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Johannes Hemme: „Immer en Bewäjung“

| Autor / Redakteur: Anna Hartmann / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Johannes Hemme ist jung und erfolgreich. Als Kommunikationsexperte hat er für den Schmierstoffhersteller Motul eine komplett neue Marketingstrategie entwickeln können. Er geht sowohl beruflich als auch privat dem nach, was ihm Spaß macht. Mit einem Mix aus Marketing, Motorsport und Musik zum Erfolg.

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Begeisterter Motorradfahrer und Kommunikator: Johannes Hemme kombiniert bei Motul Hobby und Beruf.
Begeisterter Motorradfahrer und Kommunikator: Johannes Hemme kombiniert bei Motul Hobby und Beruf.
(Bild: Alex Awesome)

Eine der wenigen Situationen, in denen Johannes Hemme kein Schmunzeln im Gesicht hat, ist wenn er seine Trompete ansetzt. Wie auch? Mit weißem Hemd, Chino-Shorts und Sneakern steht er neben seinen Bandkollegen, die Finger an den Ventilen, der Blick durch die braune Brille konzentriert. Ab und zu wippt er im rot-weißen Scheinwerferlicht leicht von links nach rechts. Das Licht betont die rotblonden Haare. Als er absetzt, tanzt er und feiert die anderen. Die eingängige Refrain-Melodie macht Lust mitzusingen. Das Lachen ist zurück. Ein Lachen, das verrät, wie viel Spaß ihm der „Trötenrock“ macht – selbst wenn das Publikum aufgrund von Corona nur über einen YouTube-Stream mitfeiern kann. Seit er in Köln wohnt, ist er als Trompeter festes Mitglied der Rockband „The Hurricanes“. „Die Musik ist ein super Ausgleich neben dem Job.“

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Johannes Hemme arbeitet seit 2017 als Digital & Communication Coordinator bei Motul Deutschland in Köln. Der 28-Jährige koordiniert bei dem Schmierstoffhersteller für Zwei- und Vierräder sowohl die analoge als auch die digitale Kommunikation. Als begeisterter Motorradfahrer und Marketingexperte kombiniert er damit gleich zwei seiner Leidenschaften in einem Job. Er kombiniert Lederjacke mit Jackett. Zusammen mit seinem Team ist Johannes Hemme zuständig für die PR- und Mediaplanung im deutschsprachigen Raum und vermarktet Motul nicht nur offline sondern vor allem online über verschiedene Social-Media-Kanäle.

Eine besondere Passion hat Johannes Hemme im Influencer Marketing gefunden, das er für Motul etablieren konnte. „Als ich bei Motul angefangen habe, saß ich vor einem leeren Blatt Papier.“ Dass ihm das Vertrauen geschenkt wurde, eine neue Marketing-Strategie für Motul zu entwickeln, weiß er bis heute zu schätzen. Nachdem er Ende 2017 einen Instagram-Kanal für Motul Deutschland ins Leben gerufen hatte, baute er eine Community aus kleinen und großen Influencern auf. Eine Community, die mit Motul sehr eng kooperiert – und das nicht unbegründet. „Ich schätze den persönlichen Kontakt zu unserer Community.“ „Johannes hat zu allen Partnern ein offenes, freundschaftliches Verhältnis“, so seine Kollegin Sarah Petschel, die seit seinem ersten Arbeitstag eng mit ihm zusammenarbeitet. Auch aus den Kollegen wurden mittlerweile Freunde.

Studiert hat der gebürtige Wermelskirchener Sozialwissenschaften in Düsseldorf. „Schon während des Bachelor-Studiums hatte ich immer ein Auge in Richtung Marketing.“ So absolvierte er seinen Master in Medien- und Kommunikationsmanagement an der Mediadesign Hochschule. Währenddessen arbeitete er als Werkstudent unter anderem bei 3M und war für digitales Marketing zuständig. Nachdem er sich dort erstmals mit dem Influencer Marketing beschäftigte, widmete er sich auch in seiner Masterarbeit diesem Thema.

Doch nicht immer wohnte er im Rheinland. Ein Auslandssemester verbrachte er in Prag. „Das war definitiv eine der besten Entscheidungen.“ Über das Erasmus-Programm kam er zum Erasmus Student Network. Er engagierte sich als PR-Manager erst bei ESN in Düsseldorf und später deutschlandweit. „Die Zeit bei ESN hat mir sehr viel Spaß gemacht, da man für eine gute Sache arbeitet. Man bringt Kulturen zusammen“, erzählt er mit strahlenden Augen. „Dafür Marketing zu machen, ist sehr erfüllend.“

Johannes Hemme arbeitet gern mit anderen Menschen zusammen. Wer durch den Instagram-Feed von Motul Deutschland scrollt, bemerkt, dass Johannes Hemme bei seiner Marketing-Strategie auf Persönlichkeit und Empathie setzt. So sind dort nicht nur Motorräder, Autos und Motoröl zu sehen, sondern auch zahlreiche Fotos von Influencern. Die Strategie geht scheinbar auf. Mittlerweile folgen über 15.300 Leute dem Account.

Seine soziale Ader zeigt sich zudem bei Vorträgen oder auf Messen. In Hemd, Sakko und Jeans steht er in einem voll besetzen Raum. Die Leute hören zu. Ein freundliches Dreitagebart-Lächeln im Gesicht, ein kurzer Blick zur Leinwand. Sarah Petschel schätzt, dass er sich nicht verstellt. „Das, was er beruflich macht, lebt er auch. Als Motorradfahrer weiß er, worüber er spricht.“ Souverän und locker präsentiert er, wie Influencer-Marketing in der Motorradbranche erfolgreich sein kann. Und sein Wissen ist gefragt – so auch auf der jährlichen Fachtagung „bike und business“. „Johannes ist einer der wenigen Menschen, die mir mal gesagt haben, dass meine Social-Media-Aktivitäten nicht so toll wären“, erzählt der Organisator Stephan Maderner mit einem Augenzwinkern. „Das hat mich zugegeben sehr beeindruckt. Man kann wahnsinnig viel von ihm lernen.“

Ein großer Teil der Kommunikation von Motul ist eventgebunden. „Auf der Rennstrecke vermischen sich Beruf und Hobby. Das macht sehr viel Spaß.“ Er lächelt, in seiner Stimme liegt ein freudiger Unterton. Besonders gern erinnern Johannes Hemme und Sandra Petschel sich an den MotoGP in Assen, bei dem er einen Pokal überreichen durfte. „Es war ohnehin ein legendäres Rennen. Dass ich dann noch Marquez, Vinales und Motul-Fahrer Alex Rins offiziell die Hand schütteln durfte und den Pokal für die Konstrukteurs-Wertung überreichen durfte, setzte dem Ganzen dann wirklich die Krone auf.“ „Das war für Johannes ein Wahnsinnserlebnis.“

Ob privat oder beruflich, ob mit dem Motorrad, Freunden, der Familie, den Hurricanes oder als Karnevalsjeck – unterwegs ist Johannes Hemme immer gern. Müsste er sich in wenigen Worten beschreiben, würde er ein Kölner Karnevalslied zitieren, verrät er lachend: „immer en Bewäjung“. Ein Lachen, das zeigt, warum er immer in Bewegung ist. Was er tut, tut er mit Leidenschaft.

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