IVM-Neuzulassungen Motorrad Dezember 2017: Gesamtbilanz schwarz auf weiß

Sonderfaktoren beeinflussen das Jahresergebnis

| Redakteur: Stephan Maderner

Die Statistik des Neuzulassungsjahres 2017 wurde durch Sonderfaktoren beeinflusst - 2018 kehrt wieder Normalität ein.
Die Statistik des Neuzulassungsjahres 2017 wurde durch Sonderfaktoren beeinflusst - 2018 kehrt wieder Normalität ein. (Bild: Jan Rosenow)

Laut IVM-Statistik wurden im Dezember 2017 2.527 neue Motorräder mit über 125 cm³ neu zugelassen. Das sind 22,46 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Jetzt haben wir die Gesamtbilanz der Neuzulassungen auf dem Motorradmarkt 2017 schwarz auf weiß: Neun mal minus und drei Mal plus ergibt am Ende ein Minus von 19,1 Prozent. So bilanzierte der IVM im Dezember insgesamt 2.006 neu zugelassene Krafträder, ein Minus von 79,09 Prozent gegenüber dem Dezember 2016. In den zwölf Monaten 2017 wurden demnach 100.877 Bikes neu zugelassen, kumuliert liegt dieser Wert 14,21 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Über alle Fahrzeuggruppen hinweg wurden 139.831 gezählt, ein kumuliertes Minus von 19,1 Prozent.

Der IVM bewertet das Ergebnis als „Nullsummenspiel“. In seinem „Performance“-Newsletter schreibt der Verband: „Das vergangene Jahr schloss mit einem zweistelligen Minus bei den Zulassungszahlen ab. Dafür verantwortlich ist nicht etwa ein nachlassendes Interesse am motorisierten Zweirad und auch keine fehlende Käufermotivation. Denn ganz im Gegenteil ist die Leidenschaft für das Erlebnis, Motorrad und Roller zu fahren über alle relevanten Altersgruppen hinweg hervorragend ausgeprägt, auch dank einer attraktiven Modellpalette. Die Motorradbranche ist gesünder denn je. Der eigentliche Grund für den Zulassungsrückgang ist umweltpolitischer Natur – und eine gesunde Umwelt wollen wir schließlich alle. In diesem Fall läutete die Verschärfung der Abgasnorm Euro-3 zu der technisch noch anspruchsvolleren Euro-4 das Produktionsende für viele Motorradmodelle ein, deren fabrikneue Restbestände bis Ende 2016 zugelassen sein mussten – so die Vorgabe des Gesetzgebers. Mit den daraus resultierenden Verkaufsmaßnahmen des Motorradhandels verließen viele legendäre Motorradtypen die Verkaufsräume der Händler zum Sonderangebot – was mit 16.739 Neuzulassungen (Gesamtmarkt) zu einer wahren Zulassungsexplosion im Dezember 2016 führte – im Vergleich dazu 4.697 im Dezember 2015. Zudem waren viele dieser Modelle als attraktive Tageszulassungen verfügbar und tauchten in der Neuzulassungsstatistik gar nicht erst auf. Dass trotz dieser erfolgreichen Verkaufsmaßnahmen im letzten Quartal 2016 111.762 Euro-4 Krafträder/-roller und 28.069 Leichtkrafträder/-roller 2017 neu in den Markt kamen, mehr als noch 2014, untermauert die Attraktivität des motorisierten Zweirads in besonderem Maße. Eben dieser Erfolg ist der überall sichtbaren Leidenschaft fürs Motorrad zu verdanken. Der ausgefallene Boom 2017 ist also einer regelrechten Zulassungsexplosion im letzten Quartal 2016 geschuldet.“ O-Ton IVM Ende.

Das Zulassungsranking nach Markenmacht: Die meisten Bikes entfielen auf das Konto von BMW Motorrad: Die Weiß-Blauen haben 24.750 Bikes neu zugelassen, ein Plus von 5,77 Prozent. Das entspricht einem Marktanteil von 24,53 Prozent. Dahinter folgt Honda, mit einem Minus von 3,02 Prozent (12.653 Einheiten/12,54 Prozent Marktanteil) auf Platz zwei. Den dritten Platz hat sich Yamaha erkämpft (trotz eines Minus von 23,51 Prozent: 10.874/10,78 Prozent).

Die Nummer eins bei den Modellen ist und bleibt die BMW R 1200 GS mit 8.333 Einheiten. Die Yamaha MT-07 (3.493) verteidigt den komfortablen Vorsprung gegenüber der drittplatzierten Kawasaki Z 650 (2.655). Knapp dahinter dann Hondas Africa Twin (2.562) vor der Kawasaki Z 900 (2.203). Platz sechs geht an die BMW R Nine-T (1.920), es folgen Honda NC 750 X (1.680), KTM 690 Duke (1.627), BMW S 1000 R (1.486) vor KTM 1290 Superduke R (1.459).

Kraftroller: Schwach auf der Brust

Die 322 neu zugelassenen Kraftroller im Berichtsmonat bedeuten ein Minus von 68,43 Prozent in diesem Fahrzeugsegment (kumuliert landeten die 10.885 Kraftroller bei einem Minus von 13,21 Prozent). Nummer eins im Modellranking ist die Vespa GTS 300 Super mit 4.051 Neuzulassungen vor Piaggio MP3-500 LT (903) und Honda SH 300 A (708).

Leichtkraftroller: Im Keller

Das Segment der Leichtkraftroller reiht sich nahtlos in den Negativtrend mit ein: Mit 510 Einheiten schneiden die 125er-Scooter 78,44 Prozent schlechter ab als im Dezember des Vorjahres. Die insgesamt 12.628 Leichtkraftroller-Einheiten bedeuten ein Minus von 32,43 Prozent. Für die italienische Kultmarke Vespa läuft's jedoch, zumindest was die Einheiten anbelangt. Modellspitzenreiter ist die Vespa Primavera (1.485) vor Vespa GTS Super 125 (709) und Piaggio Liberty 125 (668).

125er: Duke knapp vor der MT-125

Das Fahrzeugsegment Leichtkrafträder verzeichnete im Dezember 601 Einheiten, mit minus 85 Prozent das bislang schlechteste Monatsergebnis (kumuliert bedeuten die 15.441 Einheiten in den zwölf Monaten ein Minus von 35,73 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum). An erster Stelle der Lieblingsbikes der Jugend steht die KTM Duke 125 mit 2.748 Einheiten. Knapp dahinter auf Platz zwei landet die Yamaha MT-125 (2.637). Den dritten Platz erobert sich die Yamaha YZF-R 125 (1.216).

Fazit: Über alle Fahrzeuggruppen hinweg wurden im Dezember 2017 3.439 Fahrzeuge neu zugelassen. Das sind 79,76 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Kumuliert in den zwölf Monaten schlagen 139.831 Fahrzeuge zu Buche, 19,10 Prozent weniger als noch vor einem Jahr um diese Zeit.

Alle Motorrad-Statistiken seit 2006 finden Sie auch hier (PDF-Download).

Anmerkung der Redaktion

Es sei an dieser Stelle explizit erwähnt, dass die hier präsentierten Zahlen auf Grundlagenmaterial des Industrie-Verbandes Motorrades beruhen, der die Zahlen und Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) aufbereitet. Diese beinhalten leider keinerlei Aussagen über gewerbliche Händler- und Herstellerzulassungen, welche zu einer echten Transparenz beitragen und die echten Marktverhältnisse ehrlicher widerspiegeln würden.

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