkeiten zu schaffen, die die Leidenschaft für Motorräder widerspiegeln und den weiblichen Geist im Sport stärken. Deshalb ist das Petrolettes auch ein „Women only“-Event – das mittlerweile größte in Europa.

Wenn Bikerinnen ihre Leidenschaft fürs Motorrad ausleben Es geht um Motorradfahrerinnen, so viel ist klar. Irenes Ziel ist es, mit dem Festival weibliche Bikefans zusammenzubringen und ihnen zu helfen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen – weitab der Ellenbogenmentalität, die auch heute noch Frauen im Motorsport entgegengebracht wird. Sie will einen einzigartigen Raum kreieren, in dem Bikerinnen ihre Leidenschaft für Motorräder entdecken und entfalten können. Um es mit Irenes Worten zu sagen: „Du lässt jetzt mal den Mann und die Kinder zu Hause, rufst Freundinnen an, die du schon seit Längerem nicht gesehen hast, packst deine Campingsachen, steigst aufs Bike und fährst zu Petrolettes, um etwas zu tun, das ganz allein für Dich ist.“ Jedes Jahr kommen Irene und ihrem Team aus freiwilligen Helfern neue, kreative Ideen für das Festivalprogramm, damit Petrolettes jedes Jahr wieder einzigartig ist. Eine ihrer Hauptaufgaben ist es, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen und europaweit viele Ladys dafür zu begeistern. Im engen Kontakt mit Sponsoren und der Motorradbranche tüftelt sie daran, wie diese eingebunden werden können. Auch das Team zu managen, erfordert großes Geschick; die freiwilligen Helfer erfüllen all ihre Aufgaben neben Job und Familie. Irenes Wunsch für die Zukunft ist es, Petrolettes wachsen zu sehen. Petrolettes soll im europäischen Raum noch mehr Anklang finden. Der Name soll stehen für starke Frauen und für alles rund ums Thema Motorrad, Abenteuer und Reisen. Der Spaß am Fahren ist oberste Maxime, das Festival soll inspirieren und ermutigen.

Auch Frauen ohne Führerschein Bock aufs Bike machen

In der Vergangenheit gab es leider kaum weibliche Vorbilder, die zeigten, dass es total normal ist für Frauen, Motorrad zu fahren, an Bikes herumzuschrauben und gar alleine auf eine längere Touren zu gehen. Irene ist in diesen Dingen inspiriert durch ihre Familie. Doch für vielen anderen Frauen fehlt diese Unterstützung. Das soll sich durch Petrolettes ändern! Irene macht häufig auch Frauen ohne Motorradhintergrund und -führerschein auf ihren Festivals Bock aufs Bike. Und nicht selten tauchen jene dann im Folgejahr auf und wedeln ihr freudestrahlend mit der mittlerweile erworbenen Fahrerlaubnis zu. Irene weiß noch nicht genau, wohin sie ihr Weg noch führen wird. Sie lebt im Hier und Jetzt. Für sie ist vor allem wichtig, dass die Szene und das Interesse weiter wächst und dass mehr Frauen ihre Erfüllung finden. Mit ihren markigen Worten: „Let´s rock, girls!“

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